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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Zeichnungen und Druckgrafik im Dorotheum

Mode, Tiere, Wienveduten



Pseudo-Sassi, Akrobaten

Pseudo-Sassi, Akrobaten

Mit einem Zuschlagsergebnis von rund 34 Prozent lag die vergangene Grafik-und Zeichnungsauktion im Wiener Dorotheum ganz im Rahmen der vergangenen Jahre. Auch die Tatsache, dass nur zwei Preise jenseits der 10.000 Euro lagen, war kein Grund zur Beunruhigung. Vielmehr bot sich hier für Käuferschichten mit schmalerer Geldbörse die Gelegenheit, schöne Entdeckungen zu machen und spezialisierte Sammlungen zu bereichern. Vor allem die Italiener hatten viel zu bieten. So war es nicht nur immer Giovanni Battista Piranesi, dessen reiches Grafikkonvolut – diesmal vornehmlich aus den „Le Antichitá Romane“ für bis zu 4.000 Euro weit über den Schätzungen mehrheitlich den Besitzer wechselte, sondern auch eine Reihe Zeichnungen weniger bekannter Meister. 4.500 Euro verbuchte etwa jener Meister, der als Pseudo-Sassi um 1700 wohl in Neapel wirkte, für eine spritzige Federskizze von Akrobaten, die sich um einen Pfosten schwingen (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).


Für einen Engels- und Puttenhimmel in Rötel von Pietro Gilardi kamen 3.800 Euro zusammen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Eine unbekannte Szene aus der antiken Geschichte, die der vielgereiste Schnellmaler Giovanni Antonio Pellegrini in der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts in Feder und Bleistift auf Papier bannte, erreicht die untere Taxe von 6.000 Euro. Ermitteln ließ sich dagegen die Darstellung der Hetäre Phryne, die eben den Philosophen Xenokrates zu verführen sucht. Die lavierte Rötelzeichnung wird Marco Antonio Bassetti zugeschrieben und brachte 1.100 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Knapp darunter lag Domenico Maria Fratta. Seine schraffierte Federzeichnung einer Landschaft mit Bilderstürmern, die eben eine Statue zerstören, kam nur auf 1.000 Euro (Taxe 1.200 bis 1.800 EUR).

Auf deutscher Seite beeindruckte Albrecht Dürer mit seinem Holzschnitt „Die Sieben Posaunenengel“ aus der berühmten Apokalypse in der deutschen Urausgabe von 1498 bei 2.800 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Der Augsburger Hans Burgkmair zog bei 800 Euro für seine vier Holzschnitt aus der Serie „Der Triumphzug Kaiser Maximilians I.“ nach, allerdings in einem späten Druck von 1796 (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Schon ganz klassizistisch gab sich Friedrich Christian Klaß mit einem gelösten Blick über die Elbe auf die Silhouette von Dresden mit Hof- und Frauenkirche, der mit 1.200 Euro bedacht wurde (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Bei den Niederländern begann es mit Rembrandt-Radierungen, so den „Drei Frauenköpfen, die eine Frau schlafend“ aus dem Jahr 1637 für 3.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und den „Blinden Tobit“ für 2.400 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) , und endete bei vier Kopfstudien wohl aus der Werkstatt Peter Paul Rubens’, die sich von 600 auf 800 Euro auf 2.400 Euro steigerten. Dass auch die Italiener in der Druckgrafik Interessantes zu bieten hatten, bewies der um 1580 tätige Kupferstecher Bartolomeo Mazza. Sein Blick in die „Akademie der Künste“ gleicht einer vollgestopften humanistischen Wunderkammer. Übernommen wurde der Kupferstich für taxgerechte 1.800 Euro.

Relativ rasch kam dann das 19te Jahrhundert zum Zuge. Dort scheiterte Rudolf von Alt, sonst einer der beliebtesten österreichischen Aquarellisten überhaupt, mit seinem Josefsplatz in Wien von 1889, dem Fasszieherhaus am Spittelberg von 1892 und dem Blick des Rudolfshofes in Herkulesbad in Rumänien, einer Gemeinschaftsarbeit mit Wilhelm von Doderer, jeweils an fünfstelligen Beträgen. Mehr Glück war ihm in den Preisniederungen beschieden: Von 800 auf auf 2.600 Euro kletterte sein mit Bleistift gezeichneter Blick auf die Mailänder Skala von 1850. Andere Wiener Vedutenmaler waren erfolgreicher. Richard Mosers Aquarell „Alter Stock im Eisen Platz“ von 1898 kam auf 3.600 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR), Carl Wenzel Zajiceks Grinzinger Platz auf 2.400 Euro (Taxe 1.600 bis 1.800 EUR) und Ernst Graners Riesentor von St. Stephan auf 2.800 Euro (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR).

Die Beliebtheit von Franz Xaver von Pausingers dekorativen Tierdarstellungen zeigte sich am Absatz sämtlicher seiner vier eingereichten Hirsche für bis zu 3.200 Euro. Friedrich Gauermann folgte ihm mit einer ruhenden Ziege aus einem Konvolut von neun Skizzen für 1.300 Euro (Taxe 900 bis 1.000 EUR). Ähnlich erfolgreich wie Pausinger waren der Biedermeiermaler Georg Emanuel Opiz mit vier russischen Kostümszenen in Aquarellen für bis zu 2.800 Euro (Taxen zwischen 1.600 und 2.500 EUR) sowie vier hübsche Blumenbilder Gustav Feiths, die es auf bis zu 3.400 Euro brachten (Taxen zwischen 2.000 und 3.000 EUR). Unter den Miniaturen setzte sich ein Knabenbildnis Friedrich Wailands von 1871 bei 4.000 Euro an die erste Stelle (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Und was waren nun die zwei Spitzenstücke der Auktion? Der ältere heißt Jakob Philipp Hackert, seine aquarellierte Federzeichnung aus dem Park der Villa Medici in Rom, datiert 1770, erzielte mit 11.000 Euro die Silbermedaille der Auktion (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ein Hackert lediglich zugeschriebenes Blatt mit der Anbetung der Könige in der Grotte von Bethlehem musste dagegen bei 8.000 bis 10.000 Euro eingerollt werden. Der andere hieß Giovanni Boldini, von dem eine Mailänder Privatsammlung gleich einen ganzen Stapel Grafiken und Handzeichnungen einlieferte. Nicht alle fanden einen Abnehmer, etwa seine Kaltnadelradierung eines Selbstportraits mit weiblichen Figuren und Pferdegespann (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder die Kohleskizze eines Kellners aus dem Maxim (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Mehr Glück hatten seine drei lebendigen Impressionen von Zuschauern im Theater, rasche Skizzen in Bleistift auf Papier, die vom versierten Zeichentalent dieses wohl bekanntesten italienischen Malers seiner Zeit zeugen. 17.000 Euro waren zwar auch hier 1.000 Euro zu wenig, für den ersten Platz der Auktion reichte es dennoch.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



15.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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