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Vibrierende Farbflächen und düster-melancholische Todessehnsüchte: Die große Mark Rothko-Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle versammelt mehr als 100 Arbeiten des amerikanischen Ausnahmemalers - vielleicht zum letzten Mal in dieser Fülle

Tragik, Ekstase und Untergang



Genau ein Jahr ist es jetzt her, da sauste bei Sotheby’s in New York der Auktionshammer zum dritten Mal nieder und ein Gemälde des amerikanischen Malers Mark Rothko wechselte zum neuen Rekordpreis von 65 Millionen US-Dollar seinen Besitzer. Wem das Bild heute gehört, darüber rätselt seitdem die Kunstwelt. Der neue Eigentümer jedenfalls soll seine Erwerbung bisher noch nicht abgeholt haben. Wem das Bild zuvor gehörte, aber ist bekannt: dem Milliardär David Rockefeller. Der hatte das 1950 entstandene Gemälde „White Center“ in den 1960er Jahren für 10.000 US-Dollar erstanden und konnte der Versuchung offenbar nicht widerstehen, es nun mit kräftigem Gewinn zu verkaufen. Dieser kleine Exkurs in die Höhen und Tiefen des Kunstmarkts macht deutlich, warum Ausstellungen wie die große Mark Rothko-Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle, die an diesem Wochenende beginnt, in Zukunft wohl kaum noch zu realisieren sein werden. Zu hoch sind mittlerweile die Versicherungskosten, zu gering die Bereitschaft einer neuen Spezies von Kunstspekulanten, die ihr Vermögen mit Hedgefonds oder anderen riskanten Börsengeschäften gemacht hat, ihre Schätze der Öffentlichkeit zu präsentieren.


Die Hamburger Schau, die zuvor in etwas anderer Zusammenstellung in der Münchner Hypo-Kunsthalle zu sehen war, aber versammelt noch einmal rund 100 Gemälde und Arbeiten auf Papier des heute in erster Linie für seine großformatigen Farbflächen bekannten abstrakten Expressionisten. Und sie zeigt mit Beispielen aus allen Werkperioden Rothkos die Entwicklung auf, die seine zu Beginn seiner Karriere keineswegs abstrakte Malerei genommen hat. Der 1903 in Russland geborene Sohn einer jüdischen Apothekerfamilie kam als Zehnjähriger mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten. Nachdem er zunächst mit dem Ziel, Ingenieur zu werden, ein kurzes Universitätsstudium in Yale absolviert hatte, wandte er sich nach seinem Umzug nach New York im Jahr 1923 der Malerei zu. Er malte Landschaften, Akte, Straßenszenen oder Porträts. Alle in einem eher unkonventionellen und flächigen Stil mit sehr dünn aufgetragenen, meist erdig-braunen Farben. In den 1930er Jahren aber beginnt sich Rothko zunehmend für die Welt unterhalb der Stadt zu interessieren: Er steigt in die Tiefen der New Yorker U-Bahnhöfe herab und entdeckt dort die Wände und Decken, die Zugplattformen und die Säulen, die diese unterirdische Parallelwelt zusammenhalten. Eine Welt voller aufeinanderstoßender Farbflächen und Hell-Dunkel-Kontraste, scharf akzentuierter Linien und diffuser Lichtzonen.

Auf seinen „Subway Paintings“ nimmt Mark Rothko vorweg, was später seine klassische Periode ausmachen soll: das beziehungsreiche und symbolgeladene Spiel mit der Fläche, mit sich überlagernden Rechtecken und ausfransenden Linien. Die U-Bahn-Passagiere interessieren ihn wohl nicht besonders. Ihre Gesichter stellt er rein schematisch dar. Nach kleinen Ausflügen in den Surrealismus und Bildern voller mythologischer und biblischer Themen dann der radikale Bruch: Von 1950 bis zu seinem Freitod 1970 malt er fast ausschließlich großformatige Gemälde, die aus mehr oder weniger scharf voneinander abgegrenzten, horizontal übereinander gesetzten Farbflächen bestehen. Vibrierende Farben und flirrende Formen. Bilder, in deren Multidimensionalität sich der Betrachter erst hineinsehen muss, „wie von unsichtbaren Kräften gezogen“, so Rothko. Bilder voller emotionaler Aufladung und fast religiöser Anmut, voller scheinbarer Harmonien und harter Kontraste.

Dass seine Bilder aufs breite Publikum so friedlich und harmonisch wirken, wunderte Rothko. Für ihn stellten sie „ein einziges Zerreißen“ dar, „aus der Gewalt heraus geboren“. „Tragik, Ekstase und Untergang“, das waren die Themen, die er auf die Leinwand bringen wollte. Die letzte große Werkgruppe, die „Blackform“ und „Black on Gray Paintings“ kommen denn auch in nihilistischen Schwarztönen daher. Die letzten zehn Jahre seines Schaffens verzichtete der unter schweren Depressionen leidende Nietzsche-Fan Rothko nahezu ganz auf Farbe.

Das Museum aber schien ihm eigentlich gar nicht der rechte Ort zu sein, um der Aura seiner Bilder wirklich ganz nahe zu kommen. Rothko schwebte etwas ganz anderes vor: „Es wäre gut, wenn überall im Lande Orte eingerichtet werden könnten, ähnlich wie kleine Kapellen, in denen ein Reisender oder Wanderer eine Zeitlang über ein einziges in einem kleinen Raum hängendes Bild meditieren könnte.“

Die Ausstellung „Mark Rothko – Die Retrospektive“ läuft vom 16. Mai bis zum 24. August in der Galerie der Gegenwart. Die Hamburger Kunsthalle hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der 220seitige Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen und kostet 29 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



16.05.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


16.05.2008, Mark Rothko. Retrospektive

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Interaktion mit Farbe

Künstler:


Mark Rothko










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