Nairy Baghramian in der Kunsthalle Baden-Baden Einem breiteren Publikum wurde Nairy Baghramian bereits im vergangenen Jahr bekannt, als sie den mit 10.000 Euro dotierten Schering Förderpreis überreicht bekam und mit einer Ausstellung in der Berlinischen Galerie geehrt wurde. Nun ist die 1971 im iranischen Isfahan geborene Künstlerin in der Kunsthalle Baden-Baden zu sehen, wobei man vor allem die minimalistische Spartanik ihrer Installationen bewundern muss, die mit unaufwändigen Mitteln, dem fast gänzlichen Verzicht auf farbliche Betonungen und perfekter Materialbeherrschung große Wirkungen voller Suggestionskraft und formaler Harmonie erzielen. Mitunter lässt sie ganze Räume leer und bespielt nur die Türschwellen mit wenigen Objekten von beinahe kühler Eleganz. Ihr konzeptueller Ansatz beschäftigt sich mit den Themenkreisen Institutionskritik, politische und gesellschaftliche Machtsysteme und Mechanismus des Kunstbetriebs. Einrichtungsgegenstände, Bühnenbilder und Möbeldesign arrangiert Baghramian in neuartiger Weise zu komplexen Ensembles, deren vermeintliche Harmlosigkeit durch Verweise auf eine unter der Oberfläche schlummernde Bedeutung teils subversiv, teils ironisch hintergangen wird.
Die Ausstellung „Nairy Baghramian. The Walker’s Day Off“ läuft vom 17. Mai bis zum 6. Juli. Die Kunsthalle Baden-Baden ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 4 Euro.
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