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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gar keine schlechten Ergebnisse für Impressionisten und Moderne bei Christie’s

Frauensache



Henri de Toulouse-Lautrec, L’abandon (Les deux amies), 1895

Henri de Toulouse-Lautrec, L’abandon (Les deux amies), 1895

Eine Zuschlagsquote nach Losen von 83 Prozent, ein Gesamtergebnis von 63,5 Millionen Pfund, das die untere Gesamttaxe noch um knapp 3,5 Millionen übertrifft, nicht weniger als ein Dutzend Zuschläge jenseits der Millionen und einer bei 10 Millionen Pfund – das sind unter den derzeitigen Umständen hervorragende Ergebnisse, die das Londoner Auktionshaus Christie’s am 4. Februar mit seiner Impressionisten- und Moderneauktion erreicht hat. Freilich, die anvisierten 15 Millionen Pfund für Claude Monets Sicht auf eine üppig blühende Blumenwiese, in der sich seine Frau Camille zum Lesen gelegt hat, wurden mit einem Zuschlag von 10 Millionen Pfund nicht erreicht, und zum Umsatz der Vorjahresversteigerung von 93 Millionen Pfund fehlt ein ganzes Stück, doch herrschte im Auktionssaal eine gelöste Stimmung und beherztes Zugreifen. Denn Qualität und Preis stimmen jetzt wieder, und ohne die Marktübertreibungen scheint sich die alte Sammlergarde wieder richtig wohlzufühlen.


Sie hatte es diesmal auf alles Weibliche abgesehen. Bis auf zwei Ausnahmen gingen die Millionenpreise ausschließlich an Frauen. Neben Camille Monet waren es die beiden melancholisch blickenden Schwestern, die Amedeo Modigliani 1918 in einem seiner insgesamt nur fünf Doppelbildnisse fast statuarisch festhielt. Die nachdenklichen Mädchen entlockten einem Privatsammler gute 5,8 Millionen Pfund (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen GBP). Knapp darunter platzierte sich mit 5,5 Millionen Pfund Henri de Toulouse-Lautrecs Bordellszene. Sein Ölgemälde zweier lasziv auf breitem gelbem Sofa lagernden Freundinnen aus dem Jahr 1895, das sich einst in Max Liebermanns Privatsammlung befand, war mit 5 bis 7 Millionen Pfund veranschlagt. Mit einem Abschlag von 1 Million Pfund mussten sich Edouard Vuillards „Les couturières“ begnügen. Das für das Jahr 1890 in seiner flächenfüllenden Farbzusammenstellung erstaunlich fortschrittliche Werk wurde schon bei 4,5 Millionen Pfund übernommen und reicht bei derzeitigem Wechselkurs nicht an den Rekord von 7,1 Millionen Dollar aus dem vergangenen Jahr heran.

Dafür schlugen die Bieter bei Kees van Dongen zu. Mit gleich vier Frauen trat eine französische Privatsammlung aufs Auktionsparkett und musste keine wieder zurückführen. Die freizügig in blauem Diwan liegende „La cuirasse d’or“ von etwa 1907 machte ihrem Namen alle Ehre und vergoldete die unteren 1,5 Millionen Pfund in 2,55 Millionen Pfund. Ihr zur Seite stand Dongens „Femme aux deux colliers“ um 1910, die sich gar von 300.000 Pfund auf 1,15 Millionen Pfund aufschwang. Mit jeweils 950.000 Pfund trafen „La gitane“ und „La femme au collant vert“ ins Schwarze ihrer Schätzpreise. Zu der Sammlung gehörte noch ein ebenso fauvistisch expressives Gemälde Alexej von Jawlenskys. Sein rot vibrierender „Tanz mit gelbem Fächer“ von 1912 kam auf 1,6 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP). Wer noch in der Hochphase der Kunstkaufbegeisterung zuschlagen hatte und jetzt schon wieder verkaufte, musste Verluste hinnehmen. Jawlenskys trotziges „Mädchen mit roter Schleife“, vor genau einem Jahr mit 2,6 Millionen Pfund bei Christie’s gehandelt, stürzte nun auf 1,7 Millionen Pfund ab (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP).

Auch nicht ganz an die Erwartungen reichte das zweite Doppelportrait der Auktion heran. Fernand Léger malte 1929 in kubistisch vereinfachten Formen „Les deux sœurs“, die nun mit 1,9 Millionen Pfund vorlieb nehmen mussten (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Dafür hatte Gustav Klimt umso mehr Erfolg. Seine von oben auf den Betrachter schauende Dame stand nach gut zwei Jahren schon wieder zur Disposition und verdoppelte die untere Schätzung auf 1,2 Millionen Pfund. In Pierre Bonnards „Bord de mer, sous les pins“ von 1921 vergnügten sich eine Familie samt Mutter und Hund bei 1,1 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,6 Millionen GBP). Und als jüngster Frauen-Künstler schickte Henry Moore die große Außenplastik „Reclining Mother and Child“ in amorphen Formen aus den Jahren 1960/61 bei 1,5 bis 2 Millionen Pfund ins Rennen und kam mit 2,3 Millionen Pfund wieder heraus. Den Reigen der Millionenwerte ergänzten noch Paul Gauguin mit zwei Truthähnen vor dem Künstlerdorf Pont-Aven bei 1,8 Millionen Pfund (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) und Pablo Picasso mit einer späten „Buste d’homme“ aus dem Jahr 1971 bei 1,3 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP).

Aber auch unter der Millionengrenze hatten vor allem die Frauen das Sagen. Gleich das erste Los erwies sich als Zugpferd. Henri Laurens’ kubistische Steinplastik „La femme à la guitare“ aus dem Jahr 1919 übersprang die Schätzung von 350.000 bis 400.000 Pfund und stoppte erst bei 600.000 Pfund. Alberto Giacomettis zerklüftete Bronzestatuette „Annette d’après nature“ kam taxgerecht bei 800.000 Pfund ans Ziel, und auch Otto Muellers im Wald sitzender Mädchenakt verharrte wie erwartet bei seinen 650.000 Pfund. Nur eine halbe Frau hatte Ossip Zadkine zu bieten. Dennoch ging sein kubistischer „Torse de femme“, um 1925 in Stein gehauen, für 350.000 Pfund weg (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). In Max Ernsts „Versuchung des heiligen Antonius“ tummeln sich natürlich einige Nackte für 80.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), in Francis Picabias Transparentgemälde „Geminis“ stehen sich neben zwei Kindern auch zwei Frauen gegenüber, die 140.000 Pfund erreichten (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP), und selbst wenn nichts mehr augenscheinlich Weibliches zu erkennen ist, betitelt Joan Miró 1972 seine Leinwand dennoch mit „Femme entendant chanter le coq aux éclats violets“. Hier wurden 760.000 Pfund gezahlt (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Außerhalb der Frauenriege war nur wenig Kunst angetreten. Dezidiert männlich zeigten sich Marino Marinis Bronze „Gentiluomo a cavallo“ aus dem Jahr 1937 für 650.000 Pfund (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP) und Paul Gauguins Portrait seines Sohnes Clovis für 620.000 Pfund (Taxe 550.000 bis 850.000 GBP). Dann gab es noch die Gattung Landschaft, die Alfred Sisley mit seiner sommerlich sonnigen „La route de Marly-le-Roi“ von 1875 bei 700.000 Pfund (Taxe 800.000 bis 1.200.000 GBP), Emil Nolde mit seinen ausschnitthaften „Violetten Blumen“ von 1907 bei 750.000 Pfund (Taxe 600.000 bis 900.000 GBP) oder André Masson mit seinem kosmischen Gefüge „Le météore“ von 1939 bei 140.000 Pfund bedienten (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Während der in Violett und Grün leuchtende „Steinbruch bei Wildboden“ schon für 380.000 Pfund übernommen wurde (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), gelang es den „Drei Pferden“ Ernst Ludwig Kirchners, einem deutschen Sammler 820.000 Pfund zu entlocken. Vielleicht war daran die rückseitig gemalte und von Kirchner verworfene Landschaft aus der Dresdener Brücke-Zeit nicht ganz unschuldig (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



06.02.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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04.02.2009, Impressionist And Modern Art Evening Sale

Bei:


Christie's

Bericht:


Drei Bilder, zwei Maler, eine Sammlung

Kunstwerk:

Claude
 Monet, Dans la prairie, 1876
Claude Monet, Dans la prairie, 1876

Kunstwerk:

Otto Mueller, Sitzender Akt in Landschaft, um 1927
Otto Mueller, Sitzender Akt in Landschaft, um 1927

Kunstwerk:

Alfred Sisley, La route de Marly-le-Roi, 1875
Alfred Sisley, La route de Marly-le-Roi, 1875

Kunstwerk:

Paul Gauguin, Les dindons, Pont-Aven, 1888
Paul Gauguin, Les dindons, Pont-Aven, 1888

Kunstwerk:

Gustav Klimt, Dame en face mit plissiertem Kleid, um 1898
Gustav Klimt, Dame en face mit plissiertem Kleid, um 1898

Kunstwerk:

Henri de Toulouse-Lautrec, L’abandon (Les deux amies), 1895
Henri de Toulouse-Lautrec, L’abandon (Les deux amies), 1895







Paul Gauguin, Les dindons, Pont-Aven, 1888

Paul Gauguin, Les dindons, Pont-Aven, 1888

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 1.800.000,- GBP

Losnummer: 16

Alfred Sisley, La route de Marly-le-Roi, 1875

Alfred Sisley, La route de Marly-le-Roi, 1875

Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

Zuschlag: 700.000,- GBP

Losnummer: 14

Amedeo Modigliani, Les deux filles, 1918

Amedeo Modigliani, Les deux filles, 1918

Taxe: 3.500.000 - 5.500.000 GBP

Zuschlag: 5.800.000,- GBP

Losnummer: 10

Otto Mueller, Sitzender Akt in Landschaft, um 1927

Otto Mueller, Sitzender Akt in Landschaft, um 1927

Taxe: 650.000 - 850.000 GBP

Zuschlag: 650.000,- GBP

Losnummer: 31

Gustav Klimt, Dame en face mit plissiertem Kleid, um 1898

Gustav Klimt, Dame en face mit plissiertem Kleid, um 1898

Taxe: 600.000 - 800.000 GBP

Zuschlag: 1.200.000,- GBP

Losnummer: 32

Claude Monet, Dans la prairie, 1876

Claude Monet, Dans la prairie, 1876

Taxe: 15.000.000,- GBP

Zuschlag: 10.000.000,- GBP

Losnummer: 19




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