Vorerst letzte Ausstellung von Hans Mayer vereint drei Bill-Generationen  |  | in der Ausstellung „Max Bill, Jakob Bill, David Bill“ | |
Seit 38 Jahren ist sie eine der wichtigsten Adressen im deutschen Kunsthandel, die Düsseldorfer Galerie Hans Mayer am Grabbeplatz, direkt benachbart der Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Da das markante Eckhaus nun abgerissen wird, muss auch Hans Mayer schließen und seine 1970 von Max Bill konzipierten Galerieräume aufgeben. An alter Stelle wird für den Sommer 2010 die Wiedereröffnung avisiert. Zum Abschied zeigt der Inhaber das Naheliegende: Arbeiten von Max Bill, vereint mit Werken der zwei nachfolgenden Generationen. Der Senior Max ist mit zehn quadratischen, schachbrettartig in Flächen unterteilten Ölbildern aus den 1960er Jahren vertreten, ergänzt von einem großformatigen blauen, auf dem Kopf stehenden Quadrat, dessen Ecken grün akzentuiert sind. Der Reiz der Bilder liegt in den gesättigten, unvergleichlich wohlklingend und melodiös kombinierten Formationen.
Max’ Sohn Jakob Bill steuert der unverkäuflichen Auswahl seines Vaters 15 größere hochrechteckige Ölbilder aus den letzten drei Jahren bei, deren abstrakte Streifenkompositionen in ihren farblichen Fassungen die väterlichen Vorgaben in eine weniger ernste, über Modulationen innerhalb der Felder auflockernde Fassungen erweitern. Der Enkel des großen Meisters und Jakobs Sohn David Bill ist gelernter Schmied. So nimmt es nicht Wunder, dass der ebenfalls künstlerisch begabte Spross mit sieben schwarzweiß lackierten Stahlplastiken aufwartet. Die konstruktiven Kuben zeichnen sich durch farblich akzentuierte positiv-negative Aussparungen aus, deren kantig gebrochenen Felderungen innerhalb eines klar umrissenen Korsetts Bewegungen evozieren. All diese Werke gehen zusammen mit dem größten Exponat der Präsentation, den von Max Bill gestalteten Raumeinheiten, eine Symbiose ein, als ob die Raumarchitektur extra für diese Ausstellung kreiert worden wäre.
Max Bill war der erste Künstler, mit dem der 1940 im Schwäbischen geborene Hans Mayer seine Galeristentätigkeit 1965 in Esslingen begann. Der kunstbegeisterte und gelernte Industriekaufmann Mayer hatte Bill 1965 in Ulm kennen gelernt. Von 1967 bis 1970 betrieb er eine prosperierende Galerie im niederrheinischen Krefeld im Umfeld des legendären Museumsmann Paul Wember. 1970 wechselte er an den jetzigen Düsseldorfer Standort, der 1971 mit einer Schau zu Georges Vantongerloo startete. Bleibt zu hoffen, dass das neue Domizil in seiner Ausstrahlung und Atmosphäre dem alten nicht nachstehen wird.
Die Ausstellung „Max Bill, Jakob Bill, David Bill“ ist noch bis zum 30. Oktober zu besichtigen. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr.
Galerie Hans Mayer
Grabbeplatz 2
D-40213 Düsseldorf
Telefon: +40 (0)211 – 132 135
Telefax: +40 (0)211 – 132 948 |