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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gegenwartskunst bei Hauswedell & Nolte

Die Kugel am Schloss



Einen wichtigen Teil seines Angebots an zeitgenössischer Kunst hat das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte wie jeden Herbst bereits in seine ausgewählten Werke am 5. Dezember verpackt. Dennoch lohnt auch ein Blick in Katalog Nummer 414, der einen Tag später rund 360 weitere Werke von Künstlern nach 1945 meist im drei- oder vierstelligen Schätzpreisbereich präsentiert. Hier sind Entdeckungen möglich von guten Künstlern, die es in der Flut an Neuem während der vergangenen Jahrzehnte einfach nicht geschafft haben, unter der Handvoll Stars in der ersten Liga mitzuspielen. Oder günstigere Arbeiten von jenen, die man zwar schätzt, sich aber in der Regel nicht leisten kann. Joseph Beuys beispielsweise wollte alle an seiner Kunst teilhaben lassen und hat daher eine ganze Menge auch preiswerter Ware auf den Markt geworfen, angefangen von Serigrafien wie der „3-Tonnen-Edition“ von 1973/85 (Taxe 1.200 EUR) über Multiples wie eine „Holzpostkarte“ 1968 (Taxe 600 EUR) bis hin zu seiner Filmrolle „Transsibirische Bahn“ von 1980, die sich für 3.000 Euro abspulen lässt. Oder das Hamburger Urgestein Horst Janssen, dessen Farbholzschnitt „Rote Reiter“ von 1957 lediglich 6.000 Euro verlangt.


Freunde der gemalten Abstraktion werden bei einer lockeren Gouache und Tusche in Rot und Schwarz von Peter Brüning aus dem Jahr 1957 (Taxe 4.000 EUR) oder bei Bernard Schultze fündig, der ein Jahr zuvor ebenfalls eine recht wilde und eher düstere „Komposition“ in Gouache und Tusche zu Papier brachte (Taxe 7.500 EUR). Ganze zweimal musste Fred Sandback 1976 absetzen, schon war seine minimalistische Konstruktion zweier gewinkelter Linien in gelber Kreide fertig (Taxe 3.000 EUR). Noch den klassischen Farbflächenzusammenstellungen der 1920er Jahre zeigt sich der Schwede Erik Olson in zwei Kompositionen von 1949 und 1955 verpflichtet, wobei das jüngere Holzrelief mit Bemalung immerhin die dreidimensionale Ebene mit einfließen lässt (Taxen 3.000 und 5.000 EUR). Der Badener Hans Kuhn, Jahrgang 1905, pflegte etwa in „Wintermond“ von 1952 eine mehr Abstraktion neigende Zeichensprache, die an die zeitgleichen Bilder Ernst Wilhelm Nays gemahnt (Taxe 6.000 EUR). Der Traum von Asger Jorns „Traumkuh“ scheint in einem Aquarell von 1971 verbildlicht zu sein (Taxe 8.000 EUR).

Wem das Geld für Günther Ueckers Nagelungen fehlt, der sei auf zwei großformatige Zimmermannsbleistiftzeichnungen des „Zero“-Künstlers aus den 1980er Jahren verwiesen, in denen er seine plastischen Kunstwerke vorzubereiten scheint (Taxen je 8.000 EUR). Schwieriger wird es schon bei Hans Bellmer, dessen mit Geschlechtssymbolen überhäufte Bleistift- und schwarze Kreidezeichnung „Les Artistes“ von 1955 immerhin bei 25.000 Euro rangiert. Auch für Johann Georg Müllers 1959 datiertes Stillleben „Gelbe Pfeife“ mit einer Bronzebüste und einem Blumenstrauß werden 28.000 Euro fällig, für Gerhard Richters Farboffset „Kerze“ von 1988 marktübliche 12.000 Euro. Dafür kann man sich schon für 5.000 Euro auf die wohl berühmteste Documenta von 1972 zurückversetzen lassen. Die Wiener Künstler- und Architektengruppe Haus-Rucker-Co wurde damals berühmt mit einer Plexiglaskugel, die sie an der klassizistischen Fassade des Fridericianums installierten und „Oase No. 7. Synthetisches Reservat“ nannten. Das begehbare Objekt von acht Metern Durchmesser enthielt eine Palme. Alles das gibt eine detaillierte Entwurfszeichnung in Bleistift, aber auch mit echter Plexiglaskugel samt Palmenmodell wieder.

Ina Barfuss studierte 1968 bis 1974 an der Hochschule für Bildende Künste in ihrer Heimatstadt Hamburg, lebt aber heute in Berlin. Sie gestaltet figürlich, aber zugleich abstrahiert verkürzt, etwa 1981 eine „Weltwährung“ als Mahnung gegen Geiz und eigener Geldsucht (Taxe 3.000 EUR). Ebenfalls figural arbeitet der 1956 geborene Franzose Jean-Charles Blais, auch wenn sein aufgeblähter weißer Mann mit roten Schuhen 1983 „Composition“ heißt (Taxe 4.000 EUR). Auch die klassische Skulptur hat manche Schönheit zu bieten. „Elle Bogen“ ist eine Eisenplastik Rolf Szymanskis von 1989/91 betitelt, der heuer seinen achtzigsten Geburtstag feiern durfte (Taxe 3.400 EUR). Kostas Dikefalos schickt einen kleinen Betonklotz unter dem Titel „Ovale Form“ von etwa 1995 bei 8.000 Euro ins Rennen. Und wem bei alledem der Schweiß ausbricht, der setze sich auf Martin Kippenbergers Barhocker „Holz Seltzer“, der 1889 in zwölf Exemplaren in die Welt hinausging (Taxe 12.000 EUR).

Ein Ölbild Luciano Castellis von 1990 schaut nur auf den ersten Blick wie ein wildes Chaos aus roten, orangefarbenen, blauen sowie einigen grünen und gelben Klecksen aus, doch tatsächlich kristallisieren sich dann mindestens vier „Papageien“ heraus, wie ja auch der Bildtitel nahe legt (Taxe 10.000 EUR). Auch ein über Tusche gemaltes Aquarell Willi Sittes verwirrt zunächst. Der ostdeutsche Künstler machte 1969 eine Entwurfszeichnung zu seinem Zyklus „Mensch, Ritter, Tod und Teufel“, wobei der hier gezeigte expressive gezeichnete Gekreuzigte als einziges der zehn Blätter auf eine christliche Thematik verweist (Taxe 4.000 EUR). Auf dem Ölbild „Summertime“ des Berliner Neoexpressionisten Salomé macht sich bald ein nackter Schwimmer in einem seerosenbedeckten Tümpel bemerkbar (Taxe 8.000 EUR). Derselben Berliner Szene gehört Helmut Middendorf an, der 1981 offenbar eine heiße „New York Night“ verbrachte. Charakteristisch für den gebürtigen Westfalen ist eine ungeschminkte Direktheit des Sujets, hier verbildlicht unter anderem in einer nackten Negerin (Taxe 8.000 EUR). Bei Norbert Tadeusz ging es 1993 offensichtlich ruhiger zu, selbst wenn er einen weiblichen Akt in einem Zimmer neben einem schwarzen Flügel postiert (Taxe 2.800 EUR).

Die Auktion beginnt am 6. Dezember um 14:30 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist noch bis zum 3. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr, am 4. Dezember von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.hauswedell-nolte.de abrufbar.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



03.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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06.12.2008, Kunst nach 1945

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