Ludger Gerdes bei Autounfall getötet Der Düsseldorfer Maler und Bildhauer Ludger Gerdes ist bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen. Dies teilte am gestrigen Montag der Präsident der Muthesius Kunsthochschule in Kiel Rainer W. Ernst mit und stützte sich dabei auf ein Gespräch mit der Familie des Künstlers. Der 54jährige sei in der Nacht zu Freitag mit anderen Fahrzeugen auf der Autobahn 43 nahe Dülmen in Westfalen kollidiert. An dem Unfall waren fünf Autos beteiligt, ein weiterer Mensch kam ums Leben. Der 1954 im niedersächsischen Lastrup bei Cloppenburg geborene Gerdes studierte bis 1982 bei Gerhard Richter an der Kunstakademie in Düsseldorfer. Ebenfalls 1982 war er an der Documenta 7 in Kassel beteiligt.
Fünf Jahre später schaffte Ludger Gerdes seinen künstlerischen Durchbruch mit seinem markanten Beitrag „Ein Schiff für Münster“ anlässlich der Skulptur-Projekte in der westfälischen Stadt. Gerdes baute einen „Zweimaster“, der inmitten einer Wasserfläche mit Bug, Heck und Kajüte stand. Damals wurde er von der renommierten und international tätigen Galerie Konrad Fischer in Düsseldorf vertreten. 1994 erhielt er den Sprengel-Preis für Bildende Kunst Hannover. Gerdes lehrte seit 2005 an der Kunsthochschule in Kiel als Professor für Malerei, zuvor unterrichtete er an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Zu seinen letzten großen Projekten zählt die Gestaltung des Walter-Sedlmayer-Platzes in München im Jahr 2003. Unter Kennern galt Gerdes als „stiller“, aber wichtiger Künstler seiner Generation, der mit seinen „visuellen Metaphern“ im öffentlich Raum, etwa dem Schriftstück „ICHS“ im Garten des Krefelder Museums Haus Lange, die Kommunikation der Menschen anregen wollte. |