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Anders Petersen mit Salomon-Preis ausgezeichnet

Morgen ehrt die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) Anders Petersen mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis. Die Auszeichnung für „vorbildliche Anwendung der Photographie in der Publizistik“ nimmt der 1944 im schwedischen Solna geborene Fotografen in den Nordischen Botschaften in Berlin entgegen. Am selben Abend eröffnet dort im Felleshus die Ausstellung mit Petersens Fotografien des „Café Lehmitz“ in Hamburg, die erstmals 1978 bei Schirmer/Mosel in Buchform erschienen und ihn weltberühmt machten. Mit Petersen würdige die DGPh „einen der einflussreichsten europäischen Dokumentarfotografen der Gegenwart“. Sein Werk sei von großer Offenheit und Eindringlichkeit geprägt, heißt es in der Begründung der Jury. Für sein sozialdokumentarisches Fotobuch „Café Lehmitz“, das heute als ein Meilenstein des Genres gilt, arbeitete er an der unverfälschten Bilddokumentation einer Stehbierhalle am Ende der Hamburger Reeperbahn, die von Prostituierten, Zuhältern und Kleinkriminellen bevölkert wurde.

Anders Petersen war achtzehn Jahre alt, als er 1967 aus Schweden nach Hamburg zu Besuch kam, eher zufällig im Lehmitz landete und hier Freundschaften schloss, die seinen weiteren Lebensweg prägen sollten. Das Café Lehmitz war ein Treffpunkt und oft auch die Endstation für viele, die in Hamburgs berühmt-berüchtigtem Rotlichtviertel tätig waren: Prostituierte, Zuhälter, Transvestiten, Handlanger und gewöhnliche Kleinkriminelle. 1968 kommt Anders Petersen zurück ins Lehmitz, findet neue Stammgäste vor, findet wieder Kontakt und beginnt zu fotografieren – mit Unterbrechungen zwei Jahre lang. Seine Aufnahmen sind von einer Offenheit und unverfälschten Authentizität geprägt. Der solidarische, an Brassaï erinnernde Blick Petersens auf das Café Lehmitz und seine Stammgäste entbehrt bei aller Präzision nicht mitfühlender Sympathie. Er lässt weder dem Voyeurismus noch falschem Mitleid Raum. Stattdessen wird in diesen Bildern die „andere Welt“ des Café Lehmitz, die heute so nicht mehr existiert, als lebendiges, soziales Gefüge mit eigenem Selbstverständnis und in der ihr eigenen Würde sichtbar.

Die Ausstellung „Anders Petersen: Café Lehmitz“ läuft vom 21. Januar bis zum 1. März. Geöffnet ist täglich von 10 bis 19 Uhr und am Wochenende von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anders Petersens Fotobuch „Café Lehmitz“ aus dem Verlag Schirmer/Mosel kostet im Buchhandel 29,80 Euro.

Felleshus der Nordischen Botschaften
Rauchstraße 1
D-10787 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 50 50 0
Telefax: +49 (0)30 – 50 50 11 01

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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