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Alain Clément in der Augsburger Galerie Noah

Abstrakter Fels in der kommerziellen Brandung



Kaum einer scheint es zu wissen: Seit einigen Jahren beherbergt die alte Handelsstadt Augsburg nicht mehr nur ein beachtliches Sammelsurium an Museen und Ausstellungshäusern zur alten Kunst, sondern, fußläufig wenig mehr als zehn Minuten östlich des Zentrums auf einer noch etwas unbelebten Brachfläche an einer neugebauten Umgehungsschnellstraße, auch ein Zentrum für moderne und zeitgenössische Kunst, das sich nicht zu verstecken braucht vor den Häusern anderer großer Städte. Erbaut in den Jahren 1909 nach Plänen des Stuttgarter Architekten Philipp J. Manz im Auftrag „Mechanischen Baumwoll-Spinnerei und Weberei Augsburg“, gehört der riesige „Glaspalast“ samt Nebengebäuden und 75 hohem Kamin bereits zu den herausragenden Industriedenkmalen der Fuggerstadt. Seitdem der Unternehmer Ignaz Walter den inzwischen verfallenen Komplex 1999 gekauft und saniert hat, beherbergt er zudem nicht nur seine eigene Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, sondern in Form der Staatsgalerie für Moderne Kunst auch noch eine Dépendence der Pinakothek der Moderne München, das „H2“ – Zentrum für Gegenwartskunst“, ein Projekt der städtischen Kunstsammlungen und Museen Augsburg, sowie die Galerie Noah, die mit ansprechenden Wechselausstellungen auf sich aufmerksam macht.


Doch nur wenige, für soviel Angebot eigentlich viel zu wenige Neugierige verirren sich an die neue Amgasaki-Allee. Man kann freilich trefflich streiten über die Präsentation im Kunstmuseum Walter, das – zum Verdruss zahlreicher Besucher – mehr einem vollgestopftem Depot gleicht als einem didaktisch und logisch klug aufgebauten Museum und neben Erstklassigem von Jörg Immendorff, Gerhard Richter, Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Rainer Fetting, Werner Tübke, Bernhard Heisig sowie einigen wenigen Älteren wie Erich Heckel und Hermann Max Pechstein auch viel Kitsch und Ramsch versammelt, den man tatsächlich besser im Depot gelassen hätte. Auch mit der Vermarktung scheint es noch erheblich zu hapern, was vielleicht aus einem etwas gestörten Verhältnis des Sammlers zu seinen Kooperationspartnern aus Stadt und Staat resultiert: Die Politik des Mäzens hat seinerzeit während der Entstehung des Projekts die lokalen Gemüter zum Teil heftig erhitzen lassen und war vielleicht tatsächlich nicht immer so einwandfrei, wie man sich das gerne wünschte.

Ein Besuch des Glaspalastes lohnt sich jedoch, und sei es auch nur für eine der Wechselausstellungen in der Galerie Noah. Dort setzt man je nach internationaler Lage gelegentlich auf die Abstrakten und präsentierte vor drei Jahren den deutschen Maler und Bildhauer Günther Förg. Derzeit ist der Franzose Alain Clément zu sehen – in dem weitgehend von deutschen Künstlern dominierten Umfeld also eine internationalere Note. Gezeigt werden „Bilder und Skulpturen aus 15 Jahren“ des 1941 in Neuilly-sur-Seine bei Paris geborenen Künstlers. Nach einem autodidaktischen Kunststudium 1960 entschied sich Clément für eine geregeltere Ausbildung und studierte zumindest ein Jahr im „Atelier 17“ in Paris unter der Leitung von Stanley William Hayter mit dem Schwerpunkt Druckgrafik. Seit 1962 lebt er als freischaffender Künstler und hatte seine erste große Einzelausstellung 1977 im Musée Fabre in Montpellier, in Deutschland erstmals 1984 in der Neuen Galerie – Sammlung Ludwig in Aachen. In Deutschland wird er von der Galerie Orangerie-Reinz in Köln vertreten, wo er auch dieses Jahr schon eine Ausstellung mit Katalog hatte.

Zu großer Berühmtheit und in die erste Riege der internationalen Stars hat es Alain Clément indes nicht gebracht, seinen Namen sucht man vergeblich in wichitgen Ausstellungen und Auktionen in London und New York. Seine Kunst offenbart dennoch eine interessante eigenständige Position innerhalb der abstrakten Malerei. Wer den großen Saal der ehemaligen Fertigungshalle im ersten Stock des Glaspalastes betritt, sieht sich konfrontiert mit zum Teil mannshohen Bildern, auf denen kraftvolle Farbbalken gleichsam gegen ihre eigene Monumentalität ankämpfen. Denn es ist fast ein Widerspruch, diese glänzenden, sprühenden, auch auf schreiendes Pink oder Rot nicht verzichtenden Pinselbahnen streng eingeschränkt zu sehen auf meist horizontale oder kurvig eingefaltete Formen, die sich teilweise über die ganze Bildfläche erstrecken.

Die Mehrzahl der Bilder stammt aus den vergangenen fünf Jahren. Nur einige ältere Arbeiten haben sich darunter verirrt, so eine Serie von fünf relativ kleinen Bildern der Jahre 1993 bis 1999, die sich durch ihre weniger straffe, schraffierende Maloberfläche und hellere Farben kennzeichnen. Sie erinnern ein bisschen an die frühen abstrakten Werke des deutschen Expressionismus, eines Alexej von Jawlensky etwa, und es verwundert nicht, dass Clément selber diese Künstler als eine seiner wichtigsten Inspirationsquelle benennt. Eugène Delacroix, Claude Monet, Henri Matisse, Fernand Léger, Willem de Kooning, ja selbst alte Meister wie Tintoretto oder Nicolas Poussin zählt er weiterhin auf – in allen Fällen wird es ihm um die Farbe gegangen sein, die auch bei ihm weit über der Form im Mittelpunkt steht.

Robert Indiana wird er ebenfalls im Hinterkopf gehabt haben: Ihn und seine Kollegen der Pop Art hat er mit manchen seiner zum Teil grellen Produkte der jüngsten Vergangenheit sozusagen in die Abstraktion überführt. Serge Poliakoff folgt er teils so eng in Form und Farbe, dass er nur wenig an einer Adaption vorbeischrammt. Trotz aller Farbenpracht ist Alain Clément jedoch ein stiller Künstler, vergleichbar etwa den Zeitgenossen Ellsworth Kelly oder Imi Knoebel. Nicht ganz so streng wie diese, verlässt er gleichwohl nicht sein Terrain und bleibt ein Maler durchaus klassischen Zuschnitts. Vielleicht ist das sein Hindernis, das ihm den Weg zur schrillen Szene unserer Tage versperrt – vielleicht ist es aber auch sein Glück, da nicht mitmachen zu müssen. So erscheint er als einer der Felsen in der Brandung, die sich von den kommerziellen Strömungen des Marktes nicht einfach so mitreißen lassen.

Erst seit rund zehn Jahren beschäftigt sich Alain Clément mit der Skulptur. Herausgekommen sind Werke, die seine malerischen Ideen einfach in der Dreidimensionalität weiterführen. Möglicherweise liegt es an den begrenzten technischen Möglichkeiten oder an der Tatsache, dass einem diese gemalten Stahlkonstrukte im freien Raum oder als Reliefs an der Wand irgendwie doch schon zu bekannt vorkommen, jedenfalls erreichen sie nicht die atmosphärische Qualität und unmittelbare Wirkung der Bilder.

Alain Cléments Werke tragen keine Titel, sondern lediglich Nummern. Am höchsten sind die Preise für die Skulpturen, sie liegen für eine große Raumskulptur von rund 240 Zentimetern Höhe bei bis zu 45.000 Euro, kleinere Objekte gibt es ab 9.000 Euro. Teuerstes Gemälde ist die 220 mal 200 Zentimeter große Ölnummer „03 JA 3 P“ aus dem Jahr 2003, prominent gegenüber dem Eingangsbereich der Galerie in der Wandmitte aufgehängt. Die auch mit einer gewissen tiefenräumlichen Dimension übereinander gestaffelten Balken in Rot, Weiß, Blau und Grau stehen für 19.500 Euro zur Disposition. Kleinere Gouachen auf Papier sind schon ab 2.500 Euro zu haben.

Die Ausstellung „Alain Clément – Bilder und Skulpturen aus 15 Jahren“ ist noch bis zum 5. Oktober zu sehen. Die Galerie Noah dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Kontakt:

Galerie Noah

Im Glaspalast 1

DE-86153 Augsburg

Telefon:+49 (0821) 815 11 63

Telefax:+49 (0821) 815 11 64



24.09.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Variabilder:

in der Ausstellung „Alain Clément – Bilder und Skulpturen aus 15 Jahren“
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in der Ausstellung „Alain Clément – Bilder und Skulpturen aus 15 Jahren“
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Künstler:

Alain Clément







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