Bode-Museum erwirbt Büste von Baccio Bandinelli  |  | Baccio Bandinelli, Büste eines jungen Mannes, um 1540 | |
Mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung konnte das Bode-Museum in Berlin ein Hauptwerk der florentinischen Renaissance erwerben: Baccio Bandinellis „Büste eines jungen Mannes“ von etwa 1540. Damit bereichere die Skulpturensammlung ihre exquisite Kollektion italienischer Skulptur um ein Werk von außergewöhnlicher künstlerischer Qualität und in einzigartigem Erhaltungszustand, teilten die Staatlichen Museen zu Berlin mit. Die Berliner Skulpturensammlung, der bislang ein hochrangiges Werk des 16ten Jahrhunderts aus Marmor fehlte, schließe so auch eine Lücke ihrer weltweit renommierten Sammlung an Porträts, heißt es weiter.
Baccio Bandinelli (1493-1560) war Zeitgenosse und Kontrahent Michelangelos. Mit der „Büste des jungen Mannes“, die seit 2007 bereits als Leihgabe im Bode-Museum zu sehen ist, habe Bandinelli in offensichtlicher Auseinandersetzung mit Michelangelos „David“ ein völlig eigenständiges Bildwerk geschaffen, für das weder in der Kunst der Antike noch in der Neuzeit Vergleichbares existiert, hob das Museum die Qualität des Bildwerks hervor. Klassische Schönheit und melancholische Ruhe, überlegener Geist und männliche Tatkraft verschmelzen zu einem heroischen Porträt. Geglückt ist Bandinelli damit ein Bildnis, das in prototypischer Weise das Kunst- und Stilempfinden der Zeit nach 1500 in einem Antlitz vereint. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen bewahrt. Doch hat der Sammler die Büste im Januar 2007 bei Sotheby’s in New York für netto 480.000 Dollar erworben. |