Friedrich Kiesler-Preis an Toyo Ito  |  | Toyo Ito, 2004 | |
Der japanische Architekt Toyo Ito erhält den Friedrich Kiesler-Preis 2008. Die international besetzte Jury ehrt mit der Auszeichnung für Kunst und Architektur den 1941 in Keijo, dem heutigen Seoul, geborenen Architekten, der „ungeachtet vorherrschender Modeströmungen grundlegende architektonische Fragestellungen hinsichtlich ihrer soziokulturellen Wirkungsweisen verfolgt“. In den 1980er Jahren feierte Toyo Itos Architektur „durch konzeptionelle Leichtigkeit, die sowohl Konstruktion, Material und Farbgebung betrifft, das nomadische Leben und die Mediatisierung unserer Welt“, heißt es in der Mitteilung der Wiener Kiesler-Stiftung weiter. Seit den 1990er Jahren stelle sich Toyo Ito der „Herausforderung, eine neue Verbindung zwischen Architektur und Natur, jenseits modernistischer Konzepte, zu schaffen“.
Toyo Ito studierte bis 1965 Architektur an der Universität Tokio und arbeitete zunächst für das Büro „Kiyonori Kikutake Architect and Associate“. 1971 gründete er dann sein eigenes Büro unter dem Namen „Urban Robot“ in Tokio. Später benannte er es in „Toyo Ito & Associates, Architects“ um. Zu Beginn seiner Karriere entwarf Ito zahlreiche Privathäuser. Ito machte sich bald einen Namen als konzeptioneller Architekt, der die physische und virtuelle Welt ineinander verschmelzen lässt. Mit dem Projekt „Pao for the Tokyo Nomad Girl“ von 1985 entwarf er eine Vision des modernen urbanen Nomaden. Bauten realisierte er etwa in Tokio, Singapur, Taiwan, Frankfurt am Main und London.
Der Friedrich Kiesler-Preis geht auf den Designer, Bühnenbildner und Architekten Friedrich Kiesler (1890-1965) zurück. Mit dem Preisgeld von 55.000 Euro ist er die höchstdotierte Auszeichnung für Architektur und Kunst in Österreich. Er wird seit 1998 alle zwei Jahre alternierend von der Republik Österreich und der Stadt Wien für hervorragende Leistungen im Bereich der Architektur und der Künste vergeben, die den experimentellen und innovativen Auffassungen Kieslers und seiner Theorie der „correlated arts“ entsprechen und jenem grenzüberschreitenden Denken folgen, das die etablierten Disziplinen der Architektur und der Künste verbindet. Bisherige Preisträger waren 1998 Frank O. Gehry, 2000 Judith Barry, 2002 Cedric Price, 2004 das New Yorker Büro „Asymptote“ von Hani Rashid und Lise Anne Couture sowie 2006 Olafur Eliasson. Die Verleihung an Toyo Ito findet am 16. Oktober statt und wird von der Ausstellung „Toyo Ito - Fluid Space“ begleitet. |