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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Meißner Möpse



Nicolas Sageot, Schrank, Paris um 1715/20

Nicolas Sageot, Schrank, Paris um 1715/20

Zu welcher Vollendung die große Zeit der Pariser Möbelkunst fähig war, zeigen einmal mehr die teuersten Losnummern auf Kollers heiß ersehnter Einrichtungsauktion am 3. Dezember: Nicolas Sageots großer Bibliotheksschrank von etwa 1715/20 schließt sich der damals besonders in Mode geratenen Boulle-Technik an, indem er den Ebenholzkorpus seines Möbeln an der Front über und über mit eingelegten gravierten Messingfilets überzieht. Jeder Arabeskenkringel ist da als Einzelstück gefertigt, hinzukommen außerordentliche feine vergoldete Bronzebeschläge in Form von wein- und sonnenumrankten Masken. 500.000 bis 900.000 Franken stehen hier auf dem Etikett. Selbst zwei etwas frühere Postamente in gleicher Technik, allerdings unbekannter Herkunft liegen schon bei 240.000 bis 340.000 Franken, ein über und über in Boulle-Technik marketierter Schreibtisch mit rotem Schildpattfond bei 170.000 bis 270.000 Franken. Ebenfalls 500.000 bis 900.000 Franken sollen sechs Fauteuils um 1740/45 kosten, die allerdings keiner bestimmten Pariser Werkstatt zugewiesen werden können. Vermutlich von Giuseppe Maria Bonzanigo aus Turin stammen vier große Fauteuils von etwa 1780 für 160.000 bis 260.000 Franken.


Aus keinem Geringeren als dem Neuen Palais in Potsdam, errichtet weiland von Friedrich dem Großen, stammt ein prächtiger Mitteltisch des Rokoko. Der Künstler ist leider unbekannt, ebenso der Zeitpunkt, zu dem es aus dem stolzen Schloss herausgetragen wurde. Im späten 19ten Jahrhundert war es jedenfalls noch dort (Taxe 280.000 bis 380.000 SFR). Hochherrschaftlich geht es auch mit Ferdinand Hundt weiter. Dieser Virtuose der Schnitzkunst arbeitete unter anderem an den Schlössern in Würzburg und Bruchsal, nur dass der ihm zugeschriebene Rokokospiegel für 10.000 bis 15.000 Franken eventuell deutlich günstiger zu haben ist.

Reichlich Kommoden warten auf Abnehmer, so von Adrien Delorme um 1760 mit floralen Intarsien (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR), oder von Jean-François Hache, der als einer der wenigen Ebenisten der Zeit nicht in Paris, sondern in Grenoble tätig und auch sehr erfolgreich war (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Daniel de Loose arbeite in schlichten frühklassizistischen Formen um 1775 (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR) oder auch der aus Deutschland nach Paris eingewanderte Christophe Wolff, dessen bisher wenig klangvoller Name ein Transition-Stück mit Vasen und Instrumenten um 1770 noch bei 5.000 bis 7.000 Franken verharren lässt.

Ebenso die Schreibtische: Hier sind ein schwarz ebonisiertes Louis XV-Stück vermutlich von Noël Gérard um 1730 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR), ein relativ schlichter Schreibtisch, den aber immerhin Pierre Roussel signierte, für 20.000 bis 30.000 Franken, das umso aufwändigere Werk von Pierre Migeon II. (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR) und Jacques Dubois’ Arbeit mit feinen Blumenranken an den Schubfächern zu nennen (Taxe 160.000 bis 260.000 SFR). Für die Dame steht Mathieu Criaerds schwarzes Lackkabinett mit chinoisem Dekor für 120.000 bis 180.000 Franken zur Verfügung, außerdem ein besonders praktisches Stück wohl von François Honoré Georges Jacob-Desmalters bereits um 1830 mit japanischen Lackpanneaux, das sich bei Bedarf zu einem schmalen Schirm zusammenklappen lässt, dafür aber auch wenig Platz für Utensilien bereithält (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR).

Stilistisch wieder zwei Schritte zurück kommt man mit einem Zylinderbureau von François Gaspard Teuné und Jean-François Oeben um 1755: Die Bronzen sind noch das sprühende Rokoko selbst, doch der ganze Korpus mit seinen kassettierten Marketerien wirft schon die Schatten des Klassizismus voraus (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Ganz dort angekommen sind rund fünf Jahre später ein stilllebenartig mit Tassen und Blumen geschmücktes Bonheur du Jour vermutlich von Charles Topino (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR) und um 1775/80 ein kleines Zylinderbureau mit Aufsatz von Claude-Charles Saunier (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Allerdings gibt es auch in dieser Zeit noch deutliche Unterschiede. So steht der betont sachlichen Form von Sauniers Möbel ein in den Formen nicht minder strenges, aber durch die Vergoldung und reichere Schnitzereien prunkvolleres Paar Kanapees von Jean-Baptiste Lelarge III. fast zur selben Zeit gegenüber (Taxe 160.000 bis 260.000 SFR). Eine Kombination aller drei zu einem Ensemble wäre keine Augenweide. Aus Gründen der Optik möchte man auch Georges Jacobs Konsole vorerst lieber als Einzelstück betrachten, ehe sich vielleicht etwas Passendes findet. Der bedeutende Pariser Ebenist wählte als Fassung für seine kleinteilig klassizistisch beschnitzte Holzkonstruktion ein Grauweiß (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR).

Die bedeutendsten Ebenisten des Louis XVI werden gelegentlich mit Jean-Henri Riesener und Adam Weisweiler angegeben. Letzterer erlernte sein Handwerk in der Neuwieder Werkstatt David Roentgens, ehe er sich wie einige andere seiner deutschen Kollegen in Paris niederließ und dort 1778 Meister wurde. Sein runder Salontisch aus etwa dieser Zeit beeindruckt nicht nur durch die feine klassizistische Eleganz, sondern auch durch seine Zerlegbarkeit in handliche, transporttaugliche Einzelteile (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR). Riesener kann für zwei steife Konsolen von etwa 1775 nicht sicher in Anspruch genommen werden, auch wenn sie auf den ersten Blick seine Handschrift zu tragen scheinen (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Roentgen ist übrigens auch da: Sein Blatt auf einem ovalen Gueridon mit einer chinesischen Parkszene basiert auf einer Vorlage von François Boucher (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR), womit er sich demselben französischen Schnellzeichner widmet wie eine römische Werkstatt, die im Jahr 1799 eine stilllebenartige Personengruppe kunstfertig in Terrakotta nacharbeitete (Taxe 45.000 bis 75.000 SFR).

Ein Kamel muss ran, damit ein fröhlicher Parasolhalter auf Jean-Joseph de Saint-Germains vergoldeter Bronzeuhr, einem von mehreren „modèles exotiques“, ganz oben aufsitzt (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR). Bei einem Cartel nach einem Modell wohl von Charles Cressent hängt die Dame mit Schirm um 1730 in etwas schwindelnder Haltung am unteren Rand und schaut denn auch etwas unsicher gen Abgrund (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Gleichzeitig baute der Danziger Meister Johann Simon Betzmayr um 1750 eine feine Tischuhr und hüllte sie in eine kraftvolle, fast derbe norddeutsche vergoldete Barockfassung (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR).

Prunkstück einiger Augsburger Arbeiten des 17ten Jahrhunderts ist ein von Jacob Maijr signiertes Carillon von etwa 1675/80, dessen äußerer Aufbau mit Schildpattintarsien, gesprengtem Schweifgiebel und Auszug samt Figurenbekrönung an einen prächtigen Barockaltar erinnert. Mit 380.000 bis 480.000 Franken ist es die teuerste Uhr der Auktion. Erst im März 2003 wurde sie im Münchner Auktionshaus Hampel für 75.000 Euro gehandelt. Den ersten Preis für Eleganz wird man wohl dem von Balthazar Lieutaud signierten Gehäuse für ein Werk von Jean-Baptiste Lepaute um 1770/75 zuerkennen müssen. Die Standuhr mit geflügeltem Zeitputto obenauf ist ein frühklassizistisches Prunkstück par excellence (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR).

Dann gibt es noch einige gänzlich dekorative Stücke. Die absolute Spitze ist hier ein Paar Möpse, die aus der Meißner Porzellanmanufaktur nach Paris eingeflogen und von niemandem anders als Johann Joachim Kändler entworfen wurden. Doch nicht nur das: Eine Pariser Meisterwerkstatt um 1780 ließ es sich nicht nehmen, sie auch noch auf vergoldete Bronzekissen zu betten, die so echt aussehen, dass man meint, sie seien es auch. 320.000 bis 450.000 Franken gehen wohl zu gleichen Teilen aufs Konto von Meißen und Paris. Gegen Ende des 18ten Jahrhunderts entsprang einer anderen Pariser Werkstatt eine große Jardiniere aus grünlich patinierter Bronze, die man stilistisch gar nicht so recht einordnen kann. Sogar Renaissancerollwerk gehört zu ihrem reichen Repertoire (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 3. Dezember um 10 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch einsehbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



01.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Mitteltisch, Deutschland, um 1750
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Mathieu Criaerd, Damenbureau, Paris um 1760

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Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Losnummer: 1200

François Honoré Georges Jacob-Desmalter, Damensekretär, Paris um 1830

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Taxe: 40.000 - 70.000 SFR

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Pierre Migeon IV, Pierre Migeon II., Bureau-Plat, Paris um 1745

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Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Losnummer: 1172

Adrien Delorme, Kommode, Paris um 1760

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Taxe: 70.000 - 120.000 SFR

Losnummer: 1190

David Roentgen und Werkstatt, Gueridon, Neuwied um 1775/80

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Taxe: 30.000 - 50.000 SFR

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Adam Weisweiler, Salontisch, Paris um 1780

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Taxe: 300.000 - 500.000 SFR

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Jacob Maijr, Kabinettuhr mit Carillon, Augsburg um 1675/80

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Taxe: 380.000 - 480.000 SFR

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Mitteltisch, Deutschland, um 1750

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Taxe: 320.000 - 450.000 SFR

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Charles Topino zugeschrieben, Bonheur du Jour, Paris um 1760

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Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Zuschlag: 100.000,- SFR

Losnummer: 1192

Bureau Mazarin, Paris, um 1710

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Taxe: 170.000 - 270.000 SFR

Zuschlag: 175.000,- SFR

Losnummer: 1112

Giuseppe Maria Bonzanigo zugeschrieben, 4 Fauteuils, Turin um 1780

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Taxe: 160.000 - 260.000 SFR

Losnummer: 1291




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