Ufos und Freuds Schachteln in der Bawag Foundation  |  | Susan Hiller, Witness, 2000 | |
Die 1940 in Florida geborene Künstlerin Susan Hiller zeigt unter dem Titel „Outlaw Cowgirl and other Works“ in der Wiener Bawag Foundation Arbeiten der vergangenen anderthalb Jahrzehnte. Unter der repräsentativen Auswahl ist auch die Installation „From the Freud Museum“ aus den frühen 1990er Jahren, die sich der großen Sammlung von Kunst und Antiken, der Bibliothek und dem Londoner Haus des österreichischen Psychoanalytikers Sigmund Freud widmet und eine Serie von spannenden, immer neue Geheimnisse preisgebenden Sammlungsschachteln in einer Vitrine umfasst. Ebenfalls höchst geheimnisvoll gibt sich die Audioinstallation „Witness“ von 2000. In babylonischer Vielsprachigkeit sind darin Berichte über Begegnungen von Menschen mit Ufos zusammengestellt.
Das „J. Street Project“ aus den Jahren 2002 bis 2005 besteht aus Fotografien deutscher Straßen und Plätze, deren Schilder von einer früheren jüdischen Präsenz zeugen. Mit 303 Fotografien und einem Film erzeugt Susan Hiller eine eindringliche Meditation über ein Wort und einen bitteren Abschnitt der deutschen Geschichte. Gern reflektiert die amerikanische Künstlerin, die neben Kunst auch Anthropologie studierte, auf das Unterbewusstsein, auf Träume und Ausnahmezustände, die für sie Auskunft auch über gesellschaftliche Zu- und Notstände geben, damit unverzichtbarer Teil jeder Kultur und nicht etwa belangloser Aberglaube, Einbildungen oder Halluzinationen sind.
Die Ausstellung „Susan Hiller. Outlaw Cowgirl and other Works“ ist bis zum 17. August täglich außer montags zwischen 11 und 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Bawag Foundation
Wiedner Hauptstraße 15
A-1040 Wien
Telefon: +43 (0)1 – 504 98 80 38
Telefax: +43 (0)1 – 504 98 80 39 |