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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Meister im Dorotheum Wien florieren immer noch

Starke Niederländer



Antonio Joli, Die Peterskirche und der Petersplatz in Rom

Antonio Joli, Die Peterskirche und der Petersplatz in Rom

Die Alten Meister haben sich erneut bewährt. Zum Auftakt der ersten großen Auktionswoche des Wiener Dorotheums erwiesen sie sich gestern als weiterhin stabile Währung innerhalb des wankelmütigen Auktionsmarktes. Ein Bruttoergebnis von rund 3,55 Millionen Euro und eine Zuschlagsquote nach Losen von gut 54 Prozent reihten die Veranstaltung in die stattliche Liste erfolgreicher Altmeisterauktionen der vergangenen Jahre ein, auch wenn die ganz großen Preise diesmal ausblieben. Dafür jedoch gab es einige gute Ergebnisse im Mittelfeld. Zuverlässig erwiesen sich ferner die guten Kontakte, die das Auktionshaus in den italienischen Kunstkreis hält. So konnte man sich beispielsweise über einen guten Zuschlag bei 140.000 Euro für eine Vedute des römischen Petersplatzes aus der Hand Antonio Jolis freuen. Auf dem Preisschild standen 120.000 bis 150.000 Euro.


Aber nicht nur die schönen Stadtansichten – unter denen es mit Francesco Albottos Vedute des Canal Grande in Venedig gelegentlich auch einen Rückgang gab (Taxe 120.000 bis 140.000 EUR) –, auch die szenischen Genre- und Historiendarstellungen fanden Anklang. Cesare Nebbias Heilung des blinden Tobit durch seinen Sohn Tobias, motivisch durchaus ein Mittelding zwischen beiden, erreichte den unteren Schätzpreis von 60.000 Euro. Strahlend hell in etwas aufdringlichen Bonbonfarben stellte Mariano Rossi im späten 18ten Jahrhundert Apoll unter den Musen sowie eine Allegorie der Künste dar. Doch auch diese mittelgroßen Holztafeln wurden mit 55.000 Euro honoriert (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Pech dagegen für eine venezianische Impression Francesco Guardis mit einem brennenden Schloss im Hintergrund (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Unter den Menschenbildern erwies sich die Darstellung des dornengekrönten Christus aus der Hand eines unbekannten italienischen Meisters des 15ten Jahrhunderts als besonders begehrt. War es die eindringliche Frontalansicht des versehrten und doch unberührt scheinenden Antlitzes oder doch der packende Realismus, der sich etwa in der demonstrativ auf der Brust platzierten Fliege Bahn brach, was die Kunden anzog, jedenfalls stritten sie sich bis auf 40.000 Euro um die kleine Holztafel hinauf (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Der venezianischen Schule des 15ten Jahrhunderts entstammt eine Pietà-Darstellung des Liberale da Verona für jetzt 40.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Filippo Lauri reüssierte mit einer heiter gestimmten Allegorie auf den Herbst bei 32.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR), Antiveduto Grammatica mit einer heiligen Familie samt jugendlichem Jesus bei 26.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), Bernardino Bonsignori mit einer ihm zugeschriebenen, etwas steifen Gerichtsszene in einer Landschaft bei 38.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), und Giovanna Garzoni mit zwei zarten Schmetterlingsbildern auf schwarzem Grund für günstige 15.000 Euro und 19.000 Euro (Taxe je 10.000 bis 14.000 EUR).

Beachtliche Preissteigerungen erlebten die alten Niederländer. Als unterbewertet erwies sich eine klassische Landschaft Jacob Salomonsz van Ruysdaels mit großer Baumgruppe samt Herde im Vordergrund. Das vollwertige Ölgemälde wurde von 28.000 bis 34.000 Euro auf 60.000 Euro gehoben. Weiter ging der Reigen berühmter Namen mit Peter Paul Rubens und seiner Werkstatt, aus der eine Ölskizze zu einem geflügelten Amor und die Version einer seiner vielzitierten Madonnen für jeweils 70.000 Euro hervorgingen (Taxen zwischen 50.000 und 90.000 EUR). Es folgte die Familie Brueghel, zunächst Jan Breughel d.J. mit einer fantasievollen Felslandschaft mit etlichen Eremiten, in dessen Grotte gerade eine christliche Messe gefeiert wird, während nebenan in der Schmiede die Mönche werkeln. 100.000 Euro markierten die obere Schätzpreisgrenze. Sodann kam Onkel Pieter Breughel d.J., auch Höllen-Breughel genannt, an die Reihe. Seinem Ruf machte er in seinem Überfall auf ein Bauernpaar alle Ehre, dessen brutale Lebenswirklichkeit in der ungeschlachten Malerei ihren technischen Ausdruck findet. Diese Tafel kletterte von 40.000 bis 60.000 Euro auf 85.000 Euro.

Zwei Pendants gab es von Frans Francken II. Sie stellen die Rückkehr des verlorenen Sohnes und die Übergabe des Hauptes Johannes des Täufers durch Salome an ihren Stiefvater Herodes dar. Die dramatische Wucht der beiden Kupfertafeln wurde mit 55.000 Euro honoriert (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Für die Architekturmalerei stand die zarte Erfindung einer langen Renaissancesäulenhalle aus dem Umkreis des Hans Vredeman de Vries für unerwartete 36.000 Euro (Taxe 4.000 bis 7.000 EUR). Auch Gillis Backereels intime, nächtliche Kreuzigungsdarstellung konnte seinen Wert auf 26.000 Euro mehr als verdoppeln. Einer der letzten wichtigen Vertreter der großen niederländischen Malerei ist in Theobald Michau zu sehen. Mit rokokoleichter Farbigkeit zeigt er eine feiernde Bauerngesellschaft auf einem Dorfplatz am Fluss und erlöste damit 75.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Keinen Abnehmer fand dagegen ein Gemüsestillleben Jan Fyts aus dem Jahr 1652 (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Von den ältesten Stücken ist besonders eine Tafel der Madonna mit musizierendem Engel im hortus conclusus zu nennen, die in die Nachfolge Rogier van der Weydens eingeordnet wird und für 52.000 Euro den Besitzer wechselte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Und was irgendwie nach Hieronymus Bosch riecht, hat von vornherein oft leichtes Spiel. So auch der „Scharlatan“, eine Detailkopie nach einem Gemälde im Museum von Saint-Germain-en-Laye, das wiederum auf ein verschollenes Original des großen Weltuntergangsmalers zurückgeht. Auf 7.000 bis 10.000 Euro angesetzt, schlug der Sieger seine Konkurrenten schließlich erst bei 52.000 Euro aus dem Feld.

Der gebürtige Schweizer Johann Jakob Koller zog mit seinen beiden Stadtpromenaden am Kanal bei Sloterdijk nicht ganz soviel Aufmerksamkeit auf sich, zu jeweils 16.000 Euro reichte es für die beiden stillen und überdies taschenformatigen Bilder jedoch immer noch (Taxen je 8.000 bis 10.000 EUR). Die deutsche Malerei, im 17ten und 18ten Jahrhunderts keine derart glanzvolle Vorstellung, hatte immerhin in Joachim Franz Beich einen wichtigen Exponenten. Seine beiden Gegenstücke mit Predigt Johannes des Täufers und der Enthauptung des Jakobus, mit viel Volk in weiten Landschaften organisiert, wurden erst bei 50.000 Euro übernommen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Gefragt war auch deutsche Portraitkunst, allen voran die vier Bildnisse kursächsischer Generäle von Heinrich Christoph Fehling. Taxiert jeweils ab 8.000 Euro aufwärts, brachten sie bis zu 15.000 Euro ein. Bisher nicht zu identifizieren war der Maler Johann Welté, wohl ein Mitglied der kurmainzischen Künstlerfamilie. Von ihm stammt ein schlichtes Küchenstillleben mit Schinken, Brotleib und Tonkrug, das zur oberen Schätzung von 12.000 Euro wegging.

Johann Friedrich Grooth, geboren 1717 in Stuttgart, wanderte früh nach Russland aus. Das war sein Glück, er wurde dort reich und angesehen und ist auch heute noch vorzugsweise von Sammlern aus dem Osten begehrt. Von 6.000 bis 8.000 Euro auf 22.000 Euro erhöhte sich der Wert seines Jagdhundes samt Beute aus dem Jahr 1768. Friedrich Heinrich Füger zog es aus seiner Heimatstadt Heilbronn hinaus zunächst nach Leipzig, dann nach Italien und schließlich nach Wien. Die Ideen des Klassizismus schlagen in seinem Gemälde „Apollo unter den Hirten“ durch. Dabei diente es nur als Entwurf für den Vorhang des Wiener Burgtheaters. Es erreichte die untere Schätzung von 28.000 Euro. Johann Joachim Fabers klassizistische Sicht auf Orvieto von Südwesten mit lagernden Reisenden im Vordergrund schlug sich zur unteren Schätzung von 20.000 Euro davon.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



01.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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