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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Impressionisten und Moderne bei Christie’s in London

Drei Bilder, zwei Maler, eine Sammlung



Claude Monet, Dans la prairie, 1876

Claude Monet, Dans la prairie, 1876

Einen Tag nach Sotheby’s wird auch bei Christie’s die Impressionisten- und Moderneauktion eine vergleichsweise kurze Veranstaltung sein. Nur 47 Lose haben sich für das Abendprogramm in London qualifiziert, die nach den Schätzpreisen einen Wert von 60 bis 83 Millionen Dollar Pfund einspielen sollen. Ein hoher Durchschnittpreis lässt aber immerhin auf ein ziemlich exklusives Angebot schließen, das dem des vergangenen Jahres in der Qualität nicht nachsteht. Stark zurückgezogen haben sich die Meister der Moderne wie etwa Pablo Picasso, der lediglich mit einer späten „Buste d’homme“ aus dem Jahr 1971 für 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund zum Aufruf kommt, oder Fernand Léger, dessen einziges Werk, „Les deux sœurs“ von 1929, bei 2 bis 3 Millionen Pfund liegt. Auch Henri Matisse verzichtet diesmal auf mehr als seine „Femme assise sur un balcon“, die bei 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund erst ein zweites Mal den Besitzer wechseln soll.


Umso heller strahlen die deutschen Expressionisten und französischen Impressionisten. Höhepunkt der gesamten Auktionswoche von Christie’s und Sotheby’s verspricht Claude Monets Ehefrau Camille „Dans la prairie“ von 1876 zu werden, die ihre Taxe auf Anfrage mit 15 Millionen Pfund verrät. 1999 hatte die junge Frau, die im hohen Gras lagert und liest, in New York bereits über 15 Millionen Dollar eingefahren. Mit 3,5 bis 5 Millionen Pfund ist auch Monets melancholisches Naturbild „La Promenade d’Argenteuil“ aus dem Jahr 1872 gut ausgepreist. Es ist eines der frühesten Bilder, das der junge Maler in seiner neuen Umgebung erstellte. Eine noch recht konventionelle Landschaft mit zwei Truthähnen ist aus der mittleren Schaffensphase Paul Gauguins von 1888 für 2 bis 3 Millionen Pfund zu haben, daneben noch das rund zwei Jahre ältere Portrait seines Sohnes Clovis mit fast übermächtigem Buch (Taxe 550.000 bis 850.000 GBP).

Henri de Toulouse-Lautrec ist einer derjenigen, die den Weg weisen aus dem Impressionismus und den Fauves das Feld bereiten. Sein vor Erotik knisterndes Ölgemälde zweier Freundinnen auf einem breiten gelben Sofa aus dem Jahr 1895 zeigt bereits eine verfremdete Farbigkeit und eine für den Plakatkünstler charakteristische rücksichtslose Nähe zum Sujet (Taxe 5 bis 7 Millionen GBP). Mit gleich vier Frauen aus einer französischen Privatsammlung für bis zu 2,5 Millionen Pfund ist auch Kees van Dongen gut dabei. Weniger lasziv, dafür durch die flächendeckende Farbzusammenstellung, in der die Dargestellten gleichsam zu ertrinken scheinen, umso aufregender sind Edouard Vuillards „Les couturières“. Das Gemälde, das mit 5,5 bis 7,5 Millionen Pfund einen neuen Vuillard-Rekord anstrebt, entstand bereits 1890, als der Maler gerade 22 Jahre zählte. Während der vergangenen 83 Jahre ununterbrochen in Familienbesitz befand sich ein gut einen Meter hohes Gemälde Amedeo Modiglianis aus dem Jahr 1918. Jetzt möchte sich der Einlieferer für 3,5 bis 5,5 Millionen Pfund von dem melancholischen Doppelbildnis zweier Schwestern trennen.

Die deutschen Expressionisten stellen die Angehörigen von „Blauem Reiter“ und „Brücke“ gleichberechtigt nebeneinander. Letztere wird im wesentlichen von zwei Malern, drei Bildern und einer Sammlung bestritten: Hans Fehr, Schweizer Jurist und engagierte Kunstsammler, war mit Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner persönlich befreundet. Von Nolde kaufte er 1908 und 1910, jeweils kurz nach ihrer Entstehung, die Gemälde „Violette Blumen“ (Taxe 600.000 bis 900.000 GBP) und „Blaue Stiefmütterchen“ (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), von Kirchner 1933 eine Leinwand, die der Künstler rund zehn Jahre zuvor recto mit drei sich aufbäumenden Pferden bemalt hatte, während er verso eine Teichlandschaft wohl aus seiner Dresdener Zeit verwarf (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Alle drei Werke erblicken jetzt erstmals das Rampenlicht einer Auktion. Nicht aus der Sammlung Fehr stammen Kirchners „Steinbruch bei Wildboden“, ebenfalls um 1923 als eine seiner Davos-Impressionen entstanden (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), und ein sitzender Mädchenakt, den Otto Mueller gegen 1927 luftig ins Gras bat (Taxe 650.000 bis 850.000 GBP).

Den Blauen Reiter vertritt Wassily Kandinsky mit einem „Aquarell für Poul Bjerre“, einen Münchner Psychiater und Freund des Künstlers. Das Blatt mit einer farbgesättigten schwedischen Landschaft hat es nicht lange bei seinem derzeitigen Besitzer ausgehalten: Erst vor einem Jahr wurde es im selben Haus für brutto 670.000 Pfund weitergereicht, jetzt wird es für 300.000 bis 500.000 Pfund schon wieder angeboten. Das gleiche Schicksal trifft auch Alexej von Jawlenskys brummiges „Mädchen mit roter Schleife“ aus dem Jahr 1911. Auf derselben Auktion wie der Kandinsky wurde es für gut 2,9 Millionen Pfund zugeschlagen und muss jetzt mit einem Schätzpreis von 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund ebenfalls mit Einbußen rechnen. Besser geht es Jawlenskys kraftvoller komponierter und buntfarbig schillernder Frau beim „Tanz mit gelbem Fächer“ aus dem 1912. Sie hing die letzten dreißig Jahre hindurch in einer französischen Privatsammlung (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP).

Auf österreichischer Seite steht einmal mehr Egon Schiele, wenngleich nur mit einer einzigen Aquarell-Bleistift-Zeichnung einer stehenden nackten Frau mit Schuhen und blauen Strümpfen aus dem Jahr 1913 (Taxe 550.000 bis 750.000 EUR), außerdem aber als eher seltener Gast auf Londoner Abendauktionen ein Ölgemälde seines Vorbilds Gustav Klimts. Das Damenbildnis en face, vielleicht eine Probe zu seiner „Hygieia“ aus seinem berühmten Medizin-Zyklus von 1900/07, wurde 2004 von der Österreichischen Galerie den Erben des 1938 enteigneten Sammlers Bernhard Altmann restituiert, 2006 bei Christie’s in New York für 1 Million Dollar verkauft und steht jetzt für 600.000 bis 800.000 Pfund erneut zur Disposition.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Skulpturen der Moderne. Erstes Los der Auktion ist etwa Henri Laurens’ kubistische Steinplastik „La femme à la guitare“ aus dem Jahr 1919 für geschätzte 350.000 bis 400.000 Pfund. Es folgen zwei Bronzen Henry Moores, die unterschiedlicher nicht sein könnten: „Family Group“ ist ein kleines, noch recht gegenständliches Kabinettstück von nicht einmal 25 Zentimetern Höhe, das 1945 in einer Auflage von neun Stück gegossen wurde (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), „Reclining Mother and Child“ dagegen eine große Außenplastik in amorphen Formen aus den Jahren 1960/61 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP).

Klassisch wie ein römisches Reiterstandbild und doch reduziert wie eine primitive Höhlenmalerei wirkt Marino Marinis Bronze „Gentiluomo a cavallo“ aus dem Jahr 1937 (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP). Ossip Zadkine ergänzt die kubistische Skulpturenofferte mit seiner „Torse de femme“, um 1925 ebenfalls aus Stein gehauen, für 300.000 bis 500.000 Pfund. Den Abschluss der Auktion bilden rund zehn Surrealisten, darunter Max Ernst, Joan Miró, André Masson sowie Julio González’ lustige Bronze „Le rêve (Le baiser)“ von 1934 und zwei Nachtszenen Paul Delvaux’ unter den Titeln „Jeux de mains“ mit zwei Frauen und „Faubourg“ mit fahrendem Zug für bis zu 600.000 Pfund.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



29.01.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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04.02.2009, Impressionist And Modern Art Evening Sale

Bei:


Christie's

Bericht:


Frauensache

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Steinbruch bei Wildboden, um 1923
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Kunstwerk:

Gustav Klimt, Dame en face mit plissiertem Kleid, um 1898
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Kunstwerk:

Claude Monet, La Promenade d’Argenteuil, 1872
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Kunstwerk:

Amedeo Modigliani, Les deux filles, 1918
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Kunstwerk:

Alfred Sisley, La route de Marly-le-Roi, 1875
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Kunstwerk:

Paul Gauguin, Les dindons, Pont-Aven, 1888
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Amedeo Modigliani, Les deux filles, 1918

Amedeo Modigliani, Les deux filles, 1918

Taxe: 3.500.000 - 5.500.000 GBP

Zuschlag: 5.800.000,- GBP

Losnummer: 10

Alfred Sisley, La route de Marly-le-Roi, 1875

Alfred Sisley, La route de Marly-le-Roi, 1875

Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

Zuschlag: 700.000,- GBP

Losnummer: 14

Gustav Klimt, Dame en face mit plissiertem Kleid, um 1898

Gustav Klimt, Dame en face mit plissiertem Kleid, um 1898

Taxe: 600.000 - 800.000 GBP

Zuschlag: 1.200.000,- GBP

Losnummer: 32

Edouard Vuillard, Les couturières, 1890

Edouard Vuillard, Les couturières, 1890

Taxe: 5.500.000 - 7.500.000 GBP

Zuschlag: 4.500.000,- GBP

Losnummer: 9

Otto Mueller, Sitzender Akt in Landschaft, um 1927

Otto Mueller, Sitzender Akt in Landschaft, um 1927

Taxe: 650.000 - 850.000 GBP

Zuschlag: 650.000,- GBP

Losnummer: 31

Henri de Toulouse-Lautrec, L’abandon (Les deux amies), 1895

Henri de Toulouse-Lautrec, L’abandon (Les deux amies), 1895

Taxe: 5.000.000 - 7.000.000 GBP

Zuschlag: 5.500.000,- GBP

Losnummer: 18

Claude Monet, La Promenade d’Argenteuil, 1872

Claude Monet, La Promenade d’Argenteuil, 1872

Taxe: 3.500.000 - 5.000.000 GBP

Losnummer: 17

Ernst Ludwig Kirchner, Steinbruch bei Wildboden, um 1923

Ernst Ludwig Kirchner, Steinbruch bei Wildboden, um 1923

Taxe: 400.000 - 600.000 GBP

Zuschlag: 380.000,- GBP

Losnummer: 30

Paul Gauguin, Les dindons, Pont-Aven, 1888

Paul Gauguin, Les dindons, Pont-Aven, 1888

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 1.800.000,- GBP

Losnummer: 16




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