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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Antiquitäten im Dorotheum: Möbel und Skulpturen gehen schlecht, Silber, Porzellan und Glas erfreulich gut

Hatzfelder Schießen



Gottfried Heyner, Schützenpokal, Breslau 1701

Gottfried Heyner, Schützenpokal, Breslau 1701

Auch für exzeptionelle Stücke sollten die Preise angemessen sein. Das Dorotheum hatte zu große Vorstellungen vom Wert seines Angebotes an Skulpturen und Möbeln in der letzten Wiener Antiquitätenauktion. Vor allem bei letzteren haperte es am 16. Oktober: Ob großer oder kleiner Preis, kaum ein Stück schaffte auch nur die untere Grenze seines Schätzpreises. So blieb ein Florentiner Büstenständer des späten 16ten Jahrhunderts bereits an 34.000 Euro kleben (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), ein zierlicher Damenschreibtisch klassizistischen Stils von Étienne Avril kam nur auf 9.000 Euro (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR). Zu den Glücklicheren gehörte ein reich mit Bandelwerk verzierter österreichischer Schrank der Zeit um 1730/40, der die untere Taxe von 36.000 Euro erreichte.


Möbel

Unveräußert blieben ein Paar süditalienischer Kommoden im frühklassizistischen Stil für 80.000 bis 100.000 Euro, ein Rokokopaar aus Venedig (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), ein Damensekretär um 1760, den der Pariser Meister Pierre Migeon II. gestempelt hat (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), und ein prächtiger Florentiner Renaissance-Kandelaber von etwa 1500 (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR). Gefragt waren die österreichischen Produkte der Biedermeierzeit. Eine edle und formal durchaus ungewöhnliche Sitzbank in Wiegenform um 1830/35 wurde rasant von 4.000 auf 24.000 Euro gehoben, ein Wiener Fauteuil der Werkstatt des berühmten Josef Danhauser um 1825 kletterte leicht von 6.000 bis 8.000 Euro auf 11.000 Euro, während sich für einen Empire-Leuchter aus seiner Manufaktur bei 30.000 bis 40.000 Euro dann niemand interessierte.

Skulpturen

Bei den Skulpturen lief es nicht besser. Einziges hochkarätiges Stück, das übernommen wurde, war die Darstellung des auferstandenen Christus in einer bewegten, fast expressiven Version des sogenannten Meisters von Großlobming um 1420. Nach einem angemessenen Schätzpreis von 75.000 bis 100.000 Euro kamen hier 85.000 Euro zusammen. Zu teuer waren indes trotz aller unbestreitbaren Qualität eine thronende Madonna des nordöstlichen Frankreich um 1320/25 für 150.000 bis 180.000 Euro, eine wohl dem fränkischen Kunstkreis um 1480/1500 angehörende Barbara für 120.000 bis 140.000 Euro und Giovanni della Robbias Terrakottafiguren der Heiligen Klara und Franziskus, deren Scheitern an 220.000 bis 240.000 Euro fast schon in einer Dorotheum-Tradition stehen: In der jüngsten Vergangenheit waren auch die Arbeiten der Italiener Benedetto da Maiano und Andrea Riccio als Hauptlose herausgeputzt und hatten doch versagt.

Der Barock verzeichnete mehr Erfolge: Ein heiliger Sebastian von Johann Peter Schwanthaler d.Ä. verdoppelte die untere Taxe auf 22.000 Euro, eine ungefasste Holzskulptur des stehenden Petrus aus der Werkstatt Philipp Jakob Straubs um 1740/50 erzielte 15.000 Euro (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR). Besonders erfreulich war der Verkauf von sieben Bozzetti wahrscheinlich von Straubs Bruder Johann Baptist Straub, die – nur auf höchstens 2.200 Euro angesetzt – für bis zu 11.000 Euro sämtlich vergeben wurden. Eine figurenreiche Krippe der Sterzinger Schnitzerfamilie Probst aus dem ersten Drittel des 19ten Jahrhunderts steigerte sich von 5.000 auf 14.000 Euro.

Silber

Langsam kam die Auktion doch in Fahrt, die Silberofferte entfachte durchweg heiße Bietwettbewerbe. 20.000 Euro erlöste ein Renaissance-Deckelkrug unbekannter Herkunft. Zumindest teilweise hat sich der Besteller namentlich verewigt: 1610 bestellte ein Graf Hatzfeld wohl anlässlich seiner Hochzeit den Fayencekrug und die Silbermontierung. 1626 ließ er eine weitere Inschrift anbringen: In diesem Jahr war seine Ehefrau gestorben (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Für geistliche Erbauung sorgt ein barockes Reliquiar mit Überresten unter anderem der Heiligen Wolfgang, Pantaleon und Ottilie um 15.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Sogar 24.000 Euro brachte Tobias Kramers große Augsburger Reliefplatte mit der Darstellung der Auferstehung Christi von etwa 1620/25 ein (Taxe 18.000 bis 26.000 EUR). Alle drei Stücke wurden aus einem ungenannten deutschen Fürstenhaus eingeliefert. Ein weiterer Hatzfelder, diesmal Franz III. Graf Hatzfeld-Trachenberg, gewann 1701 als 18jähriger bei einem Wettschießen einen kostbaren Pokal des Breslauer Meisters Gottfried Heyner. Jetzt schoss ihn ein Bieter für 20.000 Euro ab (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR).

Ferner zu nennen sind ein Renaissance-Doppelfassbecher des Nürnberger Meisters Sebald Buhel um 1590 für 10.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) sowie einige Preziosen des 19ten Jahrhunderts, darunter eine Pariser Confiturière mit zwölf vergoldeten Silberlöffeln von etwa 1819/38 für 6.000 Euro (Taxe 2.500 bis 4.000 EUR), eine Moskauer Cloisonné-Kanne der spätesten Zarenzeit im Wert von 10.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und ein Sturzbecher in Form eines Pferdekopfes des Wiener Meisters Vincenz Blasowitz aus dem Jahr 1856, der um 8.000 Euro den Stall wechselte (Taxe 2.500 bis 5.000 EUR). Alexander Schöller, ebenfalls in Wien ansässig, zeichnet für eine vergoldete, edle Empire-Kanne von 1846 verantwortlich, die sich leicht auf 6.000 Euro verbesserte, Würbel & Czokally für eine historistische, 13.000 Euro teure Speisegarnitur der Firma Schwarz und Steiner (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Glas

Johann Joseph Mildners Becher mit dem Portrait des kunstverständigen Mäzenen Joseph Edler von Fürnberg aus dem Jahr 1799 errang mit 24.000 Euro den ersten Platz der Glasabteilung (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR), noch vor den eigentlich als Favoriten gehandelten St. Petersburger Vasen um 1830, die sich aber nur bis zur unteren Taxe von 20.000 Euro hangelten – und natürlich vor dem großen Neorokokoluster der Firma J. & L. Lobmeyr von etwa 1884, den aber für 60.000 bis 80.000 Euro niemand haben wollte. Anton Kothgasser folgte dann mit einem Ranftbecher samt Amor auf der Mondsichel zur unteren Schätzung von 9.000 Euro, und die sechs Glasbildern nach Alfred Rethels Holzschnittfolge „Totentanz“ von Johann Zacharias Quast aus dem Jahr 1868 ebenso bei 14.000 Euro.

Porzellan

Das Porzellan errang ähnlich solide Ergebnisse. Ob 22.000 Euro für eine Deckelterrine der Wiener Firma Claudius Innocentius Du Paquier um 1725 (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR), 23.000 Euro für den am Kaukasus gefesselten Prometheus aus der Manufaktur Carlo Ginori in Italien um 1765/70 (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR), 15.000 Euro für Johann Friedrich Böttgers chinesischer Pagode aus der frühen Meißner Produktion mit der Johanneums-Nummer 219 als Ausweis kurfürstlich sächsischer Herkunft (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder auch 13.000 Euro für ein Service aus der ungarischen Manufaktur Herend, das unter der damaligen Leitung von Mór Fischer Farkasházy um 1865 für den bald darauf erschossenen Kaiser Maximilian von Mexiko entstand (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR) – jede der großen Produktionsstätten wurde freundlich bedacht. Kein Glück hatte ein russischer Soldatenteller für geschätzte 60.000 bis 90.000 Euro, was aber ohnehin zu hoch gegriffen war, da in der Regel nur Biedermeierteller diese Preise erzielen. Dieses Stück stammte aber erst von 1895.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



05.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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16.10.2008, Antiquitäten und Möbel

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Diesmal Giovanni della Robbia

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3 Stühle,
 Österreich, um 1810/20
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Josef Ulrich Danhauser Manufaktur, Fauteuil, Wien um 1825
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Johann Baptist Straub zugeschrieben, Bozzetto einer weiblichen Heiligen
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Johann Baptist Straub zugeschrieben, Bozzetto Putto mit Helm
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Deckelkrug, um
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Gottfried Heyner, Schützenpokal, Breslau 1701
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3 Stühle, Österreich, um 1810/20

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Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

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Porzellanmanufaktur Herend, Kaffeedéjeuner für Ferdinand Maximilian, Erzherzog von Österreich, um 1865

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Taxe: 7.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

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Manufaktur Claudius Innozenz du Paquier, Deckelterrine, Wien um 1725

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Taxe: 20.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 1252

Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Hl. Sebastian, um 1760/70

Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Hl. Sebastian, um 1760/70

Taxe: 11.000 - 13.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 957

Meister von Großlobming, Auferstandener Christus, um 1400/25

Meister von Großlobming, Auferstandener Christus, um 1400/25

Taxe: 75.000 - 100.000 EURO

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Losnummer: 921

Vincenz Blasowitz, Sturzbecher

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Taxe: 2.500 - 5.000 EURO

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Étienne Avril, Damenschreibtischchen, Ende 18. Jahrhundert

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Taxe: 11.000 - 13.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

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Vasenpaar, St. Petersburg, um 1830

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Johann Joseph Mildner, Becher mit dem Porträt Joseph Edler von Fürnberg, Gutenbrunn 1799

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 Porzellanmanufaktur Meißen,  Johann Friedrich Böttger, Pagode, um 1725/30

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Taxe: 15.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 1279

Johann Baptist Straub zugeschrieben, Bozzetto einer weiblichen Heiligen

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Taxe: 1.600 - 1.800 EURO

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Philipp Jakob Straub Werkstatt, Hl. Petrus, Graz um 1740/50

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Taxe: 15.000 - 17.000 EURO

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Sitzbank, Österreich, um 1830/35

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Losnummer: 810




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