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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Reiches Angebot an moderner Kunst bei Bassenge in Berlin

Kleinschmidts köstliche Kuchen



Bassenge rüstet auf. Selten hat das Berliner Auktionshaus, eigentlich spezialisiert auf Druckgrafik und Handzeichnungen des 15ten bis 19ten Jahrhunderts, auch in der modernen Kunst ein so starkes Angebot auf die Beine gestellt wie für die diesjährigen Herbstauktionen. Rund 150 ausgewählte Werke finden sich in einem eigenen Katalog zu „Moderne Kunst Teil I“, mit der die dreitägige Auktion am Samstagnachmittag ihren Abschluss findet. Im Mittelpunkt steht eine sechsteilige Offerte des Berliner Expressionisten Paul Kleinschmidt aus der Sammlung des Musical-Unternehmers Rolf Deyhle, die dieser in der Galerie Schlichtenmaier in Grafenau erworben hatte. Die Gemälde sind charakteristisch für Kleinschmidt: Sie zeigen seine Vorliebe für die durch Weiß aufgehellte, fast buttrige Farbe Blau und eine unmittelbare Heranführung des Betrachters an seine eng ins Bild gedrängten Sujets. Das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1924 und stellt ein Stillleben mit Wecker und einem beim wohlgenährten Kleinschmidt fast obligatorischen Kuchenstück dar (20.000 EUR). In einer nordfranzösischen Konditorei ließ es sich der Maler auch 1940 gutgehen (Taxe 40.000 EUR). Für den in eine Theaterfamilie hineingeborenen Künstler lagen auch eine sich die Schuhe zubindende Balletteuse 1940 (Taxe 45.000 EUR) und zwei Tänzerinnen bei der „Garderobe“ nahe, letzteres 1948 ein Jahr vor seinem Tod entstanden (Taxe 40.000 EUR).


Während die expressionistische Malerei sich ansonsten zurückhält, kommen einige beachtliche Grafiken zum Zuge, darunter der Farbholzschnitt „Menschen im Wald“ des damals gerade 20jährigen Conrad Felixmüller von 1918 (Taxe 4.500 EUR), Georg Scholz’ sozialkritische Lithografie „Zeitungsträger“ von 1923 (Taxe 1.200 EUR), Max Kaus’ intimes Blatt „Im Gespräch“ von 1919 (Taxe 2.400 EUR), Elfriede Lohse-Wächtlers bunt-bestürzende Federlithografie „Tod und Sünderin“ (Taxe 1.200 EUR) und Karl Schmidt-Rottluffs kantiger Holzschnitt „Die Schwestern“ von 1914 (Taxe 12.000 EUR). Einziges bildmäßiges Werk von Rang ist Hermann Max Pechsteins Gouache über Tusche „Mädchenakt mit Handspiegel II“ von etwa 1910/11 (Taxe 38.000 EUR). Johannes Walter-Kuraus Landschaft mit Häusern und bewegtem Himmel gibt sich vor 1918 noch deutlich gemäßigt (Taxe 6.000 EUR). Auf impressionistischer Seite können Walter Leistikows schwedische Meeresküste mit einer Kieferngruppe im Vordergrund auf 15.000 und Max Slevogts Ölskizze „Don Quichote steht vor einem vergitterten Holzkarren, in dem ein Löwe liegt“ aus der Zeit um 1907 auf 14.000 Euro rechnen. Max Liebermanns rasches Pastell einer Allee im Tiergarten mit Spaziergängern von etwa 1925 ist mit 60.000 Euro am höchsten dotiert.

Eine große Versteigerung gelang dem Berliner Auktionshaus erst im vergangenen Frühjahr mit einer ungenannten Privatsammlung, die sich auf Käthe Kollwitz konzentriert hatte. Auch jetzt kommt die wohl bekannteste deutsche Künstlerin der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts mit einigen grafischen Blättern aus einer kanadischen Privatsammlung zum Aufruf. Darunter ist die interessante Radierung „Aus vielen Wunden blutest du, o Volk“, mit der Kollwitz noch im Bann des heroischen Symbolismus steht. Nur fünf Exemplare vor der eigentlichen Auflage sollen bekannt sein, dennoch liegt der Preis nur bei 1.800 Euro. Auch die Radierung „Zertretene (Arme Familie)“ von 1900/01 und die Lithografie „Ruf des Todes“ aus der Folge „Tod“ Mitte der 1930er Jahre sind mit bis zu 2.500 Euro recht günstig taxiert.

Ansonsten fesseln zwei meisterliche Handzeichnungen aus ihrer wichtigsten Schaffenszeit während ihrer langen Berliner Jahre: „Frau mit totem Kind“ in Kohle und Kreide von 1903 ist ein erschütterndes Dokument menschlichen Elends (Taxe 30.000 EUR), eine Personengruppe „Im Leichenschauhaus“ die Verbildlichung von echter Trauer und Verzweiflung (Taxe 20.000 EUR). Mit durchaus forciertem Selbstbewusstsein vermag Käthe Kollwitz es hingegen auch, das Bildnis einer unbekannten Frau als Kreide- und Pinsellithografie festzuhalten. Das um 1905 entstandene Blatt war einst Bestand der renommierten Sammlung Lotar Neumann und soll 20.000 Euro kosten.

Edgar Degas schickt eine Bleistiftzeichnung, die den gottgleichen Liebhaber Kaiser Hadrians, Antinous, vorstellen soll. Das Blatt verrät die Entstehungszeit im Atelier von Degas’ Lehrers Jean-Auguste-Dominique Ingres Mitte der 1850er Jahre, als Vorlage diente eine antike Statue (Taxe 30.000 EUR). Mitten im Impressionismus angekommen sind Camille Pissarros furiose Radierung „Jeune Homme lisant“ von 1889 (Taxe 7.000 EUR) und die wie in Tusche gezeichnete Federlithografie „Femme Assise au Bord d’un Ètang“ aus der Zeit um 1874 (Taxe 18.000 EUR). Mit Maurice de Vlamincks Dorfkirche in Öl auf Leinwand wird allmählich expressionistischer Boden auch in Frankreich betreten (Taxe 70.000 EUR).

Von ungewöhnlichen Namen ist die Abstraktion bei Bassenge bestimmt. Carl Buchheisters „Komposition mit zerrissenen Formen (Heitmüller-Portrait)“ von 1924 ist eine Mischtechnik in Tusche, Farbstift, Öl und Aquarell, die den Schritt zur völligen Collage technisch noch nicht endgültig vollzieht (Taxe 12.000 EUR). Der Russe Vassilij Ermilov ist da 1922 bereits weiter: „Meine Wohnung“ ist eine Assemblage mit Uhrpendel, Uhrwerk, Zifferblatt, Türschild und anderen Gebrauchsgegenständen auf einem Schachbrett, die man als Grundriss seiner Häuslichkeit sowohl in architektonischer als auch soziologischer Hinsicht lesen kann (Taxe 18.000 EUR). Hannah Höch verwendete wohl in den 1920er Jahren den Gesichtsausschnitt einer Frau aus einer Illustrierten und vervollständigte das lachende Antlitz, das vielleicht einer jungen Bäuerin gehörte, durch Gouache, Kreide und Aquarell zu einer „Frau im roten Kleid“ (Taxe 20.000 EUR). Fast schon spiritistisch kommt Albert Muellers Halbakt mit Symbol daher, für 15.000 Euro auch unter dem Titel „Erkenntnis“ zu haben. Das zwischen abstrakt und gegenständlich schwankende Ölbild der Zeit um 1920 ist ebenfalls eine Einlieferung der Sammlung Deyhle. Völlig auf Figurales verzichtet Mueller bei einer farbigen Papiercollage von 1914 (Taxe 3.000 EUR).

Adolf Fleischmann widmet sich in recht klassischer Manier dem Zusammenspiel von Formen und Farben in seinem „Abstrahierten Stillleben“ von 1930, auf dem man immerhin noch einen Fisch und ein Musikinstrument ausmachen kann (Taxe 13.000 EUR), und noch 1958 in einer für ihn charakteristischen unbetitelten Gouache für 10.000 Euro, desgleichen Karl Peter Röhl in einer strengen Komposition des Jahres 1925 (Taxe 9.000 EUR). Der rheinische Expressionist Werner Gilles ist bekannt für seine bunten, flächigen Stillleben und Landschaften. Um eine mythologische Szene handelt es sich bei der Öltempera „Mann und Frau in antiken Gewändern, umgeben von Tieren“ aus den späten 1940er Jahren, die für 6.000 Euro angeboten wird. Teuerstes Werk der Auktion ist Marc Chagalls Aquarell und Tusche „Der Traum des Jakob“, in dem der russisch-französische Künstler die biblische Historie mit bemerkenswerter Feinfühligkeit bildlich umsetzt (Taxe 140.000 EUR). Wie eine lustige Horde Skiläufer auf der abschüssigen Piste sieht Henri Michaux’ Tuschzeichnung von 1962 aus, dabei handelt es sich nur um Klekse in Schwarz und Braun auf einem weißen Blatt (Taxe 12.000 EUR). Aus Pablo Picassos klassizistischer Phase stammt die Antikenradierung „Sculpteur et Modèle angenouillé“ von 1939 (Taxe 25.000 EUR).

Wer eine Adlernase hat, der präsentiere sie auf dem Kopf stehend – so jedenfalls auf einer Kohlezeichnung Georg Baselitz’ von 1981 (Taxe 8.000 EUR). Gleich drei Linolschnitte auf großformatigen bemalten Leinwänden aus Jörg Immendorffs Serie „Langer Marsch auf Adler“ von 1991/92 stehen für 9.000 bzw. 10.000 Euro zur Verfügung. Der Dritte im Bunde der berühmten deutschen Zeitgenossen ist A.R. Penck mit seinem zeichenhaften Acrylbild in Schwarz-Grau „Ohne Titel“ von 1994 (Taxe 25.000 EUR). Andy Warhol kommt mit einer Farbserigrafie der berühmten Campell’s-Suppendosen zum Zug (Taxe 12.000 EUR). Richard Pettibone nimmt gerne die Pop Art aufs Korn, diesmal ist es Roy Lichtenstein, dessen „Woman with flowered hat“ er 1963/70 miniaturisierte (Taxe 15.000 EUR). Erfolg wird sicher auch den bronzenen Tierskulpturen Renée Sintenis’ und August Gauls beschieden sein, von denen Bassenge Eule, Fohlen, Esel, Bär, Elefant, Kauz, Strauß, Dromedar und sogar einen Orang-Utan für bis zu 15.000 Euro anbietet.

Die Auktion „Moderne Kunst Teil I“ beginnt am 29. November um 16 Uhr. Schon am 28. November steht ab 10 Uhr der Teil II und 29. November ab 10 Uhr der Teil III vorwiegend mit günstigen grafischen Arbeiten des 20ten Jahrhunderts auf dem Programm. Die Vorbesichtung von Teil I ist noch bis zum 27. November täglich von 10 bis 18 Uhr, am 28. November von 10 bis 16 Uhr beim Kunsthandel Jörg Maaß, Rankestraße 24 in 10789 Berlin, möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.bassenge.com abrufbar.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



27.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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