Andreas Eriksson in Wien  |  | Andreas Eriksson, Content is a Glimpse, 2008 | |
Seit 2005 besteht zwischen der Basler Versicherungsgruppe „Bâloise“ und dem Museum Moderner Kunst in Wien eine Kooperation. Von einem der beiden Bâloise-Kunstpreisträger, die jährlich auf der Art Basel bestimmt werden, überlässt die Schweizer Versicherung für fünf Jahre lang dem Museum Werke. Daraus speist sich nun die aktuelle Ausstellung des Wiener Hauses, die von heute an Andreas Eriksson präsentiert. Der 1975 im schwedischen Björsäter geborene Maler, Bildhauer und Fotograf scheint sich dem lauten, nach Sensation gierenden Kunstbetrieb zu entziehen. Seine Werke berühren eher durch ihre poetische und stille Art. Einfühlung, Emotion und Introspektion bestimmen sein Schaffen. Ausgangspunkt und Inhalt seiner Arbeit ist das Erleben der Natur. Mittels Fotografie fängt Andreas Eriksson die Eindrücke seiner täglichen Spaziergänge auf dem Land in Schweden ein. Mit der Malerei hingegen entwickelt er seine meist stillen und weitgehend abstrakten Bilder, die er mit den Fotografien oft zu mehrteiligen Werken kombiniert.
Erikssons Schattenbilder beruhen auf Fotos, die er abends von den Schatten macht, die die Lichter der an seinem Haus vorbeifahrenden Autos auf die Wohnzimmerwand werfen. Die Formen dieser Schatten werden mit Farbe ohne Bindemittel auf die Leinwand übertragen, das gesamte Bild danach monochrom überstrichen. Die ungebundene Farbe löst sich dadurch auf, und die Formen der Schatten kommen durch die oberste Malschicht wieder hindurch, wenn auch nur zart und vage als Erinnerungen an ephemere Erfahrungen. Seine Skulpturen basieren auf Abgüssen von Naturobjekten. Sie sind poetische Bilder des Werdens und Vergehens, die er auch als Sinnbilder seiner Arbeit als Künstler begreift. Die Werke der Serie „Content is a Glimpse“ basieren auf Abgüssen jener Vögel, die Andreas Eriksson tot vorfand, nachdem sie gegen die Scheiben seiner Atelierfenster geflogen sind. Deren Schicksal erkennt er als Metapher für das Dilemma des Malers: Die Vögel starben, weil sie an eine Illusion glaubten. Eriksson lässt ihre Körper so abgießen, dass die bizarren Formen der Gusskanäle erhalten blieben und es aussieht, als würden sie wieder auf Ästen sitzen.
Die Ausstellung „Andreas Eriksson: walking the dog – lying on the sofa“ läuft vom 10. Oktober bis zum 11. Januar 2009. Das Museum Moderne Kunst hat montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7,20 Euro bzw. 6,50 Euro. Der Katalog kostet 19,80 Euro.
Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
Telefon: +43 (0)1 – 525 00
Telefax: +43 (0)1 – 525 00 13 00 |