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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst in der Villa Grisebach

Der Heinrich und der Friedrich



August Heinrich, Der Watzmann, 1821

August Heinrich, Der Watzmann, 1821

Die große Sensation kam gleich zu Anfang: August Heinrichs Blick auf den Watzmann, ein mit ziemlicher Sicherheit 1821 entstandenes Aquarell des Dresdner Malers, kletterte in Grisebachs Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst am 29. November in Berlin auf stolze 215.000 Euro. Auch wenn man mehr für das Aquarell erwarten konnte als die angesetzten 10.000 bis 15.000 Euro – mit dieser enormen Preisexplosion hat vermutlich nicht einmal Auktionshaus gerechnet. August Heinrich ist für die Kunstgeschichte übrigens nicht ganz unwichtig: Auf seinem 1820 datierten Aquarell desselben Berges basiert Caspar David Friedrichs Gemälde von 1824/25 in der Berliner Nationalgalerie. Friedrich, dessen Lebenszirkel weitgehend auf den Dresdner Raum sowie seine pommersche Heimat beschränkt blieb, hatte die Alpen persönlich nie zu Gesicht bekommen. Heinrich dagegen war bereits in jungen Jahren an die Wiener Akademie gezogen. Schon 1822 starb er, gerade einmal 28jährig, in Innsbruck auf dem Weg ins gelobte Land der Kunst Italien.


Der weitere Auktionsverlauf brachte keine weiteren großen Ereignisse, aber einige erfreuliche Ergebnisse auch für Maler der zweiten und dritten Garde. Solide schon das jeder Krisenstimmung hohnsprechende Gesamtergebnis von rund 72 Prozent verkaufter Lose, bezogen auf ihre Anzahl. Besonders zahlreich waren die Pastelle und Ölbilder Lesser Urys zugegen, und sie erwiesen sich mit Zuschlägen bei bis zu 40.000 Euro für einen „Holländischen Kanal mit Mühle“ von 1913 als recht gefragt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auch Emil Noldes Aquarelle blieben nie ohne Gebote. 47.000 Euro kosteten beispielsweise seine grünen „Dschunken“, die er 1913 von seiner Südseereise mitbrachte (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). 52.000 Euro wurden für eine späte Temperaarbeit Hermann Max Pechsteins unter dem Titel „Boote in der Brandung“ von 1949 bezahlt, ebenfalls wohl ganz zur Zufriedenheit der Einlieferer (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auf 13.000 bis 13.500 Euro jeweils deutlich steigern konnten sich seine beiden Farbholzschnitte „Tänzerin im Spiegel“ und „Klönende Fischer“ aus dem Jahr 1923.

Auch Karl Schmidt-Rottluffs bestechendes Landschaftsaquarell „Bei Bignasco“ aus den späten 1920er Jahren kletterte von 30.000 bis 40.000 auf 52.000 Euro, ebenso wie seine etwa gleichzeitig blühenden Petunien von gleicher Basis auf 50.000 Euro. Aquarelle Schmidt-Rottluffs aus dieser Schaffensphase, die stilistisch zwischen „Brücke“-Expressionismus und freiem Spätwerk steht und von einer erstaunlichen Kontinuität des Künstlers zeugt, sind seltener als seine Arbeiten aus den Nachkriegsjahren und umso begehrter. Seine Pfingstrosen von etwa 1958 lagen taxgerecht bei 31.000 Euro. Lyonel Feiningers Schiffsaquarelle gehen aus allen Jahren immer gut. Seine „Jolly Offshore II“ von 1942 schaffte jetzt 46.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Der große Max Ernst durfte sich über den Erfolg eines seiner Frühwerke freuen: 20.000 Euro spielte sein lockeres, im Geist Henri de Toulouse-Lautrecs geschaffenes Aquarell „Kutsche“ von etwa 1913 ein (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Teuerstes Los nach dem Heinrich wurde ebenfalls schon zu Beginn der Auktion Paul Baums neoimpressionistische Allee mit Blick auf ein Dorf im Hintergrund von 1905: 65.000 Euro lagen im oberen Bereich des Schätzpreises. Nur 5.000 Euro weniger waren es für Georg Tapperts „Frau in rotem Mantel“, die dem Maler 1927 Modell saß, ebenfalls bei einer Taxe von 50.000 bis 70.000 Euro. Lovis Corinth, den Grisebach zum 150sten Geburtstag am Vorabend bereits mit einem Sonderkatalog „Ausgewählter Werke“ geehrt hatte, reüssierte auch in der Tagesauktion mit einem in Kreide gezeichneten Selbstbildnis vor dem Spiegel aus seinen letzten Lebensjahren bei überragenden 36.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Die untere Schätzung von 30.000 Euro erhielten Josef Scharls vier repräsentative Männer während einer „Konferenz“ 1927. Für seine italienische Landschaft unter wildem Himmelsleuchten von 1923 mussten die Bieter bei 14.000 Euro in die Tasche greifen (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

1921 gehörte Erich Buchholz bereits zu den ersten Abstrakten der (offiziellen) Kunstgeschichte. Seine mit runden und rechteckigen Formen experimentierende Komposition aus Gold- sowie roten und schwarzen Aquarellfarben setzte sich erst bei 21.000 Euro ab (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Das rund zwölf Jahre später entstandene Frühwerk Fritz Winters „Bau I“ hangelte sich zur unteren Taxe von 18.000 Euro empor. Die große Bandbreite der gegenstandslosen Malerei illustrierten ferner Maria Helena Vieira da Silvas zarte Studie „Pays lointain“ von 1957 für 32.000 Euro, Alfred Manessiers Traumlandschaft „Les monts de cuquillons“ von 1959 für 20.000 Euro, Arnulf Rainers ungewöhnlich farbenprächtige Komposition „Sterne über Afrika“ von 1982 für 25.000 Euro und Imi Knoebels vierteilige Acrylarbeit „DIN X D1-D4“ von 1995 für 33.500 Euro (Taxen alle zwischen 20.000 und 35.000 EUR). Für Ugo Rondinones fensterartiges Spiegelobjekt „Echos down the corridor“, im Jahr 2000 in fünf Exemplaren aufgelegt, kamen 6.000 Euro zusammen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Bei Friedensreich Hundertwasser sorgte das ungewöhnliche Material für eine kleine Überraschung: 37.000 Euro erbrachte seine leuchtend bunte Tapisserie „Der Untergang Venedigs“, die 1972/73 nach Vorlagen des Meisters von Hildegard Absalon gewoben wurde (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Nicht minder erfolgreicher waren ebenfalls die zeitgenössischen Gegenständler, so Georg Baselitz, schon in der Abendgala sehr gefragt, hier erneut mit einem auf den Kopf gestellten Vogel, „Adler“ von 1974, zugegen, der bei 29.000 Euro davonflog (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Noch besser lief es für Karl Horst Hödicke, der – mit insgesamt sechs Arbeiten zugegen – keine wieder einpacken musste. Am bestbezahlten wurde mit 32.000 Euro seine „Schwarze Gobi“ von 1982, durch die sich eine gewaltige Autobrücke auf- und abschlängelt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), gefolgt von einer trotz aller Stilisierung im Effekt erstaunlich lebensnah wiedergegebenen „Haltestelle“ von 1988 bei 17.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Nicht übernommen werden konnte Rainer Fettings männlicher „Akt im Spiegel IV“ von 1980. Mit 35.000 Euro lag der Vorbehaltszuschlag 5.000 unterhalb der Taxe. Seine „Austernessrin (Bianca)“ von 1995 und der „Potsdamer Platz“ aus dem Jahr 1993 fanden mit 18.000 und 26.000 Euro dagegen sicher und im Rahmen der Schätzpreise den Absprung. Francesco Clemente folgte mit seinem gezeichneten Akt „Red“ von 1998 bei 10.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Teuerste Skulptur wurde bei 30.000 Euro Hermann Blumenthals „Großer Kniender“ aus dem Jahr 1937 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Zu nennen sind ferner Karl Hartungs Bronze einer leicht deformierten „Liegenden“ aus dem Jahr 1948 für 21.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Gustav Seitz’ „Schreitende“ von 1949 für 25.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) – lauter getragen daherkommende Menschen also. Und schließlich ließ sich noch Katharina Fritschs schwarzer Gipspudel, den sie 1995 in einer Auflage von 64 Stück in die Welt schickte, bei erwarteten 9.000 Euro aus dem Haus führen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



28.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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29.11.2008, Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts

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Paul Baum, Allee mit Blick auf St. Anna Termoiden in der Ferne, 1905
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August Heinrich, Der Watzmann, 1821
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Paul Baum, Allee mit Blick auf St. Anna Termoiden in der Ferne, 1905

Paul Baum, Allee mit Blick auf St. Anna Termoiden in der Ferne, 1905

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 118




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