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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nagel punktet mit zwei Privatsammlungen, das reguläre Programm mit Kunst und Antiquitäten läuft durchschnittlich

Hanseatisches mit Flair



Jan Frans van Bloemen, Klassische Landschaft mit einer Frau und einem Mann an einem Flussufer

Jan Frans van Bloemen, Klassische Landschaft mit einer Frau und einem Mann an einem Flussufer

Das beste Gesamtergebnis erzielte das Stuttgarter Auktionshaus Nagel während seiner vergangenen Auktionsrunde mit der Sammlung Neckermann. Sage und schreibe 99 Prozent konnten hier abgesetzt werden, auch einige Vorbehaltszuschläge fallen da kaum ins Gewicht. Dass es sich um eine auf Breite, weniger auf herausragende Spitzenwerke angelegte Sammlung handelte, bezeugen freilich die wenigen Zuschläge jenseits der 10.000er-Grenze. Lediglich einige Altmeistergemälde sowie Bronzeskulpturen übertrafen ihre Schätzpreise gelegentlich um ein Vielfaches. Letztere hatten vor allem eine Serie verschiedener Versionen von Walter Schotts sportlicher „Kugelspielerin“ zu bieten, von denen das mit 76 Zentimetern höchste Stücke, eine dunkel patinierte Bronze aus der Berlin Gießerei Gladenbeck, für 10.000 Euro den Besitzer wechselte (Taxe 2.000 EUR). Mit 17.000 Euro ebenfalls hoch beboten wurde eine Chryselephantineskulptur aus Elfenbein und kaltbemalter Bronze von Otto Poertzel unter dem Titel „Tom der Reimer“, der sich gerade seiner Feendame in die Arme wirft (Taxe 5.000 EUR).


Sammlung Neckermann

Unter den Gemälden konnte sich erwartungsgemäß eine italienische Darstellung der Rebecca am Brunnen aus dem 17ten Jahrhundert auf 13.000 Euro deutlich verbessern (Taxe 2.500 EUR), ebenso wie eine klassische Landschaft mit Figurenstaffage im Oval von Jan Frans van Bloemen auf 14.000 Euro (Taxe 3.500 EUR). Mit 20.000 Euro war Andrea Vaccaros heilige Agathe im Gefängnis dagegen leicht zu hoch bewertet, 18.000 Euro erscheinen jedoch immer noch angemessen. Aus neuerer Zeit schafften Franz Roubauds Tscherkessenlager bei Nacht 28.000 Euro (Taxe 7.000 EUR) und ein äußerst fein und doch nicht ohne romantischen Stimmungsgehalt gemalter Eichenhain im Sommer Carl Friedrich Lessings 24.000 Euro (Taxe 3.500 EUR). In der reichen, etwas symbolistisch-geschmäcklerischen Offerte der Schweizer Malerfamilie um Eduard Rüdisühli und seinen Bruder Hermann Rüdisühli gab es einige Preissteigerungen, aber auch etliche Vorbehaltszuschläge. An die Spitze der Skulpturen setzten sich bei 14.000 Euro überraschend zwei drollige Rokokoputten des 18ten Jahrhunderts (Taxe 800 EUR). Bei den Möbeln triumphierte ein neubarocker Tisch, gestempelt mit D. P. Lepautre, nach einem Original des Louis XIV im Musée du Louvre für 13.500 Euro (Taxe 1.500 EUR). Insgesamt konnte sich die Neckermann-Familie über rund 440.000 Euro Nettoerlös freuen.

Hamburger Wohnkultur

Den zweiten Sonderkatalog widmete Nagel einer Sammlung „Hamburger Wohnkultur“. Auch hier war die nach Losen berechnete Zuschlagsquote von 84 Prozent außerordentlich hoch, wiederum mit einem geringen Anteil an Vorbehaltszuschlägen. Gelegentlich spielte sich Nagel hier in die erste Liga des Kunsthandwerks, besonders bei den Möbeln: 75.000 Euro – die dreifache Schätzung – erlöste der Stuttgarter Versteigerer mit einem feinen Bonheur du Jour, das der Pariser Meister Guillaume Kemp in der Zeit um 1770/80 in Paris gestempelt hat. Der vornehme Intarsienschmuck in Form von Blumenvasen und Blütengirlanden macht es zu einer herausragenden Arbeit des sogenannten Transition-Stil. Unveräußert blieben dagegen ein Trierer Aufsatzsekretär von etwa 1760 (Taxe 35.000 EUR) und eine wohl etwas spätere, schlichte Aufsatzkommode für geschätzte 18.000 Euro. Dafür ging André Antoine Lardins Rokokokommode aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts für 12.000 Euro weg (Taxe 7.000 EUR).

Ein ebenfalls respektables Ergebnis von 15.000 Euro erzielte eine große Silberdeckelterrine des Augsburger Meisters Emanuel Gottlieb Oernster aus den späten 1750er Jahren (Taxe 14.000 EUR). Meißner Porzellan glänzte in Form eines Exemplars gleicher Funktion aus der Zeit um 1735/40 mit feiner Chinoiseriemalerei für 11.000 Euro (Taxe 12.000 EUR). Zu den Überraschungssiegern gehörte ein Zierteller der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur Berlin der Zeit um 1780. Das mit zwei Chinesen bei der Teezeremonie bemalte, am Rand durchbrochene Stück kletterte rasch von 500 auf 13.000 Euro. Skulpturalen Anspruch tragen zwei französische Uhren des späten 18ten Jahrhunderts: Die eine, 17.000 Euro teure, geschaffen von dem berühmten Pariser Uhrmacher Julien Le Roy, wird von einem goldenen Löwen getragen (Taxe 12.000 EUR), bei der anderen windet sich eine Schlange eine Vase empor, in der das Uhrwerk von Gabriel Courieult wohnt. Hier sprangen 24.000 Euro heraus (Taxe 18.000 EUR). Passendes für die Wände gab es mit der Bildtapete „Die Monumente von Paris“ des Jahres 1814 aus der dortigen Manufaktur Joseph Dufours für taxgerechte 3.000 Euro oder mit einem dreiteiligen Satz deutscher Provenienz des späten 18ten Jahrhunderts für 5.000 Euro ebenfalls zur Schätzung.

Unter den echten Skulpturen ragte zunächst eine Terrakottabüste hervor, datiert 1791 und mit PA signiert, was auf den Franzosen Augustin Pajou schließen lässt. Das gut modellierte Konterfei des unbekannten Herrn erreichte 18.000 Euro (Taxe 8.000 EUR). Sodann kam Rudolf Schwanthalers Marmorplastik „Eitelkeit“ aus dem Jahr 1876 zum Aufruf und verdoppelte ihren Wert auf 12.000 Euro. Nicht ganz so günstig liefen die Gemälde, ein Blumenstillleben des Wieners Franz Xaver Petter musste bei 10.000 Euro die Heimreise ebenso antreten wie Pieter Jansz Quasts kartenspielende Soldaten in einem Interieur (Taxe 8.000 EUR). Erfolg hatten dagegen Franz Werner Tamm 1687 in Rom entstandener großer Sommerblumenstrauß und ein weiteres Exemplar aus dem Kreis von Pieter Casteels, beide für 7.000 Euro (Taxen 6.000 und 4.000 EUR). Franz Hocheckers feiner Darstellung eines mediterranen Fantasiehafens aus dem Jahr 1764 verbesserte seinen Wert von 4.000 auf 7.500 Euro. Aus dem 19ten Jahrhundert begeisterte Carl Hilgers mit zwei Winterlandschaften in altmeisterlicher Manier für 8.000 Euro und 6.000 Euro (Taxe 6.000 und 5.000 EUR).

Skulpturen und Gemälde Alter Meister

Mit Skulpturen ging es im Hauptprogramm am Nachmittag des 26. März weiter. Es waren nur wenige Schätze, die hier in neue Hände übergingen: Die spätgotische Holzstatue einer Muttergottes, die dem sogenannten „Meister des Acker-Altars“ zugeschrieben wird, für taxgerechte 10.000 Euro, für 12.000 Euro ebenfalls im Rahmen der Schätzung eine lehrende Mutter Anna des Allgäuer Meisters Hans Ludwig Ertinger II und – diesmal mit einem Sprung von 5.200 auf 17.000 Euro – die große Bronzeskulptur eines Bogenschützen, mit der Ernst Moritz Geyger 1902 eines seiner Hauptwerke schuf. Ähnlich bescheiden die Gemäldeofferte: 10.500 Euro kostete eine Flucht nach Ägypten vermutlich aus der Hand Sebastiano Concas (Taxe 6.500 EUR), 11.000 Euro zwei Portraits aus der Werkstatt Martin van Meytens d.J., die Fürst Karl Löwenstein und seine Gemahlin im Jahr 1771 darstellen (Taxe 8.500 EUR). Höhepunkt war Johann Georg Platzers Genrebild „Die Kartenspieler“. Der Rokokomeister bestätigte seinen guten Ruf und räumte 28.000 Euro ab (Taxe 25.000 EUR).

Gemälde Neuerer Meister

Auch Hinterglasbilder mit entsprechend niveauvoller Altmeistermalerei erregen gelegentlich erhöhte Aufmerksamkeit, wie die wohl italienische Darstellung einer mit Blumengirlanden geschmückten Ruinenarchitektur des 18ten Jahrhunderts für 13.000 Euro bewies (Taxe 4.000 EUR). Italienisch war zunächst auch die Gemäldeofferte Neuerer Meister dominiert. Mit 16.000 Euro schnitt hier eine venezianische Impression mit Blick auf die Piazza di San Marco vermutlich von Giuseppe Borsato ab (Taxe 10.500 EUR). Dann aber dominierten deutsche Gemälde, etwa Carl Schuchs frühe Sommerlandschaft von 1868 für 6.400 Euro (Taxe 3.800 EUR), Alexander Rothaugs Faun und Nymphe in einer Felsengrotte für 8.000 Euro (Taxe 8.000 EUR) und Anton Braiths Schafherde im Hochgebirge aus dem Jahr 1903 für 6.500 Euro (5.800 EUR). Noch einmal heiß umkämpft war eine südländische Genreszene des Franzosen Jules Ravel: Die Unterhaltung zweier junger Damen durch einen Musikanten auf einer italienischen Terrasse endete erst bei 9.000 Euro (Taxe 1.800 EUR). Sämtlich zurücktreten mussten dagegen die drei hochgehandelten russischen Gemälde von Julius Sergius Klevers und Konstantin Ivanovich Gorbatov.

Wie schon in der Hamburg-Auktion konnten auch im Hauptprogramm die Uhren punkten. 15.000 Euro für eine Arbeit vermutlich von Claude Galle um 1810 (Taxe 13.500 EUR) und 14.000 Euro für einen Raub der Europa samt Werk des Meisters Buzot waren der Lohn für hervorragende technische und kunsthandwerkliche Leistungen (Taxe 14.000 Euro). Derart hohe Preise kamen bei den Möbeln und sonstigen Einrichtungsgegenständen nicht mehr zustande. Hier bedeutenden 8.000 Euro für eine „FG“ und „JME“ gestempelte Pariser Kommode um 1760 sowie 8.500 Euro – beide auf der Taxe – für einen Wiener Konsoltisch des Empire um 1800/10 bereits das Ende der Fahnenstange.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



02.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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