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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

85 Jahre Karl & Faber mit moderner und zeitgenössischer Kunst

Koester malt auch Blumen



Einen Tag nach den Alten und Neueren Meistern feiert das Münchner Unternehmen Karl & Faber auch mit der modernen und zeitgenössischen Kunst sein 85jähriges Bestehen als eines der ältesten deutschen Auktionshäuser. Rund dreihundert ausgewählte Werke haben sich am 5. Dezember zu einer großen Nachmittagsauktion versammelt, zusätzlich kommen noch einmal mehr als achthundert Werke an zwei Tagen zum Ausruf. Mit dieser Auswahl spielt das Haus mit in der ersten Liga des deutschen Auktionsmarktes, wenn auch vielleicht nicht an der allerobersten Spitze. Geboten werden überwiegend deutsche Meister aus so gut wie allen Stilrichtungen vom Impressionismus an, dazu einige Granden aus anderen Ländern, das ganze verpackt in einer Mischung aus hochkarätigen Spitzenlosen und zahlreichen Künstlern der zweiten und dritten Garde, denen eine gewisse Aufmerksamkeit nicht zuletzt für die Erkenntnis nicht schaden kann, welche Reichhaltigkeit das Kunstschaffen im 20sten Jahrhundert entfaltet hat.


Moderne Kunst

Zeitlich macht Max Liebermann als einer der Ältesten den Anfang. Noch in die Zeit um 1895, als sein Name noch nicht in ganz Europa erschallte, datiert eine Dünenlandschaft, die er während einer seiner Hollandreisen in Kohle wischte (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Unverkennbar zeigt erst eine Strandszene in Noordwijk seine besondere künstlerische Handschrift, die sich durch große Spontaneität und Leichtigkeit in der Pinselführung auszeichnet. Das kleine Ölbild entstand im Jahr 1908 (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Während Corinth und Slevogt Absenz bevorzugen, gesellt sich Leo Putz als Impressionist zu Liebermann. Obgleich seine elegant gekleidete Frau in einem Boot am Ufer 1913 bereits in der Hochphase des Expressionismus entstand. Doch letztlich konnte sich der 1869 geborene Künstler nie zu einer wirklich formauflösenden Malerei durchringen und blieb damit den Idealen seiner Münchner Künstlerfreunde von der „Scholle“ treu (Taxe 120.000 bis 140.000 EUR). Für Alexander Koesters „Fingerhut in Vase“ gilt Ähnliches, das Bild entstand sogar erst um 1926/32 in den letzten Lebensjahren des Künstlers (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Außerdem gibt es ein Ölbild Lesser Urys mit der Jahreszahl 1911, das eine Landschaft mit Bauern bei der Feldarbeit zeigt (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Markante Arbeiten des Expressionismus fehlen diesmal. Einzig Gabriele Münters „Ansicht bei Murnau“ und „Winterliche Straße in Sèvres“ können darauf einigen Anspruch erheben, doch zeigen die zwischen 1903 und 1907 datierten Ölbilder noch deutlich die Suche der jungen Malerin nach einem eigenen künstlerischen Ausdruck, die sie zunächst zum französischen Impressionismus und erst später zu dem leitete, was man heute „Expressionismus“ zu nennen pflegt (Taxen 30.000 bis 35.000 und 50.000 bis 60.000 EUR). 1914 hatte sie den ihr gemäßen Ausdruck in einer gemäßigt reduzierten Form gefunden, wie die von starken Grünakzenten lebende Ansicht des Landhauses Mariahalde nahe dem Schweizerischen Rorschach bezeugt. Die Künstlerin war bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit ihrem Ehemann Wassily Kandinsky aus Deutschland geflohen (Taxe 140.000 bis 160.000 EUR). Dieser wiederum versuchte sich 1931, lange nach dem Bruch mit Münter, in einer Tuschfederzeichnung zur Ergründung der Beziehung verschiedener geometrischer Formen zueinander (Taxe 28.000 bis 34.000 EUR).

Noch grüner als Münters Mariahalde ist Adolf Erbslöhs weite Landschaft bei Calenberg von 1909. Allein dieses satte Grün der von einem Hügel aus betrachteten Felder und Bäume macht das Gemälde zu einem unverwechselbaren Werk des Münchner Expressionisten (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Braune Soße macht sich dagegen auf Emil Noldes Aquarell „Chinesisches Meer mit Segler und rauchendem Schlepper“ breit. Trotzdem hat dem Künstler die Ostasienreise 1913 gut gefallen (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR). Als Zeichnung ist außerdem Heinrich Campendonks Tusche „Friedhofkatze“ aus dem Jahr 1913 recht bemerkenswert. Das Blatt zeigt sichtlich den Einfluss Franz Marcs, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft Campendonk zur Entstehungszeit 1913 lebte (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Unverkennbar eigenständig arbeitete dagegen Lyonel Feininger, von dem einige seiner gezeichneten und zum Teil aquarellierten Schiffs- und Dorfkirchenzeichnungen wie „Umpferstedter Kirche“ von 1930 (Taxe 28.000 bis 32.000 EUR) und „4-Mast Bark Abraham Rydberg“ aus dem Jahr 1934 (Taxe 38.000 bis 45.000 EUR) sowie zwei Holzschnitte für bis zu 12.000 Euro zum Aufruf gelangen. Erich Heckel tritt mit einer glühenden „Schneelandschaft“, als Aquarell mit Deckfarben 1919 niedergelegt (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), und Christian Rohlfs mit dem Aquarell eines liegenden nackten Knaben von 1907 in Erscheinung (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

In Griechenland hochgeschätzt ist Jorgo Busianis, hierzulande kennt den 1959 verstorbenen Künstler kaum ein Mensch. Doch war er schon zu Lebzeiten hochbezahlt, so dass sich auch für sein um 1925 entstandenes Ölbild „Mutter mit Kind“ sicher ein Liebhaber finden wird, der 50.000 bis 60.000 Euro dafür hergibt. Iwan Puni ist mit seinem kubistisch anmutenden Stillleben mit Stuhl 1927 durchaus auf der Höhe der Zeit, vergleicht man die freilich etwas elaborierteren und überzeugender komponierten Arbeiten seines Zeitgenossen Juan Gris (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR). Pierre Roys „L’Orage“ vom Ende der 1920er Jahre mit Rat und Schere dokumentiert den Einfluss der französischen Surrealisten (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Alberto Giacometti kennt man dagegen auf dem ganzen Erdglobus. Rasch mit Kugelschreiber „Deux Têtes“ hingeschmiert, und schon ist man 24.000 bis 28.000 Euro reicher. Für bis zu 18.000 Euro sind einige Blätter aus Pablo Picassos Langzeitprojekt „Suite Vollard“ zu haben.

Aus der Masse an Werken weniger bekannter und darum meist günstigerer Künstler sind Rudolf Auslegers schöne Temperaarbeit „Segelboote im nächtlichen Hafen“ von 1953 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), Thilo Maatschs Kapitalismuskritik eines geldgierigen Industriellen mit dem Titel „Bildnis eines Stinnesen“, gemünzt auf Hugo Stinnes, von 1928 (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR), Henryk Stazewskis abstrakt-geometische „Komposition mit schwarzem Viereck“ von etwa 1931/32 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Fritz Stuckenbergs ebenfalls ungegenständliche Farbspielereien von Ende der 1910er Jahre für bis zu 3.000 Euro und Theodor Werner zu nennen, der in den 1920er Jahren noch recht wirklichkeitsgetreu zwei Mühlen inmitten schöner Landschaften darstellte (Taxen zwischen 5.000 und 8.000 EUR), um in den frühen 1940ern zu linearen Kompositionen mit abstraktem Gehalt zu gelangen, die Titel wie „Prometheus“ (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und „Lunar“ tragen (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Prunkstück der Skulpturen ist Georg Kolbes „Kleine Amazone“, deren hoher Schätzpreis von 75.000 bis 85.000 Euro sich aus der Datierung des Bronzegusses vor dem Ersten Weltkrieg rechtfertigt.

Zeitgenössische Kunst

Abstraktion beherrscht die Kunst nach 1945: Winfred Gauls meditatives Blau mit orangefarbenem Querstrich „Ogetto di contemplazione“ von 1961 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), Serge Poliakoffs grünrotes Puzzle in Gouache aus dem Jahr 1958 (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR), Rupprecht Geigers roter Klecks auf nicht minder suggestivem Blau „OE 270“ aus dem Jahr 1958 (Taxe 26.000 bis 28.000 EUR) und Günter Fruhtrunks „Verdichtung“, ein Streifenfrühwerk aus dem Jahr 1955 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), geben sich insgesamt recht zurückhaltend und suchen eher die Verbindung zum Betrachter als seine Provokation. Bei Emil Schumachers informeller Gouache ohne Titel von 1972 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) und Mattia Morenis „Immagine di Legno“ von 1962 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) kann man da nicht mehr so sicher sein, und selbst Ernst Wilhelm Nays 1963 schon gegen Ende eines bewegten Lebens entstandene „Vierfalt in Rot“ bedeutet noch einmal einen großen Schritt hin zum abstrakten Expressionismus, wie er jenseits des Atlantiks gepflegt wurde (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR).

Vollends wild und gestisch wird es auf einer grauschwarzweißen Mischtechnik Emilio Vedovas von 1961 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und einem Ölbild Jean Miottes, das die „Exaltation“ 1961 bereits im Namen trägt (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Einer der wichtigsten Meister des deutschen Informel ist abgesehen von Schumacher der 1989 verstorbenen Gerhard Hoehme. In den vergangenen Jahren etwas stiller geworden, erringen seine Werke doch immer wieder hohe Zuschläge, so dass auch für seinen „Föhn“ von 1956 und ein „Kabbalistisches Ei“ aus dem Jahr 1964 Chancen auf je 25.000 bis 35.000 Euro bestehen. Dass das Wilde und Ungezügelte freilich nicht auf die gegenstandslose Malerei beschränkt sein muss, dafür liefert Heimrad Prem den besten Beweis. „Reisefieber“ schlägt sich 1963 in einem rohen Farbenrausch nieder (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR), die „Jüngste Jugend“ bestand für ihn 1969 aus heißem Sex im Auto (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), und wenn es mal nicht weiterging mit dem Malen, dann versuchte er es mit LSD und ließ seiner Fantasie mit „Amazonen II“ freien Lauf. Kein Wunder, dass der Künstler 1978 so jung gestorben ist (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Der zwanzigste Todestag des bayerischen Politikprofis Franz Josef Strauß will auch auf einer Auktion gefeiert werden. Peter Tomschiczeks posthumes Portrait des etwas gedrungenen Mannes wartet für 15.000 bis 18.000 Euro auf begeisterte Fans. Für Freunde der Marx Brothers oder des Sängers Mick Jagger stellt Andy Warhol die entsprechenden und bekannten Farbserigrafien zur Verfügung (Taxen zwischen 20.000 und 28.000 EUR). Sogar der spanische Altmeister Velázquez hupft durchs Bild: 1973 wählte Richard Hamilton dessen berühmtes Familienportrait „Las Meninas“, um seinen Beitrag zur „Hommage à Picasso“ 1973 aus Anlass des Todes des großen Künstlers zu leisten (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR). Neo Rauchs „Der Kontrabass“ von 1988 ist ein Frühwerk des Heisig-Schülers und bezieht sich auf das gleichnamige Ein-Mann-Theater Patrick Süskinds (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Die Koreanerin Minjung Kim lässt die psychedelische Flower-Power-Zeit in ihrer blühenden, farbigen Reispapiercollage „Pieno di Vuoto“ wieder aufleben (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Fritz Koenigs Bronze „Gerahmte Figuren“ von 1960 ist mit 25.000 bis 35.000 Euro die teuerste Skulptur bei den Zeitgenossen.

Die Auktion beginnt am 5. Dezember um 15:30 Uhr. Die Vorbesichtung findet noch bis zum 2. Dezember täglich von 9 bis 18 Uhr, am 3. Dezember von 9 bis 12 Uhr statt.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



02.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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