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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s – die Rechnungen gehen auf

Erfolg auf Sparflamme



Eigentlich eine Binsenweisheit und doch einmal mehr gar keine schlechte Idee, das Angebot auf die Nachfrage abzustimmen: Nach den Impressionisten und Modernen scheinen die Londoner Auktionshäuser auch mit den Zeitgenossen daraus ein gutes Geschäft zu machen. Die Bilanzen hellen sich auf, das Verhältnis zwischen unverkauften und verkauften Losen verschiebt sich eindeutig zugunsten der Letzteren, die Zukunftsprognosen werden wieder zuversichtlicher. Und wenn man dann noch einen Trick anwendet wie das Auktionshaus Sotheby’s, dann merkt man auch bei den Gesamtumsätzen kaum Unterschiede zu den Bilanzen vor einem Jahr. Sotheby’s ließ nämlich verkünden, dass der Umsatz von Frühmoderne und Zeitgenossen zusammen gut 69 Millionen Pfund betrage – eine Zahl also, die ans Jahr 2008 erinnert, damals allerdings aufgestellt für jeweils eine Auktion. Außerdem freut man sich – Rekorde werden ja selten – über Lucio Fontanas goldweißes Concetto Spaziale von 1961, bei brutto 4,4 Millionen Pfund „setting a new record for a Venezia series painting by the artist at auction“. Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist!


Mit dem Zuschlag ohne Aufgeld von 3,9 Millionen Pfund, die Fontanas dekorativ-opulente Barockadaption am 5. Februar erzielte, konnte das Auktionshaus nur bedingt zufrieden sein, hatte der Schätzpreis doch bei 5 bis 7 Millionen Pfund gelegen. Ansonsten aber wurden die gedämpften Erwartungen durchaus eindrucksvoll erfüllt. Nur zwei der 27 Lose blieben unveräußert, mit knapp 17,9 Millionen Pfund lag der Bruttogesamtumsatz etwa im Bereich des unteren Schätzpreises. Sogar zwei weitere Millionenpreise gab es zu vermelden: Auf 2,5 Millionen Pfund brachte es Jeff Koons’ Variante der Bremer Stadtmusikanten als bemalte Holzskulptur von 1988, hier mit Wildschwein, Ziege, zwei Hunden und einem Küken obenauf. Käufer war nach Presseangaben ein amerikanischer Kunsthändler (Taxe 2,2 bis 3,2 Millionen GBP). Und mit 1,85 Millionen Pfund belegte Gerhard Richters nebelig-trübe Wiesenlandschaft „Troisdorf“ in fotorealistischer Malweise 1985 Platz drei der Auktion (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Auf Platz neun landete Richters abstraktes Bild Nummer 777-3 von 1992 für 450.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Trends lassen sich bei einem derart schmalen Programm nicht ablesen, zumal wichtige und auf Abendauktionen sonst gern gesehene Künstler der Postmoderne diesmal fehlten: Kein Mark Rothko, kein Yves Klein, kein Jean-Michel Basquiat. Pop Art war etwas mehr vertreten, so Andy Warhols „Mick Jagger“ von etwa 1975 für 675.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) und seine dreiteilige Selbstportrait-Serie mit wilden Haaren von 1986, die bei 760.000 Pfund sogar 10.000 über das Ziel hinaus schoss. Roy Lichtensteins „Two Figures, Indian“, mit 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund eines der hochgehandelten Stücke, musste die Heimreise antreten. Op Art gab’s nur einmal: Bridget Rileys wellenförmige „Gala“ von 1974, noch nie Gegenstand von Auktionsverhandlungen, kostete einen Sammler aus dem mittleren Osten 620.000 Pfund.

Ein relativ breites Angebot aus Mittel- und Fernost erzeugte rege Aufmerksamkeit: 840.000 Pfund für einen perfekten konkaven Rundspiegel Anish Kapoors (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), 500.000 Pfund für Zeng Fanzhis „Untitled“ mit Hund aus seiner Maskenreihe (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP) und jeweils 260.000 Euro für Yan Pei-Mings „Mao Applaudissant“ von 2004 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) sowie Rashid Ranas verhüllten Frauen in der vierteiligen Arbeit „Veil IV“ von 2007 waren der erkleckliche Lohn (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Gerhard Richter standen aus Deutschland Matthias Weischer und Andreas Gursky zur Seite. Letzterer schaffte es mit 430.000 Pfund für sein Hochformat „Monaco“ von 2006 ans Ende der Top Ten-Liste und an die Spitze der Fotografie (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Weischers unwirkliches Wohnzimmerinterieur „Pfeife (Whistler)“ aus dem Jahr 2007 kam dagegen nur auf den drittletzten Platz, erreichte aber immerhin die untere Taxe von 100.000 Pfund.

In der Tagesauktion am nachfolgenden Freitag zeichneten sich schon deutlicher die Vorlieben der Sammler ab. Lucio Fontana führt auch hier die Preisliste an, und mit gleich zwei Werken. Von 180.000 bis 250.000 Pfund auf 330.000 Pfund kletterte der Preis für sein Concetto Spaziale in Grün von 2001 mit sieben sauberen Einschnitten, dicht gefolgt von einer sonnengelben Version mit drei Schnitten für 310.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Jeweils zweimal tauchen auch Manolo Valdés und Jean Dubuffet auf. Valdes’ neoexpressive „La Infanta Margarita“ von 1990 erreichte 220.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), Dubuffets erdige Mischtechnik „Le Géologue“, gemalt im Dezember 1950, die untere Schätzung von 200.000 Pfund.

Weiter geht es mit zwei japanischen Künstlern, Makoto Saito und seinem eindrücklichen Schwarz-Weiß-Portrait „The Man“ von 2006 für 210.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) sowie Yayoi Kusama, die mit einer vierteiligen Arbeit aus dem Jahr 1990 für 170.000 Pfund einmal mehr ihrem Ruf als „Tupfenprinzessin“ gerecht wird (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Steigern konnten sich auch Jesús Rafael Sotos „Vibration“ von 40.000 bis 60.000 Pfund auf stolze 160.000 Pfund sowie Frank Auerbachs „Head of Cahterina Lampert“ aus den Jahren 2003/04, der den gleichen Betrag bei einer Taxe von 80.000 bis 120.000 Pfund erlöste. William Kentridges Zeichnung und Papiercollage des Kopfes eines Schwarzen legte auf 47.000 Pfund zu (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP).

Unter den Young British Artists machten Marc Quinn mit seinem fotorealistischen Stillleben „Biogeo Chemistry“ für 105.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), Tracey Emin mit ihrer anzüglichen Fotografie „Good Smile Great Come“ für 13.000 Pfund (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP) oder Sam Taylor-Wood mit ihrer heiteren Arbeit „Escape Artist in Levis“ von 2008 zum Doppelten der Schätzung bei 20.000 Pfund aufmerksam. Auch die deutsche Fotokunst blieb nicht unbeachtet. Die 15 Silbergelatineabzüge der „Steinbrecher“ von Bernd und Hilla Becher kamen auf 42.000 Pfund (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP), Candida Höfers Farbaufnahme der Trinity College Library in Dublin von 2004 auf 26.000 Pfund (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP) und Thomas Struths Sicht auf die South Lake Street Apartments IV in Chicago von 1990 auf 12.000 Pfund (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP). Bei einer Zuschlagsquote, die ebenso hoch lag wie auf der Abendauktion tags zuvor, wurden freilich alle Bereiche der arrivierten Gegenwartskunst freundlich bedacht. Der Bruttoumsatz betrug knapp 7,3 Millionen Pfund.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



10.02.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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