Lynn Davis bei Bernheimer Fine Art Photography  |  | Lynn Davis, Bahá’í Temple, Delhi, 2007 | |
Seit über 20 Jahren bereist Lynn Davis die Welt, um die Schönheit und Erhabenheit großer Bauten mit ihrer Kamera einzufangen. Mit ihrem Aufenthalt in Indien hat die 1944 in Minneapolis geborene Fotografin nun ihr Projekt der Suche nach geometrischen Formen in alten und neuen Architekturmonumenten und in Naturerscheinungen beendet. Eine Auswahl daraus stellt von heute an die Münchner Galerie Bernheimer Fine Art Photography erstmalig in Europa vor, erweitert um Aufnahmen aus Persien und China. Die Bilder aus Indien erzählen von majestätischen Monumenten, die Lynn Davis durch gewagte Perspektiven und originelle Ausschnitte fast ins Abstrakte überführt. Im Chinazyklus schöpft sie ihre Inspiration aus der chinesischen Kunst und Kultur. Neben den Landschaftsaufnahmen begegnet man sowohl religiösen Bauten als auch Denkmälern kaiserlicher Macht. In der Bilderfolge aus Persien verbinden sich weitläufige Wüstenlandschaften mit Detailansichten alter Baudenkmäler im Iran. In den quadratischen, meist schwarzweißen, teils aus getönten Aufnahmen bevorzugt Lynn Davis die frontale Bildeinstellung, die in ihrer geometrischen Anlage die Würde des Sujets unterstreicht. Deutlich wird Lynn Davis’ Sensibilität für die Architektur, Landschaft und Menschheitsgeschichte der fernöstlichen und islamischen Welt.
Nach dem Abschluss am San Francisco Art Institute 1970 ging Lynn Davis bei der Altmeisterin der amerikanischen Stadtfotografie Berenice Abbott in die Lehre. Nebenbei war Davis als freiberufliche Fotojournalistin tätig, was sie allerdings immer strikt von ihren künstlerischen Arbeiten trennte. Ihren Durchbruch feierte sie an der Seite ihres engen Freundes und Kollegen Robert Mapplethorpe, mit dem sie 1979 erstmals im International Center of Photography in New York ausstellte. Bereits in diesen frühen Arbeiten, die noch der Portrait- und Aktfotografie verpflichtet sind, legte Davis den Grundstein für ihre spätere Formensprache. Eine radikale Wende erfuhren die Arbeiten nach ihrer Rückkehr aus Grönland im Jahr 1986. Berauscht von den monumentalen Eisbergen Grönlands verlagerte sich Davis einstige Faszination für die Körperkonturen des Menschen auf die von der Natur geschaffenen Landschaftsformen und anthropogenen Architekturlandschaften. Auf ihren langen Reisen um den Globus legt die Künstlerin seitdem ihren Fokus auf ausgewählte Landschafts- und Architekturmotive. Diese befreit sie von unnötigen Details, die einen unerwünschten Kontext erzeugen würden.
Die Ausstellung „Lynn Davis. Photographs“, die in Zusammenarbeit mit der Galerie Karsten Greve in St. Moritz entstand, läuft vom 9. Mai bis zum 14. Juni. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr.
Bernheimer Fine Art Photography
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