Gerhard Mantz in der Galerie DAM Berlin  |  | Gerhard Mantz, Außer Atem, 2003 | |
Seine Bilder tragen dramatische Titel wie „Die Verwirrung Nr. 5“, „Rachsüchtiger Ansturm“, „Die Kraft der Hingabe“ oder „The Left Hand of Darkness“, aber es ist wohl nicht unfreundlich zu behaupten, dass ein bekannter Softwarehersteller solche oder so ähnliche Bilder als Bildschirmhintergrund für den eigenen PC mitliefert. Denn die Bilder von glühend roten Wolken, dramatisch aufgeschäumten Meeren oder aus unheimlichen Perspektiven wahrgenommenen Urwäldern entwirft auch der Berliner Künstler Gerhard Mantz nirgendwo anders als auf seinem Computer, um sie anschließend in verschiedenen Größen ausdrucken zu lassen. Eine Auswahl von Großformaten zeigt derzeit die Berliner Galerie DAM in einer Ausstellung und nebenbei auch eine neue Animation Mantz’ ebenfalls zum Thema Wolken. Wichtig ist dem 1950 in Neu-Ulm geborenen Künstler, der 1970 bis 1975 an der Kunstakademie in Karlsruhe studierte und Stipendien unter anderem der Kunststiftung Baden-Württemberg und des Künstlerhauses Bethanien Berlin erhielt, die Menschenleere seiner Pseudolandschaften. Auch wenn er sich auf den Romantiker Caspar David Friedrich bezieht, so verzichtet er doch auf dessen Rückenfigur: Den Ertrinkenden, der noch im letzten Augenblick die Schönheit des unendlichen Meeres erblickt, oder den Fliegenden, der sich in die traumhaft-unwirkliche, jenseitige Welt der nie erreichbar scheinenden Wolken begibt, vertreten wir als Betrachter.
Die Ausstellung „Die Entfernung von den Dingen. Gerhard Mantz“ läuft bis zum 20. September. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag zwischen 12 und 18 Uhr, Samstag bis 16 Uhr.
DAM Berlin
Tucholskystr. 37
D-10117 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 28 09 81 35 |