„Oscart“ vergeben  |  | Die PreisträgerInnen des Oscart 2008 mit dem „Sammlerstück“ | |
Bereits zum siebten Mal wurden gestern Abend in Wien die „Oscarts“, die Preise für Vermittlung und Verkauf von Kunst in Österreich, vergeben. Das Wiener Gremium „Der Kunsthandel“ der dortigen Wirtschaftskammer zeichnet damit langjährige und beispielhafte Tätigkeit für Kunst, Kunstvermittlung und Kunstsammeln aus. „Durch ihre unzähligen Reisen nach Osteuropa prägte sie eine neue Interpretation der Ost-West-Beziehungen. Neben dem Aufbau des Betriebes in Wels zog sie gleichzeitig vier Kinder groß – heute genau so wenig selbstverständlich wie damals. Sie steht für mich als Musterbeispiel für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf!“ Mit diesen Worten ehrte Fritz Aichinger, Obmann für die Sparte Handel, Eleonore Wiesinger in der Kategorie „Klassischer Kunsthandel“.
„Ernst Hilger repräsentiert eine starke Wiener Galerienszene. Ernst Hilger ist ein wacher Geist, eine Integrationsfigur, die es versteht, die Menschen zusammenzubringen. Er ist sowohl für junge Talente als auch für arrivierte KünstlerInnen Berater, Freund und Förderer“, sagte Andreas Mailath-Pokorny, geschäftsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien, bei der Überreichung des Oscarts für besondere Leistungen in der Kategorie „Zeitgenössische Galerien“ an Ernst Hilger. Für seine besonderen Leistungen im Museumswesen wurde Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museums, ausgezeichnet. Peter Pakesch, Intendant Landesmuseum Joanneum in Graz, würdigte den Preisträger mit den Worten: „Wolfgang Kos und ich sind sogenannte Quereinsteiger, nicht Museumsmenschen von Anbeginn. Es ist schön, zu beobachten, wie gerade der hier Gewürdigte innerhalb kürzester Zeit ein genuines, jedoch durchaus neues Verständnis dieses Metiers entwickelt hat. Es ist schön zu beobachten, wie eine Form des Essays, die wir zuvor nur aus dem Äther kannten, sich hier materialisieren und visualisieren konnte.“
Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder ehrte die besonderen Verdienste um den Kunsthandel und die Sammlung der Österreichischen Nationalbank: „Die Kunstsammlung der Österreichischen Nationalbank ist eine der interessantesten Sammlungen innerhalb der österreichischen Firmensammlungen. Durch ihre zwei dezidierten Schwerpunkte – Kunst der Zwischenkriegszeit und Kunst der Gegenwart – ist es gelungen, innerhalb weniger Jahre ein in die Tiefe gehenden Überblick über prägende Strömungen der österreichischen Kunst zu geben. Damit hat die OeNB auch eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe verantwortungsvoll übernommen: Tradition und Gegenwart zu fördern, zu bewahren und der Nachwelt zu erhalten.“
Seit 2002 wird der „Oscart“ für Kunsthändler, Publizisten, Kunstvermittler und Sammler vergeben. Der Preis ist undotiert, die Trophäe wird aber von einem Künstler gestaltet. Den „Oscart 2008“ hat der 1972 in Klagenfurt geborene Künstler Roland Kollnitz entworfen. Mit seinem „Sammlerstück“ bezieht sich Kollnitz sowohl auf den Begriff des Werk- oder Meisterstücks, als auch auf den allen Preisträgern eigenen sensiblen Umgang mit der Kunst. Denn das „Sammlerstück“ ist keine festgelegte Skulptur, sondern benötigt für die von Kollnitz bewusst nicht vorgegebene Art der Aufstellung die gestaltende Hand der Kunstliebhaber und ein gewisses Maß an Hinwendung und Pflege. |