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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Roh, kantig und unverfälscht: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen eine umfassende Werkschau des Bildhauers Stephan Balkenhol

Figuren zwischen Trauer und Glück



Schwarze Hose, weißes Hemd, der Kragen offen. Die „Vier Männer auf Bojen“, die der Bildhauer Stephan Balkenhol bereits vor 15 Jahren an vier markanten Stellen auf Elbe und Alster platziert hat, gehören mittlerweile zum festen Inventar der Kunst im öffentlichen Raum in der Hansestadt. Mit ihrem neutralen Outfit, dem leicht abwesenden Gesichtsausdruck und ihrem keinesfalls aus der Norm fallenden Habitus verkörpern sie eine typische Existenzform unserer Zeit. Den modernen Mann ohne besondere Eigenschaften, wie er millionenfach die Büroetagen der großen Konzerne, Banken und Behörden bevölkert.


In den Hamburger Deichtorhallen sind die stets aus einem Stamm gehauenen Figuren des 51jährigen Bildhauers jetzt in einer umfassenden Werkschau zu sehen. Auf rund 3.000 Quadratmetern versammelt die Ausstellung rund 100 Arbeiten aus der Zeit zwischen 1982 und 2008. Allein 30 Arbeiten sind in den letzten zwei Jahren neu für Hamburg entstanden. Neben Holzskulpturen sind Reliefs, Wandbilder, wuchtige Holzparavents, Zeichnungen und auch frühe Schwarzweißfotografien zu sehen.

Doch im Grunde seines Herzens ist Balkenhol Bildhauer. Einer, der in vier Stunden einen lebensgroßen weiblichen Akt aus einem Stamm heraushauen kann und in zwei Stunden einen Torso oder eine kleinere Figur. Er bearbeitet weiches Holz, erst mit der Kettensäge, dann mit feineren Instrumenten. Die Figuren tragen die groben Kerben und Furchen ihrer Bearbeitung. Sie sind weder fein geschliffen noch glatt geschmirgelt. Ihnen haftet etwas Ursprüngliches, Authentisches, im besten Sinne Handgemachtes an. Zum Abschluss verpasst Balkenhol ihnen höchstens noch einen matten, lasierenden, meist monochromen Farbüberzug.

Studiert hat er in Hamburg. Bei Ulrich Rückriem, einem anderen zupackenden Bildhauer von echtem Schrot und Korn. Ein großer Teil seines Werkes befindet sich heute noch in der Stadt. Die Beziehungen sind nie abgebrochen. „Wir haben alte, in Hamburg entstandene Arbeiten mit neueren Arbeiten konfrontiert. Das ist wie ein Familientreffen“, so Robert Fleck, der Direktor der Deichtorhallen. Da findet man immer wieder auf Holzsockeln stehende Figuren, einen riesigen Thron oder Tiere, wie die berühmte Gruppe der „57 Pinguine“ aus dem Museum Moderner Kunst in Frankfurt. Die Arbeit „12 Freunde“, ein frühes Relief von 1988, zeigt, ähnlich wie die zur gleichen Zeit entstandenen Fotoarbeiten von Thomas Ruff, den engeren Kreis des Künstlers. Ansonsten keine Porträts, sondern Prototypen.

„Balkenhols Figuren sind ausdruckslos und individuell zugleich“, erläutert Robert Fleck. „Sie zeigen keine Emotionen. Jede sieht anders aus. Nur die Handhaltung zum Beispiel ist immer etwas variiert.“ Bestimmte Motive aber kehren immer wieder: Der stereotype, mittelalte Mann im weißen Hemd mit dunkler Hose. Mal ist er der Gefangene, mit Fußfessel und schwerer Kugel, neben ihm die Königin. Mal bewundert er, scheu in der Ecke stehend, eine kniende, überdimensionale Nackte. Neben den Menschen interessieren Balkenhol auch zoologische Darstellungen. Ein mächtiger, wohlgeformter Löwe taucht da auf oder der Mann mit Elefantenkopf. Auf seinen neueren Reliefarbeiten finden sich Ornamente, Weinranken, dünne Zweige mit Vögeln und verschlungene Bänder. Andere Reliefs bilden architektonisch einprägsame Gebäude, Landschaften oder Stadtkulissen ab: die Grindelhochhäuser in Hamburg, die Sächsische Schweiz, ein Blick über das nächtliche Tokio, ein 1960er Jahre-Hochhaus in Karlsruhe. Man könnte sich das alles auch gemalt vorstellen, aber der bildhauerische Gestus gibt diesen Arbeiten erst Tiefe und Gewicht.

Stephan Balkenhol, der eine Bildhauerprofessur in Karlsruhe innehat, arbeitet in Frankreich. In einer alten Fabrikhalle in Meisenthal, einem kleinen Dorf in den Vogesen. Dort blühte einst die Glasbläserindustrie, nun herrschen Arbeitslosigkeit, Tristesse und Langeweile. Nicht so bei Balkenhol. Er arbeitet sich in stundenlangen Exzessen an seinen Holzklötzen ab. Auf Assistenten verzichtet er weitgehend. Nebenbei organisiert er noch in einem Kulturzentrum Ausstellungen mit Künstlerfreunden. Zuletzt waren dort Arbeiten des Belgiers Jan Fabre zu sehen.

Auf die Frage einer Journalistin der italienischen Zeitschrift „Casa“, ob seine Figuren nun glücklich oder traurig wären, antwortet Balkenhol: „Melancholisch. Der interessanteste Moment ist der zwischen Traurigkeit und Glücklichsein. So ist das Leben. Meine Personen sind ins Ungleichgewicht geraten. Ich zeige, wie sie der Traurigkeit entkommen und versuchen, den Berg des Glücks zu besteigen. Aber dennoch fallen sie immer wieder runter.“

Die Ausstellung „Stephan Balkenhol“ läuft vom 14. November bis zum 1. Februar 2009. Die Deichtorhallen Hamburg öffnen täglich außer montags zwischen 11 bis 18 Uhr. An Heiligabend und Silvester bleibt geschlossen. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog aus dem Snoeck Verlag, Köln, kostet 29,80 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de

Startseite: www.deichtorhallen.de



14.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


14.11.2008, Stephan Balkenhol - Werkschau

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Bericht:


Das Besondere im Alltäglichen

Künstler:


Stephan Balkenhol










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