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Malerkollegen wie Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff schätzten ihn sehr, doch er starb viel zu früh, um berühmt zu werden: Im Hamburger Ernst Barlach Haus wird jetzt das Werk des Expressionisten Walter Gramatté wiederentdeckt

Bilder eines Vergessenen



Walter Gramatté, Der Kranke mit den Blumen, 1918

Walter Gramatté, Der Kranke mit den Blumen, 1918

Ein schmalgesichtiger, junger Mann steht vor einem Fensterkreuz, das sich wie ein Kruzifix über seinem Kopf erhebt. Sein Gesicht wirkt fahl, die Haut bläulich, die Wangen eingefallen. Das Gemälde „Selbst mit Fensterkreuz“ von 1926 zeigt das Antlitz des früh verstorbenen Malers Walter Gramatté (1897-1929). Sein nahezu unbekanntes Werk wird jetzt im Ernst Barlach Haus in Hamburg in einer aufschlussreichen Ausstellung wiederentdeckt. Die Porträts, Stillleben, Figurenbilder, Landschaftsdarstellungen und Illustrationen Gramattés sind geprägt von Existenznot, Krankheit, Angstzuständen und einem diffusen Gefühl des Verlorenseins in der Welt. Zustände des Kontrollverlustes lassen sich an seinen ausgemergelten Figuren mit insektenartigen Körpern, langen, tastenden Fingern und riesigen, brennenden Augen ablesen. Sie fallen in Schluchten oder werden von geheimnisvollen Strahlen durchdrungen. Die porträtierten Personen, darunter immer wieder seine Frau, die Musikerin Sonia, aber auch bedeutende Förderer wie die Hamburger Kunsthistorikerin Rosa Schapire, nehmen oft extreme und verrenkte Haltungen ein. Sie durchbohren den Betrachter mit den Augen oder halten sie vollkommen in sich gekehrt geschlossen. Gramatté selbst wollte mit seinen ebenso verstörenden wie berührenden Bildern eine „zufallslose Magie schaffen“.


Sein Werk ist stark autobiografisch geprägt. Als 17Jähriger zog er freiwillig in den Ersten Weltkrieg. Dort erlitt er Verletzungen, die ihn, gepaart mit seiner ohnehin kränklichen Konstitution, zu einer schwachen, gebrochenen Gestalt machten. Dennoch arbeitete er unermüdlich als Künstler in Hamburg, Berlin und Barcelona, schloss Freundschaften mit den Expressionisten Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff und konnte einige Ausstellungserfolge verzeichnen. Sein schmales Œuvre, das er während 15 aktiver Künstlerjahre schuf, blieb lange Zeit unbeachtet. Die Ausstellung im Barlach Haus ordnet Walter Gramatté nun als zu Unrecht vergessenen Maler ein, der sich in seinen intensivsten und schonungslosesten Bildern mit dem Menschen als alterndes, scheiterndes und dem Tode unentrinnbar ausgeliefertes Wesen auseinandersetzt.

Dennoch gibt es, auch das zeigt die Ausstellung, daneben die stille und lichte Seite im Werk Gramattés. Stark fixiert auf seine als Pianistin und Violinistin erfolgreiche russische Frau Sonia, malt er sie immer wieder in der häuslichen Umgebung: umgeben von Blumen und Ornamenten, in Rückenansicht am Klavier, beim Verfassen eines Briefes oder schlafend im Bett. Sein letztes Porträt von Sonia aus dem Jahr 1928, das er liebkosend mit ihrem Spitznamen „Mein Hulele-Bild“ betitelte, zeigt eine früh gealterte, aber entschlossen wirkende Frau mit verschränkten Armen vor einem schwarzen Fond. Es nahm, wie er in seinem Testament schrieb, für ihn einen entscheidenden Rang in seinem Werk ein.

Die wenigen Stillleben, die er in den 1920er Jahren schuf, zeigen welkende, triste Pflanzen in merkwürdig verschlossenen Interieurs oder fast metaphysische, symbolhafte Kompositionen mit tickender Uhr. Auf den Landschaftsgemälden taucht häufig die südliche Natur Spaniens auf. Dorthin war das Ehepaar Gramatté für einige Jahre ausgewandert. Zeitlebens war Walter Gramatté mit einigen zeitgenössischen Literaten befreundet, für die er Buchillustrationen anfertigte. Auch hier zeigt sich ein tiefes Verständnis für menschliche Seelenabgründe und gebrochene Figuren. Walter Gramatté stirbt im Frühjahr 1929 im Alter von nur 32 Jahren. Seinen Grabstein auf dem Friedhof Berlin-Wilhelmshagen gestaltete sein Künstlerfreund Karl Schmidt-Rottluff, der auch den künstlerischen Nachlass Gramattés ordnete und so sein ebenso eigentümliches wie besonderes Werk vor dem Vergessen bewahrte.

Die Ausstellung „Wiederentdeckt: Walter Gramatté (1897-1929)“ ist bis zum 1. Februar 2009 zu sehen. Das Ernst Barlach Haus hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Heiligabend und Silvester bleibt das Haus geschlossen, 1. und 2. Weihnachtstag sowie Neujahr offen. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der Katalog ist im DuMont Buchverlag Köln erschienen und kostet im Museum 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Ernst Barlach Haus

Baron-Voght-Straße 50a

DE-22609 Hamburg

Telefon:+49 (040) 82 60 85

Telefax:+49 (040) 82 64 15



12.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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26.10.2008, Wiederentdeckt: Der Expressionist Walter Gramatté (1897-1929)

Bei:


Ernst Barlach Haus

Bericht:


Ernst Barlach Haus zeigt Kanzlers Kunst

Variabilder:

Walter
 Gramatté, um 1918
Walter Gramatté, um 1918

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Walter Gramatté, Sterbender Wald I, 1922
Walter Gramatté, Sterbender Wald I, 1922

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Walter Gramatté, Stillleben mit Uhr und Tulpentopf, 1921/22
Walter Gramatté, Stillleben mit Uhr und Tulpentopf, 1921/22

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Walter Gramatté, Müdes Blumenmädchen (Sonia Gramatté), 1922
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Walter Gramatté, Selbstbildnis (Paris), 1922
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Variabilder:

Walter Gramatté, Selbstbildnis mit rotem Mond, 1926
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Walter Gramatté, um 1918

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Walter Gramatté, Sterbender Wald I, 1922

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Walter Gramatté, Stillleben mit Uhr und Tulpentopf, 1921/22

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Walter Gramatté, Müdes Blumenmädchen (Sonia Gramatté), 1922

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Walter Gramatté, Selbstbildnis (Paris), 1922

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Walter Gramatté, Selbstbildnis mit rotem Mond, 1926

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Walter Gramatté, Selbst als Katze, 1923

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Walter Gramatté, Porträt Rosa Schapire, 1920

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Walter Gramatté, Mädchen am Spiegel, 1921

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Walter Gramatté, Morgen am Meer (Hiddensee), 1921

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Walter Gramatté, Musizierendes Mädchen (Mädchen am Harmonium), 1922

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Sonia und Walter Gramatté, Dezember 1920

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