Neues Kunsthaus für Gera  |  | Die ehemalige Landesbank in Gera soll zum Kunsthaus werden | |
Die Stadt Gera bekommt ein neues Kunstmuseum. Dazu hat sie das seit 2005 leerstehende Gebäude der ehemaligen Landesbank gekauft. Der entsprechende Vertrag, der noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrates steht, wurde am vergangenen Freitag unterzeichnet. „Wir haben mit diesem von David Chipperfield erbauten Gebäude ein architektonisches Kleinod in Gera, das sich hervorragend eignet, nationale wie internationale Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart zu präsentieren“, sagte Geras Oberbürgermeister, Norbert Vornehm. Der Bau, der schon 2009 bezugsfertig sein soll, biete ausreichend Fläche, um künftig alle Sammlungsbestände hochkarätig unterzubringen, und habe auch hervorragende Bedingungen für Magazine und Depots.
Die Landeszentralbank in Gera, deren Eingangsbereich und Girohalle der englische Künstler Michael Craig-Martin gestaltete, war erst 2001 eingeweiht worden. Dem Vernehmen nach hat der Bau des Gebäudes rund 24 Millionen Euro gekostet. Die Stadt Gera konnte das Objekt für 1,9 Millionen Euro erwerben. Das Gros der Kosten von 75 Prozent soll vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kommen. Den Rest tragen Bund, Freistaat Thüringen und die Stadt. Bisher hatte die Städtische Kunstsammlung in ihrer Orangerie Platz von 320 Quadratmetern für die Präsentation ihrer ständigen Sammlung und noch einmal soviel für wechselnde Ausstellungen. Das neue Kunsthaus bietet eine Gesamtnutzfläche von annähernd 3.000 Quadratmetern auf drei Etagen und bereits vorhandene, hervorragende Sicherheits- und Klimasysteme. Die Adaption zu einem Kunstmuseum soll das Büro von David Chipperfield durchführen.
Im Mittelpunkt der Arbeit des neuen Kunsthauses Gera soll das Werk Otto Dix’ stehen, der in Untermhaus, einem heutigen Stadtteil von Gera, geboren wurde. Über die eigenen Bestände mit mehr als 400 Werken hinaus wird auch die in Bevaix am Neuenburger See ansässige Otto Dix Stiftung Gemälde für das neue Museum zur Verfügung stellen. „Mit dieser Erweiterung kommt Gera in einer neuen Liga der Möglichkeiten an. Der Chipperfield-Bau versetzt uns in die Lage, auch große Ausstellungen mit Werken international renommierter Künstler zu präsentieren und parallel dazu junger Kunst ein Forum zu bieten“, blickt Oberbürgermeister Vornehm in die Zukunft. |