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Salomon-Preis an Anders Petersen

Anders Petersen erhält den Dr.-Erich-Salomon-Preis 2008 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh). Dem 1944 im schwedischen Solna geborenen Fotografen wird die Auszeichnung am 20. Januar 2009 in den Nordischen Botschaften in Berlin überreicht. Mit Anders Petersen ehrt die DGPh einen der einflussreichsten europäischen Dokumentarfotografen der Gegenwart. Sein Werk sei von großer Offenheit und Eindringlichkeit geprägt, heißt es in der Begründung. Bereits 1978 erlangte Petersen Bekanntheit durch sein Photobuch „Café Lehmitz“, das heute als ein Meilenstein des Genres gilt. Über zwei Jahre arbeitete er an der unverfälschten Bilddokumentation einer Stehbierhalle am Ende der Hamburger Reeperbahn, die von Prostituierten, Zuhältern und Kleinkriminellen bevölkert wurde.

Beeinflusst durch die Fotografien von Robert Frank und Brassaï, hat Anders Petersen seither in 21 Buchpublikationen eine unverwechselbare Bildsprache entwickelt, mit der er stets die verborgenen Aspekte des Menschlichen erkundet. Seine Werkserien über Outlaws und Menschen am Rande der Gesellschaft sind stilbildend für eine Generation bedeutender jüngerer Fotografen geworden. Petersen selbst geht aus der Fotoschule von Christer Strömholm hervor, die er 1966 besuchte. Sie gilt als Kaderschmiede der modernen schwedischen Fotografie. Dorthin kehrte Anders Petersen später auch als Lehrer zurück. 1967 zog es ihn nach Hamburg, wo im Café Lehmitz die Fotografien für das gleichnamige Fotobuch entstanden. Heute lebt und arbeitet Petersen in Stockholm.

Seit 1971 vergibt die DGPh jährlich den Dr.-Erich-Salomon-Preis für „vorbildliche Anwendung der Photographie in der Publizistik“. Er erinnert an Erich Salomon, den großen Fotografen der Weimarer Republik, dem der moderne Bildjournalismus starke Anregungen verdankt. Mit dem Preis, der aus einer Urkunde sowie einer Leica M-Kamera mit Namensgravur besteht, wurden in den ersten zwölf Jahren ausschließlich bekannte Printmedien, Organisationen und Fernsehschaffende ausgezeichnet, seit 1983 wird er auch an einzelne Persönlichkeiten vergeben, unter anderem an Robert Frank, Sebastião Salgado, Barbara Klemm, Robert Lebeck, Regina Schmeken, René Burri, Herlinde Koelbl, Will McBride, Martin Parr oder im vergangenen Jahr an Letizia Battaglia.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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