Dresden zeigt Emailmalerei aus Limoges  |  | Henkelkanne mit dem Triumphzug der Diana, Limoges, letztes Viertel des 16. Jahrhunderts | |
Seit dem Wochenende macht eine kleine Kabinettausstellung im Dresdener Grünen Gewölbe auf das „Maleremail“ aus Limoges aufmerksam und versammelt dazu 15 Stücke aus der eigenen Sammlung sowie 25 Kupferstiche und Holzschnitte aus dem Kupferstich-Kabinett, die den Künstlern in Limoges als Vorlagen dienten, darunter das „Babylonische Weib“ aus Albrecht Dürers berühmter Holzschnitt¬folge der „Apokalypse“. Schon im Mittelalter etablierte sich die südwestfranzösische Stadt Limoges als blühendes Zentrum der Emailkunst. In der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts ent¬wickelten die dortigen Meister das komplizierte Verfahren des „Maleremails“, das aus Gründen der Geheimhaltung auf die Limousiner Werkstätten beschränkt blieb. Die auf diese Weise entstandenen Bildtafeln und repräsentativen Gefäße avancierten im 16ten Jahrhundert zu begehrten Sammelobjekten einer adligen Kundschaft.
Noch im 18ten Jahrhundert war die Faszination dieser Schaustücke „so höher als Gold geschätzet“ ungebrochen. Auch August der Starke und später der kunstsinnige Graf von Brühl zählten zu den eifrigen Sammlern derartiger Prunkgefäße, so dass sich im Bestand des Grünen Gewölbes heute noch 28 Arbeiten befinden. Ihr kunstvoller Bildschmuck verbindet Motive aus der antiken Mythologie und dem Alten Testament mit fantasievollen Grotesken. Zudem zeigen manche Arbeiten eine antipäpstliche Bildpolemik, die in der Ausstellung einer illustrierten Luther-Bibel der Cranach-Werkstatt von 1522 aus der Sächsischen Landesbibliothek gegenüber gestellt wird. So vermitteln die dekorativen Werke einen Eindruck vom aristokratischen Lebensgefühl der Renaissance.
Die Ausstellung „…so höher als Gold geschätzet – Das Maleremail aus Limoges und die Druckgraphik der Renaissance“ ist bis zum 18. Januar 2009 im Sponsel-Raum des Dresdener Residenzschlosses zu sehen. Das Neue Grüne Gewölbe hat täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Im Deutschen Kunstverlag erscheint ein Bestandskatalog zu allen 28 Maleremails des Grünen Gewölbes für 29,90 Euro.
Grünes Gewölbe – Residenzschloss
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