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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Kunst und Antiquitäten im Schloss Ahlden

Brillen und Braunschweiger Herzöge



Paul Bril, Ansicht von Rom

Paul Bril, Ansicht von Rom

Paul Bril zu heißen, war offenbar schon im frühen 17ten Jahrhunderts Anlass für kleine Spielereien. Der Maler dieses Namens, der 1592 nach Rom ging und dort unter anderem mit Adam Elsheimer Bekanntschaft schloss, signierte seine Werke gelegentlich in Form einer Brille, so auch seine stilisierte Ansicht von Rom in Tempera auf Pergament, in die gleichzeitig noch die Verbildlichung des Sommers verpackt ist. Im Schloss Ahlden wird sie am 26. Oktober für 13.500 Euro versteigert. Hendrik van Balen d.Ä. und seine Werkstatt werden sicher zu Recht für eine Darstellung des Raubs der Europa durch den als Stier auftretenden Zeus in Anspruch genommen (Taxe 22.000 EUR), sein ebenfalls in Antwerpen wirkender Zeitgenosse Frans Francken II. für ein 1609 datiertes höfisches Festbankett mit einer Allegorie auf die Vergänglichkeit: Soeben ist eine junge Dame mit ihrem Stuhl niedergesunken, der Tod steht schon bereit (Taxe 16.500 EUR). Offenbar zusammengehörig sind zwei Kabinettstücke Willem van Mieris’, die auf fast identischen Maßen eine vornehme Familie mit einem Kind in der Wiege sowie als Gegenstück eine abendliche Familienszene in einem einfachen Bürgerhaus präsentieren (Taxen je 38.000 EUR).


Gemälde

Ein Geheimtipp unter den Neueren Meistern könnte Louis Apol sein. Die Winterlandschaft mit Pferdewagen im Abendrot des 1850 in Den Haag geborenen Künstlers ist mit 6.800 Euro zwar wegen ihrer kleinen Maße kein Schnäppchen, doch Preiskämpfe bis in die Fünfstelligkeit sind auch für solche Skizzen denkbar. Andere Werke dürfen ebenfalls auf Lokalbonus hoffen, so Ludwig Theodor Choulants Großformat mit Blick auf Schloss und Dom in Meißen um 1870 (Taxe 23.000 EUR) oder Friedrich Nerlys Fischer an der Mittelmeerküste für 19.000 Euro. Südländisch bleibt es mit Alexius Geyers Abendstimmung im Orient mit rastenden Arabern (Taxe 16.500 EUR) und Ferencz Eisenhuts stellenweise nicht ganz ausformulierte Straßenszene in Samarkand aus dem Jahr 1899 (Taxe 28.000 EUR). Nach Afrika zog es Wilhelm Kuhnert. Bilder wie sein ostafrikanisches Dorf mit Tanzenden unter einem Affenbrotbaum dürften zu den ersten Produkten deutscher Künstler in Afrika gehören (Taxe 28.000 EUR).

Mit 23.000 Euro bewertet ist Alexander Frenz’ „Geburt der Venus“, ein freilich etwas plakatives Großformat in der Nachfolge Arnold Böcklins. Zu den Malern von Barbizon führt eine Sommerlandschaft mit Zimmerleuten im Wald von Constant Troyon (Taxe 12.000 EUR). Emil Orlik geht mit einem Feldblumenstrauß von 1918 für nicht allzu hohe 5.800 Euro ins Rennen, Franz Skarbina mit einer impressionistischen Studie einer jungen Dame am Strand beim Spaziergang (Taxe 4.500 EUR). Otto Gussmann porträtierte 1915 seine junge Dame mit rotem Abendkleid in schwungvollen Rundungen auf einem Fauteuil und mit zum Grün tendierenden Inkarnat fest (Taxe 4.500 EUR). Anton von Werner hielt sich da lieber an höher stehende Persönlichkeiten und verewigte 1889 Wilhelm II. als jungen Kaiser (Taxe 6.800 EUR).

Eine stattliche Reihe fürstlicher Herren aus Braunschweig des 18ten und 19ten Jahrhunderts komplettiert die Gemäldeofferte: Herzog Ferdinand von Johann Georg Ziesenis und seiner Werkstatt (Taxe 14.500 EUR), Friedrich Wilhelm, der sogenannte „Schwarze Herzog“, der 1815 in der Schlacht bei Quatre-Bras fiel, wohl von Georg Friedrich Adolph Schöner (Taxe 12.000 EUR) und schließlich der 1884 verstorbene Wilhelm, wohl posthum gemalt von Erich Körner (Taxe 7.000 EUR). Alle diese Gemälde stammen aus dem Inventar des Rittergutes Lucklum, dessen Versteigerung das Auktionshaus übernehmen durfte. Auch in einer jungen Jakobspilgerin, die wohl Johann Anton Tischbein in Rokokokleidung auf die Leinwand bannte, dürfte man eine adelige Dame entdecken können (Taxe 5.800 EUR).

Einige Expressionisten hat Schloss Ahlden im hinteren Bereich versteckt, so Christian Rohlfs mit der kolorierten Tuschezeichnung „Der rote Giebel“ (Taxe 3.800 EUR), Werner Scholz’ unheimliches Männerpaar mit Mädchen um 1930 (Taxe 18.500 EUR) und Erich Heckels „Herbstlandschaft“ in Aquarell und schwarzer Kreide (Taxe 4.500 EUR). Julius Hüther ist mit einem Doppelbildnis vertreten, das ihn und seine Frau Marion 1931 im sommerlichen Blumen- und Gemüsegarten zeigt (Taxe 4.800 EUR). Dann kommen die preisstarken osteuropäischen Künstler, allen voran Michail Larionow mit einer rayonistischen Komposition in Rot, Gelb und Grün (Taxe 95.000 EUR) und David Burljuk mit einem Paar in einer Hafenbar für 68.000 Euro. Es folgen bei 58.000 Euro drei musizierende und tanzende Figuren Warwara Stepanowa in den expressionistisch-abstrakten Formen des Jahres 1923 und ein Stillleben mit Äpfeln und Blumenstrauß des noch zum Neoimpressionismus rechnenden Nicolas Tarkhoff um 1905/10 (Taxe 32.000 EUR). Die jüngere Kunst Chinas wird durch den 2005 verstorbenen Chen Yifei und sein naturgetreues Bildnis eines sitzenden Mädchens mit Fächer vertreten (Taxe 65.000 EUR).

Kunsthandwerk

Reicher als die Gemäldesammlung ist erneut das Kunsthandwerk bei Ahlden vertreten. Freuen darf man sich auf feine Schliffgläser etwa mit dem Wappen Friedrich Wilhelms von Westphalen, im späten 18ten Jahrhundert Fürstbischof von Hildesheim und Paderborn (Taxe 2.400 EUR), oder mit einem schönen Spruchband „Funftzig Jahr wie heute“ aus Lauenstein (Taxe 3.800 EUR), ebenso wie später auf die Produkte des Jugendstil, so die kostbaren Ziervasen von Daum Frères und Emile Gallé für bis zu 15.500 Euro. Ein großer Creußener Apostelkrug mit Silberdeckel und der Datierung auf 1750 liegt bei etwas anspruchsvolleren 12.000 Euro. Zinnkannen ließen sich durch Hans Zeckhel 1641 die Wiener Weber anfertigen (Taxe 5.800 EUR) und um 1770 durch Meister Hans Friedrich Löwe die Kieler Sattler (Taxe 4.900 EUR).

Prunkstück des Silbers ist das in Form eines Segelschiffes gestaltete Trinkspiel des Augsburger Meisters Abraham Winterstein aus der Zeit um 1620/25. Die Räder unter dem Schiff dienten dazu, das Gefäß bei Zechgelagen über den Tisch rollen zu lassen. Wen sich das Kleinod als Ziel aussuchte, der musste seinen alkoholhaltigen Inhalt leeren. 68.000 Euro werden für diese kaum 25 Zentimeter hohe Kuriosität erwartet. Die Augsburger Meister David Ehekirch, Paul Solanier und Franz Ignaz Berdolt steuern für bis zu 24.000 Euro Deckelhumpen bei, Leipzig schickt Balthasar Lauch, der 1670 Meister wird und vor allem in der feinen Darstellung der Anbetung des Christuskindes durch Hirten und Weisen aus dem Morgenland seine hohe Fertigungskunst offenbart (Taxe 36.000 EUR). Aus neuerer Zeit stammen drei wohl in Paris hergestellte vergoldete Empire-Terrinen ehemals aus dem Besitz des Fürstenhauses von Dessau (Taxe 28.000 EUR).

Ausgezeichnete Qualität auch beim Porzellan: Figurengruppen aus der commedia dell’arte von Johann Joachim Kändler für bis zu 46.000 Euro oder auch Einzelstücke wie Kändlers Harlekin mit Brille oder „Dottore Baloardo“ um 1740 (Taxen je 68.000 EUR) sowie sein aufgeblasener Truthahn (Taxe 34.000 EUR) knüpfen an die erlesene Kollektion vom vergangenen Frühjahr an. Vor Kändler spielte Georg Fritzsche eine führende Rolle in Meißen, von ihm stammt eine weibliche Wackelpakode um 1725 (Taxe 48.000 EUR). Nicht ganz nach der Natur haben Kändler und Peter Reinicke einen kleinen Elefanten mit überlangem Rüssel modelliert. Doch als Anschauungsmaterial stand ihnen auch nur der Elefant aus dem „Hofsaat des Großmogul“ von Johann Melchior Dinglinger zur Verfügun (Taxe 7.600 EUR).

Besonders teuer wird es für ein 24teiliges Meißner Service mit Malereien von Gottlob Sigmund Birckner, handelt es sich doch nicht um eine der zahllosen Nachahmungen späteren Jahrhunderte, sondern um ein tadellos erhaltenes Original um 1745. Entsprechend hoch der Preis: 165.000 Euro. Pietro Grimani, zunächst venezianischer Gesandter in England und Österreich, Prokurator von San Marco und schließlich Doge von Venedig, bestellte um 1725 in Meißen eine Kaffeekanne aus Böttger-Porzellan. Entsprechend prangt das rotweiß gestreifte Familienwappen mit dem goldenen Kreuz auf der Wandung (Taxe 34.000 EUR). Ein ebenfalls frühes Exemplar um 1720 ist mit reliefierten westlichen Akanthusblättern und fernöstlichen Prunuszweigen, Reisstrohbündeln und Glückssymbolen verziert (Taxe 18.500 EUR). Ganz chinesisch ist eine seltene weibliche Wackelpagode nach einem Entwurf von Georg Fritzsche um 1725 (Taxe 48.000 EUR).

Der ebenfalls hochkarätigen Möbelofferte kommt erneut das Rittergutes Lucklum zugute. Besondere Hingucker sind zwei Braunschweiger Barockschränke mit charakteristischen Elfenbeinintarsien, marktüblich bei 38.000 und 42.000 Euro angesetzt. Aus dem Frankfurter Raum um 1720 stammt ein weiterer Barockschrank auf einem Zargensockel und mit kostbaren figuralen und dekorativen Intarsien (Taxe 38.000 EUR), dem Umkreis des in Würzburg wirkenden Meisters Carl Maximilian Mattern wird ein Tabernakelaufsatzsekretär in monumentaleren Formen zugeschrieben (Taxe 18.000 EUR). Auch einige bedeutende französische Namen tauchen auf: Jean-Baptiste Galet mit einer blütengeschmückten Louis XV-Kommode (Taxe 14.000 EUR), François Rübestück mit einem schwarz lackierten Exemplar im chinesischen Stil (Taxe 48.000 EUR) und allen voran Jean-François Oeben, dessen Kommode aus der Zeit um 1740/50 sich durch eine besonders überlegte Kombination von Hölzern und applizierten Bronzebeschlägen auszeichnet (Taxe 55.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 25. Oktober mit dem Silber, Porzellan und Möbeln um 9:30 Uhr, am 26. Oktober zur selben Stunde mit Glas, Keramik, Zinn, Jugendstil und den Gemälden. Der Katalog ist im Internet unter www.schloss-ahlden.de einsehbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Große Straße 1

DE-29693 Ahlden

Telefon:+49 (05164) 80 100

Telefax:+49 (05164) 522

E-Mail: auctions@schloss-ahlden.de



23.10.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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