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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Ein schönes Programm moderner und zeitgenössischer Kunst bei Nagel in Stuttgart

Viele kleine Hölzels



Ein kleiner Schatz möchte am 21. April im Stuttgarter Auktionshaus Nagel gehoben werden. Selten war die traditionell von der rund drei Wochen zuvor stattfindenden dreitägigen Auktionsserie abgekoppelte Abteilung moderner und zeitgenössischer Kunst so anregend wie diesmal. Dies ist einem sicheren Gespür für Meisterwerke weniger bekannter Künstler zu verdanken, mit dem andere Häuser – Irene Lehr in Berlin etwa oder Andreas Sturies in Düsseldorf – seit Jahren ein erfolgreiches Nischendasein zwischen den großen Häusern führen. Gleichwohl fehlt es auch an erstklassigen Werken geachteter Künstler nicht, deren Schätzpreise zu Recht in die Fünfstelligkeit hineinreichen. So etwa Hans Purrmanns „Landschaft bei Sorrent“, 1952 in seiner charakteristischen dünnen Malweise plastisch auf die Leinwand gezaubert. Mit 40.000 Euro stellt das 56 mal 66 Zentimeter große Gemälde das Hauptlos der Versteigerung dar. Oder unter den Arbeiten auf Papier Salvador Dalís Tusche- und Bleistiftzeichnungen „Chants de maldoror“ und „La chûte d’lcare“ aus den frühen 1930er Jahren für 18.000 und 22.000 Euro sowie Otto Dix’ 1920 datierte Kaltnadelradierung „Fleischerladen“, in der sich die Menschen äußerlich bereits deutlich den von ihnen getöteten Tieren annähern (Taxe 17.000 EUR).


Ein Teil der Einlieferungen stammt aus der Sammlung des vor zwei Jahren verstorbenen Reutlinger Internisten Wolfgang Schmeißer. Seine Vorliebe galt unter anderem den jungen wilden Neoexpressionisten der Berliner Szene. So präsentiert das Haus Luciano Castellis Fleischeslust „Love me tender“ von 1981 oder das Portrait „Indio Apache“ von 1982/83, wohinter sich niemand anderes verbirgt als sein Künstlerkollege Rainer Fetting neben zwei Papageien. Entstanden ist das Bild während der Arbeiten der beiden Freunde an einem Film auf Lanzarote (Taxen je 8.000 EUR). Fetting wiederum ist mit dem Ölbild „Yellow Cab on Time Square“ aus dem Jahr 1991 in seiner typischen lila Leuchtkraft vertreten. Dieses Gemälde stammt allerdings nicht aus der Sammlung Schmeißer (Taxe 15.000 EUR). Um das wohl wichtigste Dreigestirn der „Neuen Wilden“ in Berlin zu komplettieren, tritt schließlich – nun wieder aus der Sammlung Schmeißer – Salomé mit seiner Leinwand „Nackte“ aus dem Jahr 1981 bei 7.000 Euro an.

In der Sparte von Kunst aus den östlichen Ländern hat Nagel ebenfalls einige Sahnestückchen zu bieten. Allen voran Emil Fillas kubistisches Stillleben mit Früchten und Mandoline, 1929 zur besten Zeit des gebürtigen Mähren entstanden. Bisweilen sind die Preise für Filla unkalkulierbar, Nagel hat sich für zurückhaltende 15.000 Euro entschieden, wohl in der berechtigten Hoffnung auf Steigerungspotential. 1916, am Vorabend der großen historischen Umbrüche, malte der russische Künstler David Burljuk ein rotes Auto vor einer Industrielandschaft – ein kleines, aber ungewöhnlich avantgardistisches Werk für die eher traditionell eingestellte russische Gegenständlichkeit (Taxe 9.500 EUR). Für die zwischen figuralem Stil und Abstraktion changierenden Stillleben und Figurenbilder der in Riga gebürtigen Ida Kerkovius muss mit bis zu 8.000 Euro gerechnet werden.

Beachtlich ist die hohe Anzahl ganzer Werkblöcke. Bei Max Ackermann ist man das schon gewohnt, nicht aber die Offerte eines seiner Frühwerke: Das Hochformat „Tanzende“ stammt aus der expressionistischen Phase des Künstlers 1914 (Taxe 7.000 EUR), die später durch seine abstrakte Malerei, repräsentiert durch Papierarbeiten für nicht mehr als 1.900 Euro, verdeckt wurde. Daneben gibt es eine Reihe Künstler der zweiten Garde, die es zu betrachten lohnt. Eine bemerkenswert eigenständige Position hat sich etwa der 1897 geborene Schwabe Jakob Bräckle bewahrt. 1920 malte er eine Landschaft mit grünen Feldern, 1923 eine Herbstlandschaft und 1928 Menschen beim Binden der Garben in einer Weise, die in allen drei Fällen an die Neue Sachlichkeit gemahnt, ohne auf einen Realismus zu verzichten (Taxen zwischen 1.600 und 1.800 EUR). Die helle Farbigkeit, kombiniert mit neoexpressionistischem Pinselstrich, zeigt der Stuttgarter Maler Alfred Wais in vier Gemälden der Jahre 1957 bis 1975 (Taxen 800 bis 3.000 EUR).

Wichtigstes Werk der ungegenständlichen Malerei ist eines der fünfzig im Jahr 2004 von Gerhard Richter gestalteten Künstlerbücher „War Cut II“ mit unikatem Ölbild auf dem geprägten Deckel (Taxe 28.000 EUR). Daneben beeindruckt Adolf Fleischmann mit zwei seiner charakteristischen verschachtelten Gitterstrukturen aus den frühen 1960er Jahren für 11.000 und 15.000 Euro. Georg Meistermann ergänzt die Gegenstandslosen um sein Ölbild „Felder“ in Rot- und Rosatönen von 1965 bei 2.000 Euro, Piero Dorazio um mehrere Gouachen mit seinen typischen bunten Gitter-, Streifen- und Schlangenstrukturen bis zu 3.200 Euro. Ein Vertreter der frühen Abstraktion ist der Architekt und Grafiker Peter Keler, der von 1919 bis 1921 am Staatlichen Bauhaus in Weimar studierte. Vier Aquarelle mit geometrischen Farbfeldern gibt es für günstige 1.200 Euro. Schon ins Minimalistische verweisen zwei Auflagenarbeiten mit sich kreuzenden Aluminiumstäben Reiner Ruthenbecks, die für 1.200 Euro und 900 Euro zu haben sind.

Der Stuttgarter Schule unter Adolf Hölzel entstammt auch Heinrich Wildemann, was man seiner unbetitelten Komposition aus vertikal ausgerichteten Farbstreifen und -flächen durchaus anmerkt (Taxe 5.000 EUR), ferner Gottfried Graf, dessen Gemälde „Zwei Menschen“ und „Stadt“ deutlich den Einfluss des Kubismus erkennen lassen (Taxen 4.000 und 7.000 EUR), während „Ganymed“ von etwa 1918 sowie „Mädchen mit Paradiesvogel“ zudem noch den für die Zeit charakteristischen Einschlag esoterischer Erleuchtungsvorstellungen spüren lassen. Die Erinnerung an diesen hochinteressanten Künstler, der 1938 als gebrochener Mann starb, wird heute vor allem von seiner Heimatstadt Mengen am Leben erhalten (Taxen je 10.000 EUR).

In diese Reihe Hölzel-Schüler gehört auch Albert Mueller – nicht zu verwechseln mit dem berühmteren Schweizer Expressionisten –, mit seinem großen Ölbild „An einen verschollenen Menschen“. Es baut ähnliche Scheinwelten auf wie die farbenprächtigen Gemälde Gottfries Grafs. Die Rückseite birgt ein Produkt wohl aus früheren Jahren, die fauvistisch beeinflusste Wiedergabe eines weiblichen Halbakts (Taxe 15.000 EUR). Hans Fähnle rückte die Gegenständlichkeit in den Mittelpunkt seines Schaffens, wenngleich er seine Sonnenblumen 1935 in fast gewalttätiger Gestik auf die Leinwand spachtelte. Das schöne Ölbild soll nur 1.000 Euro kosten. Mit all diesen Werken hat Nagel einen echten Schatz aufgetan. Cola da Caparola, in der Landeshauptstadt 1957 geboren, orientiert sich in ihren Arbeiten, etwa „Leben“, „Terra“ oder „Ausschnitt“ von 2001, an der amerikanischen Farbfeldmalerei (Taxen je 2.400 EUR).

Seinen 100sten Geburtstag feiert heuer HAP Grieshaber. Nicht zuletzt aus diesem Anlass hat Nagel eine stattliche Anzahl seiner Grafiken zusammengetragen. Darunter befinden sich etwa die Farbserigrafie „Ceres mit Flötenspieler“ von 1967 für 6.500 Euro, das Portfolio „Janusköpfe“ von 1956 mit einer Kohlezeichnung und sechs Farbholzschnitten für 2.800 Euro oder die zehnteilige Holzschnittfolge „Der Feuervogel“ von 1961 für 7.000 Euro. Das lokale Publikum wird auch Reinhold Nägele ansprechen, der zwei nicht allzu ernste Hinterglasbilder beisteuert. „Mehl und Mäuse“ von 1931 soll 3.800 Euro einspielen, „Aufsteigende Ballons“ von 1966 steht für 3.000 Euro zu Gebot.

Alte Bekannte trifft man auf dieser Auktion freilich auch. Nicht zum ersten und auch nicht zum zweiten, sondern – nach Hauswedell & Nolte im Juni sowie Ketterer im Dezember vergangenen Jahres – schon zum dritten Mal in einem deutschen Auktionshaus taucht Alexander Archipenkos Rötelzeichnung „Laocoon“ von circa 1910 auf – ohne Frage ein schönes, in seiner Ambivalenz zwischen kubistischer Komposition und klassizistischem Figurenstil reizvolles Blatt. Nagel hat den Schätzpreis jetzt noch einmal leicht auf 18.000 Euro gesenkt. Edward Cucuels Portrait eines Mädchens namens Eva Meyerweissflog von 1934 war ebenfalls erst kürzlich bei Ketterer angeboten und soll jetzt 14.000 Euro kosten.

Die Auktion beginnt am 21. April um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 16. bis zum 19. April täglich von 11 bis 18 Uhr.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



14.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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21.04.2009, Moderne Kunst

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