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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Meister bei Sotheby’s in New York zeigen weiterhin Zugkraft

Millionen für Portraits



Hendrick ter Brugghen,  Dudelsackspieler im Profil, 1624

Hendrick ter Brugghen, Dudelsackspieler im Profil, 1624

Gute Ergebnisse konnte die New Yorker Altmeisterauktion von Sotheby’s am 29. Januar verbuchen. Eine Zuschlagsquote von 61,5 Prozent nach Losen, neun Zuschläge, die jenseits der Millionengrenze lagen, und ein Gesamtergebnis von brutto 57,6 Millionen Dollar: das sind Zahlen, die der großen Vormittagsauktion vor einem Jahr nur wenig nachstehen – zumal damals fast dreißig Lose mehr zum Aufruf kamen. Auch die Konkurrenz von Christie’s, die einen Tag zuvor am Zuge war, hat Sotheby’s damit weit hinter sich gelassen. Gedankt sei einem Programm, das weiterhin auf exzeptionelle Qualität setzt und nur wenig von der bei den Modernen und Zeitgenossen so ungeschönt sichtbaren Ausdünnung spüren lässt. Zudem waren die Schätzpreise alles in allem recht moderat, heftige Bietschlachten daher nicht selten vorprogrammiert.


Das zeigten schon zu Beginn die italienischen Meisters des Spätmittelalters. Vier hochformatige Altartafeln des Gentile di Niccolò Massio, besser bekannt unter dem Namen Gentile da Fabriano, waren im Vorfeld auf jeweils 80.000 bis 120.000 Dollar angesetzt. Für die Apostel Johannes, Jakobus d.Ä., Judas Thaddäus und Matthias mussten dann zwischen 380.000 und 450.000 Dollar berappt werden. Hier wurde auch schon der erste Millionenpreis fällig: Lorenzo Monacos seltene Darstellung des Zauberers Hermogenes, der seine falschen Bücher ins Wasser wirft und sich zum Christentum bekehrt, erreichte die obere Taxe von 1,2 Millionen Dollar. Ambrogio da Fossano, gennant Il Bergognone, erhielt für seine stillende Madonna trotz einiger Schäden auf der Malfläche die geforderten 400.000 Dollar.

Die jüngeren Italiener waren nicht ganz so erfolgreich. Tizians erst kürzlich neu entdeckte und in Wien und Venedig ausgestellte Salome aus den frühen 1570er Jahren musste ebenso ihre Heimreise antreten (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) – vom großen Venezianer wurde nur ein Admiralsportrait für 1,5 Millionen Dollar übernommen (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) – wie zwei religiöse Malereien von Annibale Carracci und seinem Vetter Lodovico Carracci (Taxen zwischen 500.000 und 800.000 USD). Eine zierliche Darstellung der heiligen Margaretha von Antiochien aus der Hand Guido Renis blieb schon an 420.000 Dollar hängen (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Überraschend heftig wurde dagegen um den weithin unbekannten Bartolomeo Schedoni gefochten, der in den Emilia Romana zu den Caravaggisten gehörte. Seine liebevoll-menschliche Sicht auf die Heilige Familie wurde von 300.000 bis 400.000 Dollar auf 500.000 Dollar gehoben. 800.000 Dollar spielte Giulio Cesare Procaccinis Version der Gefangennahme Christi ein (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), seine Verkündigung Mariens mit 300.000 Dollar die Mitte der Schätzgrenzen.

Gemischte Ergebnisse erbrachten auf deutscher Seite Lucas Cranach d.Ä. und seine Werkstatt. Ihr Bildnis eines jungen Patriziers aus dem Jahr 1518 blieb bei 600.000 bis 800.000 Dollar unveräußert, gerade die untere Grenze von 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar schaffte die kurz vor der Selbstentleibung stehende Lucretia von 1537. Im Vorfeld der Auktion laut gewordene Zweifel an der Urheberschaft der Cranach-Familie an dem Bild bestätigten sich offenbar nicht. Heftiger entwickelte sich das Gefecht um eine Bordellszene mit einem alten Mann und drei Kurtisanen, die aus der für Cranach so charakteristischen Mischung aus hehrem Schönheitsideal und betonter Hässlichkeit bestehen: Bei 1,5 Millionen Dollar fiel schließlich der Hammer aufs Pult, 300.000 Dollar über dem Schätzpreis.

Von den Niederländern blieb – abgesehen von dem schmerzlichen Rückgang der Portraits eines Ehepaares von Frans Hals, die für insgesamt 15 bis 20 Millionen Dollar angeboten wurden – kaum ein hochkarätiges Stück liegen. Im Gegenteil, eines der spannendsten Bietgefechte des Abends geht auf das Konto von Hendrick ter Brugghens Dudelsackspieler aus dem Jahr 1624. Einst Besitz des jüdischen Unternehmers Herbert von Klemperer, der es 1938 notverkaufen musste, dann Bestand des Wallraf-Richartz-Museums in Köln, wurde es erst im vergangenen Jahr an die Klemperer-Erben restituiert. Die können sich jetzt über 9 Millionen Dollar freuen, wo nur 4 bis 6 Millionen erwartet waren. Neuer Auktionsrekord für den Rubens-Zeitgenossen. Sein Kollege Gerrit van Honthorst gab sich mit 600.000 Dollar für seinen lachenden Geigenspieler zufrieden (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Eine kleinere, aber immer noch beachtliche Steigerung legte Pieter Breughel d.J. hin: Von 1,5 bis 2 Millionen Dollar auf 2,1 Millionen Dollar brachte es sein volkreiche St. Georgs-Kirmes mit Tänzern um den Maibaum aus dem Jahr 1627.

Auch Peter Paul Rubens’ Ovalbildnis mit dem Konterfei des brutalen römischen Kaisers Vitellius wurde mit 620.000 Dollar deutlich besser als geplant bezahlt (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Die Landschaften reüssierten Marten Ryckaerts Flussidylle samt der Flucht nach Ägypten bei 580.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 500.000 USD), für die Stilllebenkunst stand Jan van de Veldes Bierglas und Rauchutensilien zur unteren Taxe von 700.000 Dollar. Ambrosius Bosschaerts d.Ä. prächtiger Blumenstrauß mit Tulpen, Rosen und Narzissen fand dagegen keinen Abnehmer: Der Schätzpreis von 4 bis 6 Millionen Dollar, der den alten Bosschaert-Rekord um nicht weniger als 2 Millionen Dollar übertroffen hätte, war für die 25 mal 17 Zentimeter große Kupferplatte vielleicht doch etwas hochgegriffen. Schließlich ist die Genremalerei zu nennen, die in Jan Havicksz Steen ihren bedeutendsten Vertreter hatte. Sein „Besuch des Doktors“, der als ziemlich ungeordnetes Getümmel inszeniert ist, endete bei 900.000 Dollar (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD).

Erstaunliche Ergebnisse schließlich auch für einige Franzosen: Schon zwei Kerzenscheinportraits aus der Werkstatt des Georges de La Tour wurden mit 450.000 Dollar nicht schlecht bezahlt (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Die Mitte von 900.000 bis 1,2 Millionen Dollar traf ein Bieter für den „Fürsten der Pastellmalerei“ Maurice-Quentin de La Tour, der mit seinem Portrait des Künstlerkollegen Jacques Dumont seinem Ruf als hervorragender Schilderer ungezwungener Augenblicke alle Ehre macht. Die größte Preisentwicklung aber machte Pierre Subleyras mit, der seine in Paris glanzvoll begonnene Karriere 1728 in Rom noch glanzvoller fortsetzte. Satte 820.000 Dollar fuhr sein en face-Bildnis des Papstes Benedikt XIV. ein, das das Ansehen des Künstlers eindrucksvoll unter Beweis stellt (Taxe 100.000 bis 150.000 USD). Und mit 1,1 Millionen Dollar den höchsten Preis unter den westeuropäischen Landsleuten schleppte François Bouchers rokokoleichte „Muse Erato“ nach Hause (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Aber auch bei den kleinen Preisen gab es erfreuliche Entwicklungen. So bezauberte François de Troy die Käufer mit seinem Astronomieunterricht der Duchesse du Main zu 190.000 Dollar (Taxe 100.000 bis 150.000 USD), Anne Vallayer-Coster mit ihrem trompe l’oeil eines Terrakottareliefs samt Putten zu 140.000 Dollar (Taxe 80.000 bis 120.000 USD).

Den Hauptpreis der Auktion hatte sich Sotheby’s für den Schluss aufgehoben, nach Francisco de Goyas Portrait des Alois-Wenzel von Kaunitz-Rietberg für 1,9 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und einer 2,5 Millionen Dollar teuren Venedigimpression von Giovanni Antonio Canal (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Joseph Mallord William Turners „Tempel of Jupiter Panellenius restored“, erstmals öffentlich ausgestellt 1816 in der Royal Academy in London und letztmals erst vor zwei Jahren auf der großen Turner-Ausstellung, stand für 12 bis 16 Millionen als das heimliche Hauptlos zur Disposition. Ganz dieses Ziel hat die großformatige Leinwand nicht erreicht, doch über 11,5 Millionen Dollar konnte sich Einlieferer Richard Feigen, Kunsthändler aus New York, auch freuen. 1982 hatte er das Gemälde noch für netto 600.000 Pfund in London bei Christie’s erworben.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07

Startseite: www.sothebys.com



04.02.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Peter Paul Rubens,  Vitellius

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Losnummer: 11

Giulio Cesare Procaccini,  Gefangennahme Christi

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Zuschlag: 800.000,- USD

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Giovanni Antonio Canal,  Capriccio mit dem Gefängnis von San Marco an einer Piazza

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Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 2.500.000,- USD

Losnummer: 89

Gerrit van Honthorst,  Ein lachender Violinist, mit blau-gelb gestreiftem Wams und federgeschmückter Kappe, 1624

Gerrit van Honthorst, Ein lachender Violinist, mit blau-gelb gestreiftem Wams und federgeschmückter Kappe, 1624

Taxe: 600.000 - 800.000 USD

Zuschlag: 600.000,- USD

Losnummer: 31

Pieter Breughel d.J.,  St.-Georgs-Kirchweih mit dem Tanz um den Maibaum, 1627

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Taxe: 1.500.000 - 2.000.000 USD

Zuschlag: 2.100.000,- USD

Losnummer: 43

Francisco de Goya,  Porträt von Alois Wenzel Kaunitz-Rietberg

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Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

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Taxe: 900.000 - 1.200.000 USD

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Taxe: 12.000.000 - 16.000.000 USD

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Lorenzo Monaco,  Der Magier Hermogenes wirft seine Zauberbücher in den Fluss

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Taxe: 800.000 - 1.200.000 USD

Zuschlag: 1.200.000,- USD

Losnummer: 8

Bartolomeo Schedoni,  Heilige Familie

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Taxe: 300.000 - 400.000 USD

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Jan Havicksz Steen,  Der Arztbesuch

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Taxe: 900.000 - 1.200.000 USD

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Pierre Subleyras,  Portrait Papst Benedikt XIV., 1746

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