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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel, Kunsthandwerk und Asiatika zum 50sten bei Koller

Reigen der großen und kleinen Ebenisten fürs Jubiläum



 Großherzogliche Steinschneidemanufaktur Florenz, Botteghe Granducali, Kabinett mit Wappen Maximilian II. Emanuel, Florenz um 1720

Großherzogliche Steinschneidemanufaktur Florenz, Botteghe Granducali, Kabinett mit Wappen Maximilian II. Emanuel, Florenz um 1720

Koller feiert. Das Zürcher Auktionshaus, gegründet 1958 von Pierre Koller und als kleine Galerie zunächst spezialisiert auf Pferdestiche, hat sich inzwischen zu einem der, wenn nicht dem bedeutendsten Einrichtungshaus auf dem deutschsprachigen Kunstmarkt entwickelt und beweist dies auch mit den Möbeln und Einrichtungsgegenständen am 18. September. Unter den rund 450 Losen ist wieder eine Reihe hochkarätiger Stücke jenseits der 100.000er-Marke mit einigen dramaturgisch gewohnt effektvoll platzierten Kommoden, Uhren, Schreibtischen oder Sekretären gegen Mitte der Auktion. Zunächst geht es los mit einigen Stücken des 17ten und frühen 18ten Jahrhunderts, allen voran einem Kabinett mit Pietra Dura-Platten, das eindrucksvoll die weitgespannten Ambitionen des Bayernfürsten Maximilian II. Emanuel illustriert. Dieser, der sich im Spanischen Erbfolgekrieg verspekuliert hatte und dennoch zu den großen Kunstförderern seiner Zeit gehörte, musste nicht nur die Schlösser in Nymphenburg und Schleißheim ausstatten. Vorliegendes Exemplar, das sich bisher in einer römischen Privatsammlung befand, mag besonders die zeittypische Lust am Fremdartigen befriedigt haben. Entstanden ist das Kabinett um 1720 in der Botteghe Granducali in Florenz (Taxe 140.000 bis 180.000 SFR).


Hervorzuheben ist ferner eine Gemeinschaftsarbeit von Ferdinand Hundt und Johann Wolfgang van der Auvera, die zu den bedeutendsten Ausstattungskünstlern der Würzburger Residenz im Rokoko gehörten und zum Weltruhm dieses seinerzeit hochgeschätzten Unternehmens beitrugen. Ihre technische Fertigkeit, ihr sprühender Geist und die schier unerschöpfliche Erfindungsgabe im Dekorativen zeigt eine ihnen zugeschriebene rotgefasste und teilvergoldete Kommode von 1735/40, die Koller für 160.000 bis 260.000 Franken anbietet. Noch einige weitere weniger bekannte Namen tauchen auf, darunter der Berner Meister Matthäus Funk mit einer unaufdringlichen Kommode des Louis XV um 1760 (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR) und Nicolas Sageot, seit 1706 Meister in Paris, der um 1710 eine Bibliotheksvitrine in der bekannten Boulle-Technik arbeitete (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR).

Ein Bureau plat in der Art Noël Gérards von etwa 1720/30 leuchtet in vergoldeten Bronzen auf schwarzem Grund (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR). Jean-Pierre Latz gehörte um 1750/60 zu denen, die den Anspruch auf florale Dekore erfüllten, so in einer Kommode für 80.000 bis 140.000 Franken. Chinoiserien zeigt dagegen sein rot lackiertes Damenbureau wenig früher, das mit einem Schätzpreis von 300.000 bis 500.000 Franken nun etwas günstiger als vor zehn Monaten zu haben ist, aber immer noch zu den teuersten Stücken der Auktion gehört. Erschwinglicher fallen Objekte weniger bekannter Meister aus, etwa Louis Foureaus Kommode im „goût chinois“ mit goldenen Pagodenlandschaften auf schwarzem Grund um 1760 (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR) oder der Schreibtisch Etienne Meuniers, auf dem Blumen prangen und der dementsprechend ebenfalls um 1760 datiert werden kann (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Ein schlichterer Schreibtisch Jacques Dubois’ ergänzt die Reihe der diesmal nicht exzeptionellen, für das hohe Niveau bei Koller aber repräsentativen Rokokoofferte (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR).

Bereits dem frühen Klassizismus gehören eine Kommode mit Instrumenten und Blumen des vermutlich aus Deutschland stammenden Martin Ohneberg (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), ein kleineres Exemplar mit schachbrettartigem Muster von Jacques-Laurent Cosson (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR), zwei ausladende Marquisen Jean-Pierre Boulards (Taxe 160.000 bis 260.000 SFR) und die nach Entwürfen Georges Jacobs angefertigten und mit original erhaltenen Bezügen aus der Manufacture de Beauvais in Paris versehenen elf Sitzmöbel vom ausgehenden 18ten Jahrhundert, die diesmal etwas kräftiger auf 190.000 bis 290.000 Franken reduziert wurden. Letzterer ist zudem mit einem schlichten Bureau plat um 1780 bei 50.000 bis 80.000 Franken vertreten.

Empire zeigen eine Kommode mit ägyptischen Anklängen der Brüder Georges II. und François Honoré Georges Jacob-Desmalter von circa 1800/03 (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR), eine Alexandre Régnier zugeschriebene Konsole für 60.000 bis 100.000 Franken und ein Schreibtisch auf Löwentatzen vermutlich von Bernard Molitor aus der Zeit um 1810/20 (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). Selten trifft man auf die komplette Folge der Bildtapete „Amor und Psyche“, die in der Pariser Manufaktur des bedeutenden Tapetenherstellers Joseph Dufour in Grisailledruck zu Beginn zu Beginn des 19ten Jahrhunderts entstand. Für die zwölf Szenen aus der griechischen Mythologie verlangt Koller daher auch 40.000 bis 70.000 Franken.

Wie gewohnt prunkvoll kommen auch die Uhren daher. Den Anfang macht noch ein schlichteres Werk der Renaissance. Christof Pleig, der zwischen 1575 und 1625 in Ulm nachweisbar ist, hat die bemalte astronomische Tischuhr geschaffen (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). „Aux Amours“ ist die von Robert Osmond mit einem Werk Daniel Vauchez’ um 1775/85 bezeichnet, „Au Lion“, weil von einem Löwen getragen, eine Arbeit von Jean-Joseph de Saint-Germain und Jean Gabriel Imbert aus wenig früheren Jahren (Taxen je 150.000 bis 250.000 SFR). Zu den besonderen Höhepunkten gehört ferner ein Globus von Louis Charles Desnos mit der Datierung 1782 und einer ganzen Reihe wissenschaftlicher Instrumente zur Bestimmung astronomischer Angaben. 250.000 bis 450.000 Franken werden für das vor allem in technischer Hinsicht beeindruckende Kleinod verlangt. Natürlich sind auch Pierre Philippe Thomires prächtige Girandolen wieder mit von der Partie (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Im Gegensatz zur vergangenen Auktion relativ zurückhaltend ist diesmal das Angebot an historistischen Nachschöpfungen. Herausragendstes Stück ist hier die sagenhaft virtuose Kommode François Linkes von etwa 1890/1900 nach einem 1739 zu datierenden Vorbild von Antoine-Robert Gaudreaux (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR).

Dafür häufen sich in der zweiten Auktionshälfte die alten Bekannten, die bei vergangenen Versteigerungen erst einmal gescheitert sind. Dazu gehören Jean-Baptiste Youfs kraftvolle Empire-Konsole nach Zeichnungen Giovanni Battista Piranesis (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR) und ein statisch fast gewagter Mitteltisch auf dünnen Stützen von Alexandre-Louis Bellangé der Restaurationszeit, der mit 500.000 bis 900.000 Franken jedenfalls preislich den Gipfel der Auktion markiert. Vor zwei Jahren trieb ihn ein amerikanischer Sammler bei Koller von einem 200.000 Franken auf 950.000 Franken hoch, jetzt stößt er ihn schon wieder für mindestens 500.000 Franken ab. Auch Niccolò Bazzantis große Bronzefigur einer orientalischen Kamelreiterin schreitet um die Hälfte reduziert bei 200.000 bis 400.000 Franken ein weiteres Mal in den Auktionssaal. Neu ist dagegen eine stattliche Folge russischer Produkte in glänzendem Malachit, worunter besonders ein Stutzflügel des frühen 20sten Jahrhundert herausragt. Echte Liebhaber sind sicher bereit, mehr auszugeben als die anvisierten 50.000 bis 90.000 Franken.

Schon im Möbelkatalog finden sich manche Pretiosen, wie ein bronzenes Girandolenpaar aus Paris um 1750/60, das mit Figuren und Blüten aus Meißen und Vincennes geschmückt ist (28.000 bis 48.000 SFR), oder als Kunstkammerobjekt eine Dresdner Achatschatulle mit Mohren um 1700/20, die Johann Melchior Dinglinger zugeschrieben wird (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR), bevor zum Jubiläum diesmal ein separater Katalog für Porzellan, Fayencen und Silber aufgelegt wurde. Hier können sich Sammler bereits am 15. September bedienen. Zumindest im Porzellan kann sich Koller noch immer an der Spitze des Angebots im deutschsprachigen Raum halten. Erster Höhepunkt ist eine Meißner Augustus Rex-Vase von etwa 1730/35 mit reichem Vogel- und Blumendekor (Taxe 60.000 bis 70.000 SFR).

Die namentlich bekannten Maler der Meißner Manufaktur oder auch aus Augsburg, wie auf einer Teekanne mit Deckel und Bemalung in Goldchinoiserien von Abraham Seuter, verewigten ihre Kunst auf Kannen und Dosen für bis zu 26.000 Franken. Unter den Entwerfern figürlicher Arbeiten ragt erwartungsgemäß Johann Joachim Kändler hervor mit einem um 1744 hergestellten Ensemble aus Kavalier und Dame, die vielleicht August III. und Maria Josepha Erzherzogin von Österreich vorstellen sollen (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Friedrich Elias Meyers Lautenspielerin von etwa 1757 folgt erst bei 24.000 bis 26.000 Franken. Teuer wird es dann erst wieder mit einer stattlichen Reihe Pariser Empire-Vasen des frühen 19ten Jahrhunderts für bis zu 50.000 Franken.

Über einige Fayencen wie eine türkische Iznik-Platte von etwa 1575 (Taxe 18.000 bis 30.000 SFR) und zwei Ansbacher Imari-Deckelvasen aus der Zeit um 1720 (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR) geht es zu rund hundert Silberarbeiten, unter denen ein Paar Kerzenstöcke Michel Letailleurs aus Poitiers um 1754/55 und sechs klassizistisch schwere Exemplare gleichen Zwecks der Basler Werkstatt von Johann Friedrich Burckhardt besonders herausragen (Taxen je 8.000 bis 12.000 SFR). Höhepunkt ist allerdings einmal mehr eine Pariser Deckelterrine um 1805, die Martin Guillaume Biennais im Auftrag Napoleons als Geschenk für dessen Schwester Pauline Bonaparte geschaffen hat. Mit 50.000 bis 100.000 Franken steht sie bei weitem Abstand an der Spitze. Asiatika bilden am 30. September den vorläufigen Abschluss der großen Auktionen zum Jubiläum. Fast 600 Arbeiten stehen hier zur Disposition, so viele wie selten auf dem Markt. Die Schätzpreise reichen zum Teil weit in die Fünfstelligkeit hinein, Favorit ist ein rund einen Meter hohes Räuchergefäß aus Bronze der chinesischen Qianlong-Zeit des 18ten Jahrhunderts für 40.000 bis 60.000 Franken.

Die Auktionsfolge startet am 15. September mit Silber, Porzellan und den Fayencen. Am 18. September stehen die Möbel, Einrichtungsgegenstände und Teppiche auf dem Programm, am 30. September die Asiatika. Die Vorbesichtigung findet bis zum 14. September täglich von 10 bis 19 Uhr statt, für die Asiatika vom 25. bis 28. September von 10 bis 18 Uhr.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



10.09.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Matthäus Funk, Kommode, Bern um 1760

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Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

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Jean-Pierre Latz, Kommode, Paris um 1750/60

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Räuchergefäß, China, Qianlong-Periode (1736-1796)

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