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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Die laszive Erigone



Etienne Blavet, Pendule, Paris um 1800

Etienne Blavet, Pendule, Paris um 1800

Das Zürcher Auktionshaus Koller kann in seiner altbewährten Strategie nichts erschüttern. Am Anfang der Auktion vom 26. März wird das Pariser Kraftzentrum der europäischen Schreinerkunst wie immer erst einmal umkreist. Berner Möbel, etwa eine Aufsatzschreibkommode aus der Werkstatt des Matthäus Funk um 1730 (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR) und wohl von Johannes Aebersold aus der Zeit um 1770/75 haben hier den Vorrang (Taxe 75.000 bis 95.000 SFR). Es folgen einige Arbeiten aus dem Berliner Umfeld König Friedrichs des Großen, darunter eine Konsole samt Spiegel des am Hofe tätigen Meisters Johann Michael Hoppenhaupt II im besten Rokokostil (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR).


Französische Möbel

Einer der bedeutendsten Pariser Ebenisten war Jacques Dubois, der erst 1742 im Alter von fast fünfzig Jahren die Meisterwürde erlangte, jedoch schon vorher ein erfolgreiches Geschäft unterhielt. Ein Bureau-Plat mit feinen Bronzebeschlägen und auffallenden schrägen Rosenholzfurnier stammt nur mutmaßlich von ihm (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR), durch Signatur sicher für ihn bezeugt ist eine schwarze chinoise Lackkommode der Zeit um 1750 (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Die seltene Pracht eines goldenen Fonds bieten zwei ebenfalls fernöstlich inspirierte Lackeckschränke von Mathieu Criaerd, die darüber hinaus durch ihre prächtig gemalten Blumenbouquets imponieren (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR). Über Hubert Hansen ist wenig bekannt. Seit 1747 ist er als Meister in Paris nachweisbar, doch war seine berufliche Karriere offenbar nur kurz. Die nichtsdestominder ausgezeichnete Qualität seiner zahlreichen Möbel beweist auch eine Kommode mit prächtigem Blumendekor und üppigen Bronzebeschlägen (Taxe 160.000 bis 260.000 SFR). Wenige Jahre später beruhigen sich die Formen allmählich, wie Jan van Oostenryks typologisch recht ähnlicher Kommode von etwa 1765 zeigt, dem Jahr seiner Meisterwürde, als er fortan mit J. Dautriche seine Werke stempelte (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Aus der Zeit des frühen Klassizismus um 1780 stammen ein kastenförmiger Sekretär Nicolas Petits mit anmutigem Blumendekor (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR) und eine große, grauweiß gefasste Bergere von Denis Decant (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Einigermaßen passend dazu gibt es zwei Stühle wohl von Jean-Baptiste Bernard Demay (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR). Als einer der bekanntesten Meister dieser Epoche am Vorabend der Französischen Revolution gilt Georges Jacob, dessen strenge Eleganz auch ein Kanapee mit rundumlaufendem Rosettenfries umhüllt (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Das teuerste Stück kommt allerdings von einem aus Deutschland eingewanderten Talent, dem 1767 mit königlichen Privilegien ausgestatteten, doch bereits fünf Jahre später gestorbenen Joseph Baumhauer. Sein Sekretär mit kolossalen kannelierten Eckpilastern soll 160.000 bis 260.000 Franken kosten.

Der gebürtige Sachse Charles Erdmann Richter arbeitete um 1785 in Paris mit dem zunächst lediglich als Händler arbeitenden Nicolas Louis Cyrille Lannuier an einem schlichten wie eleganten Zylinderbüro zusammen (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Für das frühe 19te Jahrhundert ist besonders ein Paar vermutlich Bologneser Kommoden zu nennen. Nicht nur die interessante Kombination der verschiedenfarbigen Hölzer, sondern auch Details wie die delphinförmigen Griffe und der Wellenfries rundherum machen diese Möbelstücke zu einer der bemerkenswertesten Offerten der ganzen Auktion (Taxe 130.000 bis 230.000 SFR). Die wuchtigen Konsolen des späten Empire aus der Werkstatt Sébastien und Jean-Baptiste Youf schwanken preislich je nach Aufwand zwischen 20.000 und 120.000 Franken.

Uhren

Eine der prächtigsten Uhren findet sich in Jean-Joseph de Saint-Germains dunkel patiniertem Stier, der ein Zifferblatt samt Werk von Julien Le Roy II. auf dem Rücken sattelt. Obenauf thront eine junge Frau mit einer Sonne in der Hand, vielleicht als Allegorie und Wunsch guten Wetters zugleich. Es könnte aber auch der Raub der Europa sein (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR). Die strengen Formen des Klassizismus bevorzugte dagegen Robert Osmond, wenn er seine beiden Pendulen in architektonisch aufgebaute Vasenformen kleidet. Die Uhrenwerke stammen von Étienne LeNoir II. (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR) und Julien Le Roy II. (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Figürliches liefern um 1800 wieder Etienne Blavet in Form der dekadent auf dem Kanapee sich räkelnden nackten Schönheit Erigone mit Weintrauben, alias Gott Bacchus (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR), und Pierre Philippe Thomire, dessen sitzende Erato sich in getragener Gestik ergeht (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Bronzen

Allein 150.000 bis 250.000 Franken sollen die aus einer Pariser Meisterwerkstatt um 1720/30 stammenden Nachahmungen der beiden Pferdestatuen kosten, die Guillaume Coustou einst in den wahrhaft königlichen Park von Schloss Marly-le-Roi stellte und die seit 1984 im Louvre zu bewundern sind. Nach Vorlagen des königlichen Kammer- und Kabinettzeichners Jean Bérain sind zwei jeweils vierflammige Girandolen im gleichen Wert gegossen. Pierre Gouthière gilt als Schöpfer eines Paares Wandappliken der Zeit um 1775/85, das neben griechischen Einflüssen auch schon einen Hauch Ägyptisches in sich trägt (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR). Unter den in den zwei Jahrzehnten um 1800 beliebten Prunkgirandolen, die in Form dunkel patinierter Bronzestatuen mit vergoldeten Kandelabern gestaltet sind, verdienen ein Paar antikische Damen nach Entwurf François Rémonds (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR) und die Allegorien Flora und Zephyr wohl nach Vorlagen von Claude Michallon besondere Achtung (Taxe 180.000 bis 280.000 SFR). Als französisch-russische Gemeinschaftsarbeit entstand gegen 1820/25 ein Paar Girandolen mit Porphyrschäften aus Kolywan und sechsflammigen Leuchten der Pariser Werkstätte Chibout im Empirestil (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR).

Möbel des Historismus

Die Historismusmöbel des späten 19ten und frühen 20sten Jahrhunderts bilden – seit sie in der jüngeren Vergangenheit gelegentlich sogar die Originale an Wert ausgestochen haben – diesmal eine eigene Sektion, wenngleich ein auffallender neugotischer Armlehnstuhl wohl französischer Herkunft um 1860/70 noch im Hauptprogramm rangiert (Taxe 25.000 bis 45.000 SFR). Auch diesmal werden wieder Höchstpreise für die technisch perfekten Nachbildungen erwartet: 400.000 bis 700.000 Franken für zwei geradezu atemberaubend prächtige Anrichten offenbar nach Vorlagen von André-Charles Boulle, 150.000 bis 250.000 Franken für eine Anrichte mit kleinen Pietra Dura-Plaketten, die teilweise noch aus dem 17ten und 18ten Jahrhundert stammen, 70.000 bis 120.000 Franken für eine Kommode François Linkes nach einem Modell Jean-François Leleus aus dem Jahr 1773. Die unter Verwendung von Plaketten aus der Porzellanmanufaktur Sèvres gefertigte „table d’Austerlitz“, 1806 nach Napoleons Sieg über Preußen und Russland in Auftrag gegeben, fand um 1880 eine martialische Neuschöpfung durch eine unbekannte Pariser Werkstatt (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Silber und Porzellan

Während das Silber über 18.000 Franken für ein wohl deutsches Vermeil-Trinkgefäß in Form eines Pferdes und 20.000 Franken für eine Dresdner Tabatière aus dem Umkreis Johann Melchior Dinglingers diesmal nicht hinausgelangt, finden sich im Porzellanladen echte Schätze – nicht nur ein neuzeitliches Kopenhagener Tafelservice der „Flora Danica“-Serie aus dem Nachlass von Zarah Leander (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), sondern vor allem Meißner Arbeiten der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts. Ein Schätzpreis von 200.000 bis 300.000 Franken kommt in dieser Branche nicht häufig vor, dürfte aber wohl angemessen sein für eine Vase, die 1747 zusammen mit anderen Stücken vermutlich als Geschenk von Kurfürst August III. an den Dauphin und die Dauphine von Frankreich in deren Privatgemächer nach Versailles wanderten. Modelleur des guten Stücks war Johann Joachim Kändler, die außerordentlich feine Bemalung mit anmutigen Parkszenen erfolgte im Zusammenhang mit dem „Grünen Watteauservice“. Ebenfalls Kändler wird ein Paar große Duftvasen des gleichen Zeitraumes zugeschrieben (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Sammlung Franz Gross

Ein separater Katalog widmet sich der Sammlung des 1984 verstorbenen Heidelberger Pharmakologieprofessors Franz Gross und seiner Ehefrau, die im vergangenen Jahr starb. Die rund 900 Objekte umfassen vor allem Kunsthandwerkliches und haben ihre Stärke in der Kleinskulptur. Zu den ältesten Stücken gehört ein gekröntes Bronzekruzifix des 13ten Jahrhunderts aus Limoges (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Dem Umkreis des Venezianers Tiziano Aspetti wird ein Renaissance-Türklopfer des 16ten Jahrhunderts zugewiesen (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), dem gleichen Kunstkreis gehört eine vielleicht von Niccolò Roccatagliata stammende Engel-Herme an, die als Kerzenhalter an der Wand dient (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Zur Sammlung des Prinzen Christian August von Waldeck gehörte einst eine Statuette des Bacchus wohl süddeutscher Herkunft des 16ten Jahrhunderts (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Unter den weiteren Skulpturen sind eine französische Madonna des 14ten Jahrhunderts (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR) und ein vermutlich süddeutscher Raub der Proserpina aus dem Umkreis des Furienmeisters (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), beide aus Elfenbein, zu nennen.

Die Auktion beginnt mit dem Silber und Porzellan am 23. März um 14 Uhr. Die Möbel, Uhren und Bronzen folgen 27. März ab 9 Uhr und die Sammlung Franz Gross am 30. und 31. März. Die Vorbesichtigung findet vom bis zum 22. März täglich von 10 bis 19 Uhr statt.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



18.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Armlehnstuhl, Paris, um 1860/70

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Taxe: 25.000 - 45.000 SFR

Losnummer: 1265

Nicolas Louis Cyrille Lannuier und Charles Erdmann Richter, Zylinderbureau, Paris um 1785

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Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Losnummer: 1166

Jacques Dubois, Kommode, Paris um 1750

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Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Losnummer: 1115

François Rémond zugeschrieben, Girandolen, Paris um 1780/90

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Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Losnummer: 1163

Mitteltisch, Paris, um 1880

Mitteltisch, Paris, um 1880

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Losnummer: 1348

wohl Johannes Aebersold und Werkstatt, Schreibkommode, Bern um 1770/75

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Taxe: 75.000 - 95.000 SFR

Zuschlag: 75.000,- SFR

Losnummer: 1041

Johann Joachim Kändler, Vase mit Watteau-Malerei, um 1747

Johann Joachim Kändler, Vase mit Watteau-Malerei, um 1747

Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Losnummer: 1727

Jean Bérain d.Ä., Paar Girandolen, Paris, um 1710/20

Jean Bérain d.Ä., Paar Girandolen, Paris, um 1710/20

Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Losnummer: 1075

Nicolas Petit, Sekretär, Paris um 1780

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Taxe: 70.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 68.000,- SFR

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Anrichte, Paris, um 1840/70

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Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Zuschlag: 175.000,- SFR

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Denis Decant, Bergere, Paris um 1780

Denis Decant, Bergere, Paris um 1780

Taxe: 30.000 - 50.000 SFR

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André-Charles Boulle, Paar Anrichten, Paris, um 1880

André-Charles Boulle, Paar Anrichten, Paris, um 1880

Taxe: 400.000 - 700.000 SFR

Losnummer: 1290




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