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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Arbeiten auf Papier bei Venator & Hanstein in Köln

Viel Kunst für wenig Geld



Rembrandt, Abrahams Opfer, 1655

Rembrandt, Abrahams Opfer, 1655

Während sich Albrecht Dürer auf Venator & Hansteins Grafikauktion am 27. März recht rar macht und als teuerstes Werk für lediglich 3.000 Euro den Holzschnitt der „Mariä Himmelfahrt und Krönung“ von 1510 ins Rennen schickt, ist sein wohl bedeutendster grafischer Nachfahre des 17ten Jahrhunderts Rembrandt mit mehreren kleinen Schätzen im Gespräch. An der Spitze rangiert seine Radierung „Abrahams Opfer“, in relativ später Schaffenszeit 1655 entstanden (Taxe 15.000 EUR). Für die unter den Titeln „Kleine Aufweckung des Lazarus“ von 1642, „Der heilige Hieronymus im Gebet, niederblickend“ von 1635 und „Landschaft mit der saufenden Kuh“ aus der Zeit um 1650 bekannt gewordenen Radierungen müssen jeweils 6.000 Euro aufgewendet werden.


Dürers stilistisch durchaus ähnlicher niederländischer Zeitgenosse Israhel van Meckenem ist in Köln mit dem schönen Kupferstich „Das ungleiche Paar“ vertreten, der ursprünglich zu einer zwölf Blätter umfassenden Folge mit Szenen aus dem Alltagsleben gehört (Taxe 5.000 EUR). Erwähnt werden darf auch eine Folge von sechs Blättern, die die Brüder Joannes und Lucas van Doetecum um 1565 um die Geschichte des Knaben Tobias, der nach alttestamentlicher Überlieferung vom Erzengel Raphael begleitet eine weite Reise durch die Welt unternahm. Die malerischen Vorlagen der gut erhaltenen Blätter, die in dieser Vollständigkeit selten sind, stammen von Hans Bol (Taxe 6.000 EUR).

Reich ist diesmal das grafische Werk Adriaen van Ostades vertreten, der sich auch hier dem bäuerlichen Leben widmete. Davon zeugen „Die ländliche Zärtlichkeit“ (Taxe 2.400 EUR), „Die Scheune“ von 1647 (Taxe 1.800 EUR). „Das Konzert“ (Taxe 1.200 EUR) oder „Das Tischgebet“ von 1653 für 2.400 Euro. Bei den „Betrunkenen Bauern am Tisch“ von Andries Both geht es ebenfalls recht derb zu (Taxe 1.000 EUR). Jacques de Gheyn II lässt einen großen Löwen majestätisch und furchterregend vor einem Totenschädel auf seinem Kupferstich thronen (Taxe 2.000 EUR), während bei Esaias van de Velde um 1610 in seiner Radierung „Zugefrorener Fluss zur Linken eines viereckigen Turmes“ eine ruhige Winterlandschaft entwirft (Taxe 2.400 EUR).

Die Grafik des 18ten Jahrhunderts hat wieder einige italienische Veduten Giovanni Battista Piranesis zu bieten, allerdings nur im niedrigen Preissegment für bis zu 900 Euro. Von Angelika Kauffmann steht eine frühe Radierung aus dem Jahr 1765 zur Verfügung. Die Ortsangabe Bologna unter der „Zopfflechterin“ lässt freilich den raschen Aufstieg der jungen Künstlerin erahnen (Taxe 1.200 EUR). Von Giovanni Domenico Tiepolo stammt eine Radierung aus der Folge „Fuga in Egitto“ (Taxe 1.800 EUR), Paul Troger ist Schöpfer einer radierten Landschaft mit ruhendem Esel und einem Ochsen aus der Zeit um 1730/40 (Taxe 1.200 EUR), und auch Friedrich Müller, der oft unter „Maler Müller“ firmiert, wandte sich 1775 mit seiner Radierung „Schlummernder Hirt, Stier, Ziege und Schaf“ der ländlichen Idylle zu (Taxe 550 EUR).

Auch das 19te Jahrhundert macht bei Venator & Hanstein keine Höhenflüge. Eine gewisse Felicie Cronier signierte 1839 zwei sachlich-korrekt gemalte Blumenaquarelle (Taxe 3.200 EUR), und auch der Name Florian Grospietsch kommt nicht alle Tage vor. Aber seine 1823/27 entstandenen „Ansichten aus Italien“ in der Umgebung von Neapel sind hier in der vollständigen Serie von zwölf kolorierten Radierungen erhalten und sollen dementsprechend 7.000 Euro kosten. Wer dagegen einen echten Carl Spitzweg haben möchte, muss schon für seine spartanischen Bleistiftzeichnungen zwischen 1.500 und 1.800 Euro berappen. Auch die Russen zog es im 19ten Jahrhundert nach Italien. Hier nahm zur Jahrhundertmitte Iwan Iwanowitsch Reimers einen anmutigen italienischen Jüngling mit Hut in schwarzer Kreide auf (Taxe 2.000 EUR). Von Carl Rüdell gibt es wieder einmal pittoreske Ansichten aus der Rhein- und Eifelgegend in Aquarell und Gouache für jeweils 750 Euro. Im strengen Stil der Beuroner Malschule zeichnete Jan Verkade 1906 ein Antlitz Christi (Taxe 1.000 EUR).

Ein internationaler Künstler, der zu den Stars der Marktes gehört, ist auch bei Venator & Hanstein für die ersten Plätze vorgesehen: Tom Wesselmanns Aquatintaradierungen und Serigrafien „Monica nude with Matisse“ und „Nude and mirror“, beide aus dem Jahr 1990, sind mit 9.000 und 7.000 Euro veranschlagt, preislich dazwischen liegt die 1993 datierte Farbserigrafie „Claire sitting with Robe half off (Vivienne)“. Mit rund drei Dutzend Arbeiten stellt Joseph Beuys wohl das umfangreichste Konvolut. Die Preise für seine Grafiken, Collagen, Objekte und sonstigen Spinnereien liegen bei bis zu 3.000 Euro für die „Wandernde Kiste 1 (-5)“, einer fünfteiligen Folge von Lithografien aus dem Jahr 1980.

Dem kann sich eine stattliche Sammlung des Kölner Urgesteins Jupp Lückeroth hinzugesellen, der sich in seinen mittelgroßen Blättern aus den frühen 1960er und 1980er Jahren viel mit gegenstandslosen Formexperimenten beschäftigte (Taxen zwischen 500 und 2.500 EUR). Zu den Klassikern gehören Karl Schmidt-Rottluffs Holzschnitt „Heiliger Franziskus“ von 1919 (Taxe 2.400 EUR) und Emil Noldes vierfarbige Lithografie „Die heiligen drei Könige“ aus dem Jahr 1913 (Taxe 9.000 EUR). Auch von Christian Rohlfs gibt es die „Die heiligen drei Könige“, bei ihm aus dem Jahr 1910 als schwarzer Holzschnitt auf bräunlichem Papier (Taxe 1.200 EUR). Wer sich keines der ganz großen abstrakten Gemälde von Gerhard Richter leisten kann, sei auf seine Schwarzweißfotografie „Uran“ aus dem Jahr 1989 vertröstet, die wenigstens ein solches Gemälde ablichtet (Taxe 5.000 EUR).

Die Auktion bietet darüber hinaus viele Möglichkeiten für Entdeckungen außerhalb der ausgetretenen Pfade. Der gebürtige Sachse Paul Baum ist in seiner Tuschezeichnung „Ferme in südlicher Hügellandschaft“ um 1910 als Nachzügler des Impressionismus zu entdecken (Taxe 1.500 EUR), Robert Pudlich erweist sich in seinem Ölbild auf Sperrholz „Frau unter Pergola vor Steinwand“ als ein melancholischer Schilderer einer idyllischen Naturwahrheit (Taxe 3.000 EUR). Robert Michel gehört zu den interessantesten Erscheinungen der abstrakten Kunst der 1920er Jahre, wenngleich die drei Blätter „Plankton“, „Inconnu: L’intérieur“ und „Rüsselblatt“ bei Venator & Hanstein erst aus den mittleren 1950er Jahren stammen (Taxen zwischen 1.000 und 1.500 EUR). Johannes Molzahn gehört auch hierher. Sein abstrakter Holzschnitt „Komposition“ von 1921, Blatt 10 aus der dritten Mappe der „Bauhaus-Drucke“, ist lediglich mit 750 Euro veranschlagt.

In Acryl auf Leinwand aufgetragen ist Jef Verheyens minimalistischer Fläche „Flämischer Himmel“ aus den späten 1960er Jahren (Taxe 6.000 EUR), ebenso wie die konkrete Komposition „Blue Rectangle over Red“ des erst vor wenigen Jahren verstorbenen Engländers Alan Green (Taxe 6.000 EUR). An Zurückhaltung in Form und Aufwand kaum zu übertreffen sind auch die wenigen Striche, die Fred Sandback 1976 auf die vier Aquatintaradierungen seiner „Linienkompositionen“ hauchte (Taxe 3.000 EUR). Dieter Roths „Schwarze Rose“ ist ebenfalls in Acryl auf Holz gemalt, allerdings wurde der plastisch vortretende Farbbrei von der Düsseldorfer Galerie Jan Voss 1969 in insgesamt hundert Exemplaren vertrieben (Taxe 2.400 EUR).

Zur jüngeren Künstlergeneration gehört der 1956 in Nantes geborene Jean-Charles Blais, dessen vier kleine Farbkreidezeichnungen aus dem Jahr 1984 Menschenbilder und Stillleben in der Tradition der neuen Figuration zeigen (Taxen zwischen 1.500 und 2.400 EUR). Gloria Friedmann beschäftigt sich bevorzugt mit monumentalen Skulpturen, die sie in sauberen Zeichnungen zum Teil detailliert vorbereitet. Letztere rangieren bei etwa 1.000 Euro, für die Holzplastik „Erinnerung“ aus dem Jahr 1988 sowie die Betonstele „Zeit“ von 1989 muss dagegen mit bis zu 4.500 Euro gerechnet werden. Imi Knoebel widmete 1990 eine Mappe mit fünf Farbserigrafien Grace Kelly: Zu sehen sind freilich nur farbliche Paraphrasen der berühmten amerikanischen Schauspielerin (Taxe 3.000 EUR). Bei Peter Klasen wird es im Gegenzug fotorealistisch. Er nimmt 1978 in seiner Gouache „Grille Détail avec Chaîne“ ein Gitter mit Absperrkette ausschnitthaft auf (Taxe 1.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 27. März um 9:30 Uhr mit den Büchern, der alten Grafik und den Autografen, am 28. März folgt ab 10 Uhr die Moderne Grafik. Die Besichtigung der Objekte ist noch bis zum 26. März täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.venator-hanstein.de einsehbar.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



23.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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