Hubert Berke in Münster  |  | Hubert Berke, Ohne Titel (Selbstbildnis), 1934 | |
Den 100sten Geburtstag von Hubert Berke in diesem Jahr nehmen mehrere deutsche Museen zum Anlass für Präsentationen seines Werkes. Das westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte ehrt mit seiner Ausstellung zugleich den Träger des Konrad-von-Soest-Preises des Jahres 1962. Die Schau in Münster konzentriert sich auf die frühen Werke des 1908 im westfälischen Buer, heute Gelsenkirchen, geborenen Malers, Grafikers und Bildhauers. In den rund 80 hintergründigen wie beunruhigenden Zeichnungen und Aquarellen, die größtenteils während der Zeit des Nationalsozialismus entstanden, erprobt Hubert Berke experimentelle künstlerische Ausdrucksformen. Es sind kleine, nervöse, chaotische Blätter, in denen sich Surrealistisch-Gespenstisches mit fließend-wirbelnden Auflösungen figürlicher Formen verbindet und durchaus etwas vom damaligen Zeitgeschehen vermittelt, das Berke als zugleich bedrohlich und grotesk empfand. Noch in den 1940er Jahren entwickelte Berke eine eigene Frühform des Informel. Daneben hielt er sich mit offiziellen illustrativen Arbeiten und grafischen Gestaltungen über Wasser.
Seine Ausbildung erhielt Hubert Berke bei den Expressionisten Wilhelm Worringer und Fritz Burmann, aber auch bei dem Bauhäusler Paul Klee als einer seiner letzten Schüler an der Kunstakademie Düsseldorf. Als Klee 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzt wurde und sich in die Schweiz begab, verließ auch Hubert Berke die Akademie und setzte 1934 kurzzeitig seine Studien bei Heinrich Nauen fort. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Wegbereitern der deutschen Kunst und schon 1947 zusammen mit den Malern Hann Trier, Joseph Fassbender, Georg Meistermann und Eugen Batz zu den Begründern der „Alfterer Donnerstagsgesellschaft“, einer der frühen künstlerischen Zusammenschlüsse im rheinischen Nachkriegsdeutschland. Zudem war Berke Mitglied in den wichtigsten künstlerischen Vereinigungen der jungen Bundesrepublik: im Deutschen Künstlerbund, der Neuen Rheinischen Sezession, der Gruppe Junger Westen, der Münchner Neuen Gruppe und der Gruppe Zen 49.
Die Ausstellung „Hubert Berke – Masken im Sumpf. Werke der 30er und 40er Jahre“ ist bis zum 17. August zu sehen. Das westfälische Landesmuseum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,80 Euro. In Kooperation aller beteiligten Ausstellungshäuser erscheint zudem die Publikation „Hubert Berke 1908-1979“ im Dumont-Verlag für 20 Euro.
Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Domplatz 10
D-48143 Münster
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