Alte Pinakothek würdigt Ulrich Loth  |  | Ulrich Loth, Der Evangelist Matthäus | |
Ulrich Loth zählt zu den führenden Malern des 17ten Jahrhunderts in München. Dennoch wurde ihm bisher keine Einzelausstellung gewidmet. Die Alte Pinakothek stellt von heute das Œuvre Ulrich Loths in ganzer Breite vor und möchte diesen zu Unrecht vergessenen Meister der frühbarocken Malerei in Deutschland wieder ins öffentliche Bewusstsein zurückholen. Loth zählt zu den Schülern Peter Candids und war Hofmaler des Kurfürsten Maximilian I. von Bayern. Zur Vervollständigung seiner Ausbildung verbrachte er vier Jahre in Italien, kehrte von dort 1623 als erster deutscher Nachfolger Caravaggios zurück und bestimmte die Neuausrichtung der bislang vom Manierismus geprägten Münchner Hofkunst. Trotz der schweren Zeiten während des Dreißigjährigen Krieges entfaltete Loth eine rege Tätigkeit. 1629 aus dem Hofdienst ausgeschieden, konnte er sowohl für den Hof als auch für den „freien Markt“ arbeiten. So erhielt er zahlreiche Aufträge für Altargemälde, die einen neuen Orientierungspunkt seiner Malerei offenbaren: die hochbarocke Bildkunst Peter Paul Rubens’, die ihm bis zu seinen spätesten Werken Vorbild blieb.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung in der Alten Pinakothek zählt der nach über 200 Jahren erstmalig wieder zusammengeführte, vierteilige, ursprünglich vor 1637 für das Alte Schloss Schleißheim entstandene „Isaak-Zyklus“. Anfang des 19ten Jahrhunderts waren zwei der Gemälde von napoleonischen Truppen nach Frankreich verbracht und nicht wieder zurückgegeben worden. Aus Nancy und Mainz kehren die beiden Werke nun für die Dauer der Schau nach München zurück. Eindrucksvoll erweist sich auch die Präsentation von sechs großformatigen Altarbildern, darunter Loths prachtvolles Hauptwerk, die „Anbetung der Könige“ aus der Münchner Frauenkirche, oder der an Caravaggio orientierte „Tod Mariens“ aus dem Freisinger Mariendom. Zahlreiche Gemälde Loths – monumentale Altarbilder wie caravaggeske Halbfigurenstücke – wurden im Vorfeld der Ausstellung mit großem Aufwand restauriert und können nun seit vielen Jahrzehnten wieder gezeigt werden. Zudem lassen neu aufgefundene Archivalien ein exemplarisches Künstlerleben im München jener Zeit fassbar werden und stellen einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der noch immer wenig beachteten deutschen Malerei des 17ten Jahrhunderts dar.
Die Ausstellung „Ulrich Loth – Zwischen Caravaggio und Rubens“ läuft vom 8. Mai bis zum 7. September. Die Alte Pinakothek ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.
Alte Pinakothek
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