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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham

Nicht so überzeugend



Spannende Bietgefechte vor allem im preislichen Mittelfeld entfachte die Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst am 3. Dezember bei Van Ham in Köln. Gleich zu Beginn machte Arnold Balwé mit einem bunt blühenden „Bauerngarten“ auf sich aufmerksam, der erst bei 20.000 Euro vom deutschen Kunsthandel übernommen wurde (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auf 14.000 Euro verdoppelte sich die untere Taxe für ein Hochformat des Niederländers Felix de Boeck, das 1920 unter dem Titel „Abstrakt“ seinem flächenkomponierenden Landsmann Piet Mondrian nacheifert. Für die Neue Sachlichkeit stand Georg Schrimpfs 1932 datierte Abendstimmung am Staffelsee für 16.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Bei den hochpreisigen Stücken haperte es dagegen mitunter, gute Kunst sei „in Krisenzeiten offenbar kein Garant für Spitzenpreise“, so das Resümee des Hauses zu einer insgesamt nicht ganz zufriedenstellenden Versteigerung.


Moderne

So wurde die Offerte losbezogen nur zu gut 41 Prozent zugeschlagen, ganz sicher waren am Ende der Auktion sogar nur 25 Prozent verkauft. Zu Rückgängen gerieten Max Slevogts etwas aufgewühlte Landschaft mit Blick von Neukastel nach Südosten von 1924, Jean Fautriers Fischstillleben „Mal a Sang, Femme Bijoux, Divorce“ aus dem Jahr 1926, Christian Schads Aquarell „Das Kartenspiel“ von 1950 und – zum wiederholten Mal – Alexander Kanoldts Stillleben mit Fensterausblick aus den späten 1930er Jahren, allesamt zwischen 40.000 und 50.000 Euro bewertet. Auch Arbeiten aus Karl Hofers reicher mittlerer Qualitäts- und Preisstufe erwiesen sich einmal mehr als schwer vermittelbar. Einzig ein Paar am Strand von 1953 wurde mit 31.000 Euro sehr gut bezahlt und findet sich bald in einem Museum wieder (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Öfters blieben die Zuschläge auch deutlich unter den Taxen, etwa für eine der athletischen Frauengestalten Fritz Klimschs unter dem Titel „In Wind und Sonne“ aus dem Jahr 1936 für vorbehaltlich 25.000 Euro (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR).

Bei angemessenen 35.000 Euro und 38.000 Euro wurden die kleinformatigen Spätwerke „Rosa Alpenveilchen“ und „Große Meditation: Der Wissende“ Alexej von Jawlenskys jeweils aus dem Jahr 1936 an einen russischen Privatmann weitergereicht. Desgleichen die einander recht gegensätzlichen Landschaften eines nächtlich-träumerischen „Mondaufgang, Weimar“ von 1923 und die freundliche „Erntezeit“ aus dem Jahr 1917 von Otto Modersohn, die auf 19.000 Euro und 14.000 Euro kamen. Marktüblich bei 38.000 Euro landete Diego Giacomettis „L’Autruche“ von etwa 1977. Eine fünfteilige Offerte des Düsseldorfer Malers Werner Peiner wurde unterschiedlich aufgenommen. Während seine „Prozession am Salzburger Dom“ von 1929 bei 10.000 bis 12.000 Euro liegenblieb, schoss seine im selben Jahr abkonterfeite „Skiläuferin“ von 6.000 bis 7.000 auf 17.000 Euro. Zwei Landschaften des neusachlichen Malers wurden mit 2.000 und 1.900 Euro leicht unterhalb der Taxen zugeschlagen.

Eine gemäßigt expressionistische Sprache war Oskar Moll eigen, etwa in der Grunewaldlandschaft von 1915/16, die sich taxgerecht bei 15.000 Euro verabschiedete. Ebenso arbeitete Peter August Böckstiegel in seiner Ansicht des ostwestfälischen Ortes „Werther“ von 1935, die bei 13.000 Euro übernommen wurde (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) 2.200 Euro gab es für Curt Lahs’ eng gestaffelte Stadtansicht mit Kirchturm aus dem Jahr 1913 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Der Pole Henri Epstein, in Paris befreundet mit Soutine und Chagall, ging in seinen Fischerbooten etwas dynamischer vor. Erwartete 7.000 Euro war seine Küstenlandschaft in lebendigen Farben wert. Mathias Barz betrachtete 1933 das Düsseldorfer Künstlerleben „Bei Mutter Ey“ schon als eine aus dem Lot geratene Welt. Heute ist es 5.000 Euro wert (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Zu dieser Zeit hatten sich viele Künstler schon in die Ungegenständlichkeit verabschiedet: Étienne Béöthy 1920 mit der kraftvollen Farbkomposition „Dominant sept accords“ für 3.800 Euro (Taxe 3.800 bis 4.200 EUR), Lajos Kassák 1930 mit einer Text- und Farbcollage für 5.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), El Lissitzky mit den konstruktivistischen Lithografien „Proun 2B“ für 14.000 Euro und „Proun 6B“ für 13.000 Euro ebenso wie László Moholy-Nagy mit seinem Blatt aus der 6ten Kestner-Mappe für 10.000 Euro (Taxen je 12.000 bis 15.000 EUR), und Rudolf Bauer mit der „Lyrischen Komposition“ für 2.600 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Besonders gefragt waren die Zeichnungen Wladyslaw Strzeminskis. Der Pole reüssierte schon im ersten Teil der Auktion mit sich windenden Schlangenlinien, umgeben von einigen Punkten, bei 6.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), im zweiten Teil schoss ein ähnliches Blatt von gleicher Basis sogar auf 10.000 Euro.

Zeitgenossen

Etwas spannender gestaltete sich die Versteigerung der Gegenwartskunst. Ihren großen Auftritt hatten vor allem die Angehörigen und Freunde der 1958 gegründeten Künstlergruppe ZERO. Mit Adolf Luthers „Sphärischer Hohlspiegelwand“ aus dem Jahr 1970 stellten sie bei 85.000 Euro sogar das Hauptlos der gesamten Veranstaltung – und der deutsche Meistbieter übertraf damit sogar den bisherigen Auktionsrekord für Luther mit Aufgeld etwa um das Dreifache (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Unveräußert blieben dagegen George Rickeys Edelstahlskulptur „Two open rectangles Variation III, No. 294“ von 1978 (Taxe 82.000 bis 88.000 EUR) und ein mit 100.000 bis 120.000 Euro ambitioniert angesetztes Nagelrelief Günther Ueckers aus dem Jahr 1965, ein anderes dieser Objekte unter dem Titel „Raum zerteilter Vorstellung“ von 1982 wurde mit 11.000 Euro im Rahmen der Taxe honoriert. Ein rosa Kissenbild Gotthard Graubners bettet seinen neuen britischen Besitzer jetzt auf ein 26.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Auf Platz zwei der Preisliste schwang sich überraschend Carlos Cruz-Diez’ „Fisicromia No. 66“ aus dem Jahr 1962. Über anderthalb Meter hoch, aber nur gut zwanzig Zentimeter breit, handelt es sich bei der farbig gefassten Holztafel um ein Unikat mit Bildcharakter, das ein deutscher Privatsammler mit 78.000 Euro belohnte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Unerwartet eifrig wurde um ein lichtkinetisches Objekt Gregorio Vardanegas geworben, die Oberhand behielt schließlich ein Gebot von 14.000 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Erfolg hatten auch die beiden abstrakten Maler Henryk Stazewski und Theodoros Stamos. Letzterer erfreut sich von jeher großer Beliebtheit bei Van Hams Kundschaft und schaffte auch jetzt mit zwei seiner meditativen Arbeiten den Absprung in die Sammlung eines Griechen. Das blauschwarze „Infinity Field Lefkada Series for C.D. Friedrich“ von 1980/81 erreichte 32.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Stazewski trieb es eher konkret in seinen Farbfeldkompositionen „Nr. 41/1972“, „Nr. 79/1978“ und „Nr. 41/1977“ zwischen 6.500 und 14.000 Euro (Taxen zwischen 8.000 und 15.000 EUR).

Die deutschen Granden mit Geburtsjahrgang in den 1930er und 1940er Jahren waren fast vollständig aufgelaufen, dabei aber unterschiedlich erfolgreich. Von Sigmar Polke, erst kürzlich recht gesegnet bei Van Ham, konnte nur eine der drei hochpreisigen Arbeiten, ein unbetiteltes Blatt aus dem Jahr 1979, bei 43.000 Euro zugeschlagen werden (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Bei Markus Lüpertz war die Ausbeute an seinem 1982 gefundenen „Halsschmuck eines unbekannten Potentaten“ mit 20.000 zur unteren Schätzpreisgrenze am höchsten. Jörg Immendorff musste sich schon mit 26.000 Euro für seine graue Schneelandschaft „Gesehen“ von 1979 zufriedengeben (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR).

Martin Kippenbergers „Elisabeth“ wurde um 52.000 Euro nur unter Vorbehalt vergeben, das formatgleiche Portrait „Helen“ ebenfalls aus dem Jahr 1984 erhielt dagegen gar keinen Zuschlag (Taxen je 60.000 bis 75.000 EUR). Gerhard Richter fand mit seiner Farbserigrafie „Schweizer Alpen II“ bei 3.000 Euro (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR) und mit dem übermalten Farboffset „Kassel“ von 1992 bei 4.600 Euro Gefallen (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Bernhard Heisigs Blick aus seinem Atelierfenster auf einen Misthaufen mit einigen Hühnern von 1987 kam auf 9.500 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Die obere Schätzung von 12.000 Euro erreichte Günther Förgs grünes Acrylfeld auf der rechten oberen Ecke einer Bleitafel aus dem Jahr 2000.

Sam Francis’ mittelgroße Acrylexplosionen auf Papier erlebten auch bei Van Ham einen gewissen Wertverfall. Mindestens 34.000 Euro für die beiden aus den 1970er Jahren stammenden Blätter wurden nicht erreicht. Zu hoch bewertet waren auch eine rasche Portraitzeichnung des späten Andy Warhol in Grafit (Taxe 64.000 bis 68.000 EUR) und seine Mappe mit den vier Farbserigrafien „Beethoven“ aus dem Jahr 1987, bei 120.000 bis 150.000 Euro zusammen mit einer ebenfalls unveräußert gebliebenen Aluminium- und Stahlskulptur aus Frank Stellas „Moby-Dick Series“ eines der drei Hauptlose der Gegenwartskunst. Nummer drei, A.R. Pencks vier Meter breite Höhlenmalerei in Schwarz auf Blau ohne Titel von 1988, hatte nicht mehr Erfolg (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



05.01.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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