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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Anlässlich der Verleihung des Fritz-Winter-Preises 2008 an Olafur Eliasson konfrontiert eine Ausstellung in der Pinakothek der Moderne Arbeiten Fritz Winters mit denen Hans Arps

Naturerforschung im Rahmen künstlerischer Dialoge



Die Wirkungsgeschichte von Künstlern und ihren Werken war bislang primäres Thema wissenschaftlich-theoretischer Untersuchungen. Eine kleine, kompakte Ausstellung aus rund fünfzig präzise ausgewählten Gemälden, Collagen, Zeichnungen, Reliefs und Druckgrafiken in der Pinakothek der Moderne unternimmt jetzt den Versuch, Hans Arps Einfluss auf die Moderne am Beispiel Fritz Winters zu untersuchen. Während seiner Studienjahre am Bauhaus zwischen 1927 bis 1930 erlebte Fritz Winter die Aufsplitterung der Kunst in viele Positionen und Richtungen. Surrealismus, Neue Sachlichkeit und Konstruktivismus reflektierten den raschen gesellschaftlichen und künstlerischen Wandel der Zeit. Wo sollte man hier als Künstler ansetzen? Naum Gabo mag Winter wohl den entscheidenden Anstoß zur gegenstandslosen Malerei gegeben haben, der er sich seit Beginn der 1930er Jahre verschrieb. Dabei entstand eine Gruppe von „biomorphen“ Werken, die innerhalb von Winters Œuvre bislang wenig Aufmerksamkeit erfahren haben. Diesen Arbeiten sind Collagen und Reliefs von Hans Arp dialogisch gegenübergestellt. Hier werden erstaunliche Korrespondenzen ersichtlich, obwohl sich die beiden Künstler wahrscheinlich nie persönlich begegnet sind.


In einem Collagenheft aus dem Jahr 1931 nimmt Winter zwar streng geometrische Formen auf, jedoch wird das Erscheinungsbild durch die Kombination von Kreis, Oval und Streifenmuster in weichere, organische Strukturen aufgelöst. Trotz der farblich reduzierten Palette aus Schwarz, Weiß und Grautönen zeichnet sich eine Richtungsänderung ab. Die Wahrnehmung von Werken des fast zwanzig Jahre älteren Hans Arp mit dessen besonderem Verhältnis von Kunst und Natur schlägt offensiv durch. Biomorphe Formensprache, asymmetrische Kompositionen und klare Farbigkeit finden sich im Werkschaffen beider. Elemente aus Stoff verleihen Winters Arbeiten plötzlich etwas Haptisches und Weiches. Sie geben den Blättern Plastizität und Dinglichkeit.

Die Idee einer plastisch von der Malfläche abgehobenen Umrisslinie verfolgt Winter auch durch aufgetragene Sandflächen. Diese natürlichen Materialien konterkarieren, einhergehend mit organischen Formen und reliefartigen Strukturen, die konstruktivistische Ausrichtung Winters. Währenddessen näht Arp in seinen „Schnurbildern“ die Umrisse von gegenständlichen Motiven mit Schnüren auf Leinwände, die aber im Gegensatz zu Winters abstrakten Arbeiten stehen. Winter will ins Innere der Natur blicken und bezieht sich auf Vorgänge in ihr, deren Strukturen er offen legt. Verschmelzungen und Teilungen visualisieren nichts anderes als Naturvorgänge.

Hans Arp dagegen bevorzugt den Torso, der in einem anderen Verhältnis zur Realität steht. Die Werke des Mitbegründers der Dada-Bewegung definieren sich über ihr besonderes Verhältnis zu realen Dingen und zu den Schöpfungen der Natur. Arp verschmilzt Kunstwerke mit der Natur, sie vibrieren förmlich zwischen abstrakten und surrealistischen Tendenzen. Silhouetten von Embryos oder Zellen sind als Ursprünge des Lebens Grundmotive in Arps Kunst. Er kreiert übereinanderliegende, verschiebbare Flächen vor einem raumlosen, farbigen Fond. Bei Winter dagegen ist die konstruktive Masse hervorgehoben. Unterschiedlich gefärbte Elemente scheinen in sich fest gefügt und statisch. Die Beweglichkeit Arps ersetzt Winter durch das Prinzip des Bauens in zentrierten, eher traditionellen Bildprinzipien. Aus diesem Widerspruch heraus verfolgt Winter den durch Arp inspirierten Weg in die Abstraktion dann auch nicht weiter.

Beim Durchgang durch die Ausstellungsräume wird deutlich, wie Arps Collagen fast kindlichen Befreiungsakten gleichkommen. Sie suggerieren Einfachheit und Beweglichkeit von Einzelelementen. Winter hingegen nimmt einen anderen Ansatz. Seine Arbeiten sind sorgfältig durchkomponiert. Der künstlerische Wille ist in den Vordergrund gerückt. Angeregt von Arps Strukturen überführt Winter diese in klar gegliederte Räume, die er ins Zentrum der Komposition rückt. Arp bevorzugt vordergründige Schichtungen, Winter teils sogar schattierte räumliche Situationen in Anlehnung an den traditionellen Bildbegriff. Winter berücksichtigt die eigentlichen Errungenschaften der Avantgarde nicht. Er sucht das Abbild, das andere Künstler der Autonomie der Kunst bereits geopfert hatten.

Kurz vor seinem Tod 1976 brachte Fritz Winter den Großteil seines Nachlasses in eine Stiftung zur Unterstützung junger Wissenschaftler ein. Die Wissenschaft, nicht die Kunst wollte er gefördert sehen. Auch Kunstwerke wie Gemälde sind für ihn Ergebnisse von Forschungsarbeiten. Sie reflektieren Erkenntnisse über die Natur in einer gebrochenen, abstrakten Form. Bilder der Natur durchleuchten sie. Aus diesem künstlerischen Ansatz heraus hat die Stiftung für den Fritz-Winter-Preis 2008 Olafur Eliasson auserkoren. 1967 als Sohn isländischer Eltern in Kopenhagen geboren, gilt er als einer der bedeutendsten Künstler seiner Generation. Sein Werk spiegelt zwar den Kunstbegriff einer anderen künstlerischen Epoche, doch Ausgangspunkt für ihn sind Formen und Erscheinungen natürlicher Prozesse. Lichtphänomene, Spiegelungen, Kaleidoskope und Wasserfälle sind charakteristische Elemente seiner seit 1992 entstehenden ortsspezifischen Installationen. In ihnen werden neben den Entstehungsbedingungen und energetischen Wirkungsmöglichkeiten auch die Schönheiten des Naturgewaltigen sinnlich erfahrbar. Dabei zielt Eliasson nie auf sinnliche Überwältigung, sondern stets auf den intellektuellen Dialog. Was ist ein Bild, und was ist sein Bezug zur Welt, die wir als Realität bezeichnen? Dies sind essentielle Fragen, die beide Künstler, Fritz Winter wie Olafur Eliasson in gleichem Maße interessieren, jeden auf seine Weise, jeden in seiner Zeit.

Die Ausstellung „Hans-Arp – Fritz Winter. Dialog ohne Begegnung“ ist noch bis zum 12. Mai 2008 in der Pinakothek der Moderne in München zu besichtigen. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro, sonntags nur 1 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museumsshop 19,80 Euro kostet.

Kontakt:

Pinakothek der Moderne

Barer Straße 40

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 23 805 360

E-Mail: info@pinakothek.de

Startseite: www.pinakothek.de



25.04.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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