Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 22.02.2020 Auktion 22. Februar 2020: Norddeutsche Kunst - Dekorative Kunst

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Nagel in Stuttgart

Teure Kabelverzweigergehäusesprühereien



Ein solides Ergebnis konnte der Stuttgarter Auktionator Nagel am 15. Oktober mit seiner Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst erringen: Zu gut 57 Prozent packten die Kunden ihre erworbenen Schätze ein, einige davon allerdings wegen der zu niedrigen Zuschläge nur unter Vorbehalt. Bleiben immer noch knapp 46 Prozent. Erfreulich waren – wie bei Nagel üblich – einige satte Preissteigerungen. Einer, von dem man es fast erwarten konnte, war der tschechische Kubist Emil Filla, der auch schon das ein oder andere Mal an die Sechsstelligkeit herangereicht hat. Das für 14.000 Euro angebotene Stillleben mit Früchten aus dem Jahr 1929 ist ein charakteristisches Beispiel seiner Kunst, die sich irgendwo zwischen Pablo Picasso, Henri Matisse und beginnender Abstraktion bewegt. Vor allem farblich besticht das Gemälde durch seine hellen Blau- und Violetttöne sowie die Verwendung von viel Weiß. 30.000 Euro war das Schmuckstück einem Bieter wert. Von 25.000 auf 33.000 Euro kletterte Karl Hofers schönes Stillleben „Spankorb mit Birnen“ von etwa 1928.


Im vergangenen April für jeweils 14.000 Euro, jetzt für 7.000 Euro offeriert, pendelte sich der Wert für zwei Gemälde des Franzosen Maurice Denis, „Jardin“ und „Domi sur la Plate“ betitelt, jetzt bei 11.000 Euro und 10.000 Euro ein. Bei der selben Auktion war Wladimir Nikolajewitsch Nemuchins merkwürdiger Maschinenmensch „Bareus“ von 1991 bei 8.000 Euro liegengeblieben, jetzt dagegen investierten die Bieter 10.000 Euro und nahmen zum gleichen Preis noch zwei weitere Collagen des Russen mit (Taxen 3.500 und 4.000 EUR). Als besonders begehrt erwiesen sich mehrere Zeichnungen aus Ernst Ludwig Kirchners später Schaffensphase, in denen sich der Künstler von seinen expressionistischen Wurzeln löste und vor allem kubistische Richtungen einschlug. 11.000 Euro erreichte sein 1928 datiertes farbiges Pastell „Selbstkontrolle“ (Taxe 1.500 EUR), sogar auf 17.000 Euro vervielfachte sich der Wert einer Kohlezeichnung dreier weiblicher Akte im Gespräch aus dem Nachlass des Künstlers (Taxe 2.000 EUR). Auch die jüngste Künstlergeneration war für – freilich wenigstens halb geplante – Überraschungen gut. Denn dass zwei gesprühte „Rocket Rats“ auf der Tür eines Kabelverzweigergehäuses von Banksys Berlin-Tour 2003/04 mehr wert sind als 10.000 Euro, weiß sicher auch Nagel. So kamen 26.000 Euro heraus.

Wo hoch gegriffen wurde, war der Fall dagegen umso tiefer. Gleich drei sauber ausgeführte Entwurfszeichnungen für Christos Verhüllungen hatte Nagel zu bieten, doch keine wurde definitiv zugeschlagen. 40.000 und 33.000 Euro waren deutlich zu wenig, eine mit 80.000 Euro bewertete Ansicht des eingepackten Berliner Reichstags von 1986 steht gar nicht auf der Zuschlagsliste. Unveräußert blieb auch eine Badeszene in der Abendsonne von Leo Putz um 1914 (Taxe 40.000 EUR). Nicht ganz so schlimm lief es für Karl Schmidt-Rottluff: Sein Aquarell über starken Tuschekonturen einer Vase mit herbstlichen Blättern aus dem Jahr 1945 blieb mit 25.000 Euro nur 1.000 Euro unterhalb der Forderungen, 8.000 Euro schaffte ein etwa gleichzeitiges Stillleben mit Chrysanthemen, Büchern und einer Pfeife (Taxe 11.000 EUR). Dennoch sind auch dies zwei Vorbehaltszuschläge.

Die vorgesehenen 28.000 Euro erreichte Franz von Stucks symbolistisch-dräuend zugeschnittenes Motiv von Judith und Holofernes aus dem Jahr 1927, sein farbig gefasstes Gipsrelief des griesgrämig dreinblickenden Beethoven die 5.000 Euro. Fritz Overbeck hielt dagegen eine Gartentreppe mit blühendem Flieder 1908 in recht realistischen Formen fest und kam damit auf 5.500 Euro (Taxe 4.000 EUR), während Albert Schwenk seinen Sonnenuntergang auf der Schwäbischen Alb 1954 bei 2.000 Euro in stilisierter Naivität auf die Leinwand brachte (Taxe 1.800 EUR). Da war der Abstraktionsgrad bei anderen Malern schon weit fortgeschritten, was etwa Ida Kerkovius’ Aquarell der „Prinzeninsel bei Konstantinopel“ von 1938 bei 3.600 Euro (Taxe 3.000 EUR) oder ihr Pastell einer „Kompositorischen Landschaft“ bei 1.600 Euro deutlich machten (Taxe 1.000 EUR). Ganz neuartige künstlerische Konzepte hatten Robert Filliou, Dieter Roth, Dorothy Iannone, Scott Hyde, Al Hansen, Chieko Shiomi und Alison Knowles zu bieten, die sich für „White Hat“ 1968 zusammentaten und unter einem Plexiglaszylinder putzig kleine Kunstwerke vereinten. Jetzt ist es 6.500 Euro wert (Taxe 6.000 EUR).

Als besondere Zugabe gab es diesmal eine stattliche Folge von fast zwanzig Skulpturen der Tierkünstlerin Renée Sintenis. Hier blieb kein Stück liegen, und nur die „Kleine Daphne“ aus dem Jahr 1918 verfehlte mit 6.500 Euro die Erwartungen um 500 Euro. Spitzenreiter wurde mit 14.000 Euro ein „Junger Elefant“ von 1926 (Taxe 14.000 EUR), die anderen Stücke, darunter vor allem ihre Fohlen sowie die Portraitbüste eines Unbekannten, bewegten sich im mittleren fünfstelligen Bereich. Daneben fand Ernst Barlach mit einem wohl aus den frühen 1960er Jahren stammenden Bronzeguss seiner „Russischen Bettlerin“ von 1907 bei 12.000 Euro Anerkennung (Taxe 5.000 EUR). Auch Jakob Wilhelm Fehrle positionierte sich mit seiner farbigen Steinguss-Madonna und zwei bronzenen Akten mit bis zu 5.000 Euro über den Schätzpreisen. Mit einigen Zeichnungen lag Nagel ebenfalls richtig: Léon Augustin Lhermittes dichtes Kohleblatt mit dem Treiben auf dem Obstmarkt in Nürnberg kletterte auf 5.500 Euro (Taxe 1.500 EUR), Oskar Kokoschkas bunte Kreidezeichnung „Zur Zauberflöte“ mit Löwe und Affe schaffte die vorgesehenen 3.000 Euro.

Bereits am Vormittag hatte Nagel 222 von 421 Werken der kleinen Preise unter die Leute gebracht. Für eine kleine Sensation sorgte der lettischstämmige Künstler Ludolf Liberts mit einem farbenprächtigen, aber etwas retrospektiven Blumenstillleben des Jahres 1945 und einer gedämpften Ansicht der Salutekirche in Venedig, die beide auf 10.000 Euro hochgetrieben wurden (Taxen 800 und 700 EUR). Auch sonst war dies eher die Stunde der Unbekannten. Otto Dünkelsbühlers „Ansicht von Mötzingen im Frühling“ verbesserte sich leicht von 900 auf 1.000 Euro, auf 1.200 Euro kam ein 1924 datiertes Blumenbild in Öl von George Mosson (Taxe 1.100 EUR), und auf 1.000 Euro verdoppelte sich der Wert einer schachbrettartigen, abstrakten Farbkomposition des Ungarn Gyula Pap von 1922. Gern genommen ist immer auch der Karlsruher Akademieprofessor Karl Hubbuch, dessen vier Arbeiten sämtlich in neue Hände übergingen, darunter ein Aquarell mit südfranzösischer Stadtansicht für 1.700 Euro (Taxe 800 EUR). Stellvertretend für die jüngere Kunst reüssierten Arthur Köpckes hochformatige Collage „Hände“ auf einem Rollbild bei 3.300 Euro (Taxe 1.200 EUR) und Dieter Kriegs unbetiteltes Acrylexperiment in Schwarz auf Papier von 1979 bei 1.300 Euro (Taxe 800 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



24.10.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


Nagel Auktionen

Kunstwerk:

Léon Augustin Lhermitte, Marktszene auf dem Obstmarkt in Nürnberg
Léon Augustin Lhermitte, Marktszene auf dem Obstmarkt in Nürnberg

Kunstwerk:

Fritz Overbeck, Gartentreppe mit blühendem Flieder, 1908
Fritz Overbeck, Gartentreppe mit blühendem Flieder, 1908

Kunstwerk:

Franz von
 Stuck, Beethoven, um 1900
Franz von Stuck, Beethoven, um 1900

Kunstwerk:

Franz von Stuck, Judith und Holofernes, um 1927
Franz von Stuck, Judith und Holofernes, um 1927

Kunstwerk:

George Mosson, Blumenstillleben, 1924
George Mosson, Blumenstillleben, 1924







Franz von Stuck, Judith und Holofernes, um 1927

Franz von Stuck, Judith und Holofernes, um 1927

Taxe: 28.000,- EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 657

Franz von Stuck, Beethoven, um 1900

Franz von Stuck, Beethoven, um 1900

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 656

Fritz Overbeck, Gartentreppe mit blühendem Flieder, 1908

Fritz Overbeck, Gartentreppe mit blühendem Flieder, 1908

Taxe: 4.000,- EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 614

Léon Augustin Lhermitte, Marktszene auf dem Obstmarkt in Nürnberg

Léon Augustin Lhermitte, Marktszene auf dem Obstmarkt in Nürnberg

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 592

George Mosson, Blumenstillleben, 1924

George Mosson, Blumenstillleben, 1924

Taxe: 1.100,- EURO

Zuschlag: 1.200,- EURO

Losnummer: 232




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce