Rückriem gibt sein Archiv an die Ruhr-Uni Die Ruhr-Universität Bochum erhält das Archiv von Ulrich Rückriem. Anlässlich seines 70ten Geburtstages am 30. September übergibt der renommierte Bildhauer die einmalige Materialfülle zur Skulpturenkunst offiziell in den Besitz der dortigen Kunstsammlungen. Zu den umfangreichen Beständen gehören Handzeichnungen, Mappenwerken und Installationsskizzen, die die klare Formsprache der steinernen Kuben, Stelen, Scheiben und Reliefs, wie auch den bildhauerischen Schaffensprozess veranschaulichen. Das Herzstück des Archivs bilden rund zwanzig Modelle, die die raumbildenden Tendenzen im Werk von Ulrich Rückriem vor Augen führen. Solche Modelle haben in den letzten Jahren für ihn besonders bei der Konzeption großer Skulpturengruppen an Bedeutung gewonnen.
Das nun in Bochum versammelte Material macht es möglich, die Bezüge zwischen skulpturalen und grafischen Arbeiten zu verfolgen. Das Verhältnis zwischen Ideenskizze, Ausführung und stellvertretendem Modell oder Zeichnung ist dabei nicht linear. Schon seit seinen ersten „Autonomen Graphitzeichnungen“ Ende der 1970er Jahre begreift Ulrich Rückriem die Zeichnung nicht allein als ein Medium des Entwurfs oder der nachträglichen Dokumentation seiner Steine, sondern als eine eigenständige Werkform. Zum 1. Oktober übernimmt Dorothee Böhm aus Hamburg die Leitung des Archivs, das zum kommenden Wintersemester bereits die Lehre des Kunstgeschichtlichen Instituts und die Ausstellung der universitätseigenen Kunstsammlungen bereichern soll. Zudem wird Ulrich Rückriem eine Wandarbeit aus der Reihe „Großer Vogel“ auf dem Bochumer Campus realisieren und damit das Kunst am Bau-Programm der Ruhr-Universität mit Werken von Josef Albers, Victor Vasarely, Erwin Heerich und Günter Fruhtrunk ergänzen. |