Weltstars der Fotografie in Mannheim  |  | Graciela Iturbide, Nuestra Señora de las Iguanas (Unsere Dame mit den Leguanen), Mexiko 1979 | |
„Weltstars der Fotografie“ ist die aktuelle Ausstellung der Reiss-Egelhorn-Museen in Mannheim etwas reißerisch überschrieben. Doch stecken dahinter die Preisträger der international renommierten Hasselblad Foundation, die tatsächlich so etwas wie ein Who is Who der Fotografiegeschichte im 20sten Jahrhundert darstellen. Im Forum Internationale Photographie sind seit dem Wochenende rund 250 Werke aller bisherigen 28 Preisträger erstmals in einer Gesamtschau zu sehen. Die aus Europa, Amerika, Asien und Afrika stammenden Künstler stehen für ganz unterschiedliche Positionen innerhalb der Fotografie. Darunter sind Mode- und Porträtfotografen sowie Fotojournalisten, die sich durch die Berichterstattung aus Krisengebieten einen Namen gemacht haben. Sozialkritische Bilder stehen beeindruckenden Naturaufnahmen gegenüber, Schnappschüsse, die den Moment einfangen, im Kontrast zu inszenierten Fotografien und komponierten Werken.
Den Anfang machen die Wissenschaftsfotografien von Lennart Nilsson, der 1980 als erster die Auszeichnung erhielt. In chronologischer Reihenfolge stellt die Ausstellung die einzelnen Preisträger vor, darunter auch den in Mannheim lebenden Fotografen Robert Häusser, der im Jahr 1995 die ehrenvolle Auszeichnung erhielt. Die großartigen Landschaftsbilder eines Ansel Adams sind genauso vertreten wie die Modefotografie von Richard Avedon, Irving Penn oder William Klein. Mehr der Reportage verschrieben sich Henri Cartier-Bresson, Edouard Boubat, Hiroshi Hamaya, Sune Jonsson, Christer Strömholm, Malick Sidibé, wobei Lee Friedlander für die Streetfotografie und Manuel Álvarez Bravo, Josef Koudelka, Sebastião Salgado, Susan Meiselas, Boris Mikhailov, David Goldblatt und Nan Goldin für einen sozialdokumentarischen bis hinzu einem schonungslos persönlichen Ansatz stehen. Serielle und dabei hoch ästhetische Konzepte machen die Arbeiten Hiroshi Sugimotos und des Künstlerpaars Bernd und Hilla Becher aus, experimentelle die von Ernst Haas, Robert Frank und William Eggleston, und mit fiktiv-realen Inszenierungen arbeiten die Fotokünstler Jeff Wall und Cindy Sherman. Die Schau endet schließlich mit den Arbeiten der diesjährigen Preisträgerin Graciela Iturbide.
Die Ausstellung „Weltstars der Fotografie – Die Preisträger der Hasselblad Foundation“ ist bis zum 11. Januar 2009 zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 bzw. 6 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen 4 Euro. Der Katalog ist in der Edition Braus erschienen und kostet im Museum 24,90 Euro.
Forum Internationale Photographie – Museum der Weltkulturen
D5
D-68159 Mannheim
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