Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.01.2020 Auktion 1147: Art of Africa, the Pacific and the Americas

© Kunsthaus Lempertz

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Porzellanfreuden bei Lempertz in Berlin

Österliche Nachwehen



 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Osterei, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, um 1880

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Osterei, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, um 1880

Seitdem das Kölner Auktionshaus Lempertz eine Dependance in Berlin bezogen hat, stehen dort auch Versteigerungen meist mit Bezug zur Geschichte der Stadt auf dem Programm. Am kommenden Samstag rückt Lempertz Porzellanwaren aus den drei Manufakturen Meißen, KPM und St. Petersburg und deren Verflechtungen untereinander in den Mittelpunkt. Aus der reichhaltigen Meißner Produktion des 18ten Jahrhunderts hält der Katalog etwa einen Kakadu auf hohem durchmodellierten Baumstumpf um 1740 (Taxe 32.000 bis 35.000 EUR), die Muse Erato samt Putto von 1743/44 (Taxe 9.500 bis 12.000 EUR), ein verliebtes Schäferpaar um 1745 (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), ein Liebespaar mit Mops um 1750 (Taxe 13.500 bis 15.000 EUR) oder das Figurenleuchterpaar mit Julius Cäsar und Cyrus vor (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR) bereit. Bei allen Arbeiten wird Johann Joachim Kändler für die Modelle der Figuren verantwortlich sein, die Bronzemontierung und die Porzellanblumen bei den Leuchtern stammen aus Frankreich.


Dass neben dem übermächtigen Kändler noch andere vortreffliche Künstler in der Meißner Manufaktur tätig waren, darauf verweisen eine anmutige Schneiderin auf einer Geiß von Johann Friedrich Eberlein aus dem Jahr 1740 (Taxe 12.000 bis 13.000 EUR), ein dreiteiliger Deckelvasensatz mit sogenannten „Konturchinesen“ und indianischen Blumen, die wohl Johann Ehrenfried Stadler um 1725/30 gemalt hat (Taxe 20.000 bsi 25.000 EUR), Peter Reinickes Pantalone aus der Serie der italienischen Komödienfiguren für Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR) und Friedrich Elias Meyers Ausformungen, wie eine schwarze Zitronenverkäuferin (Taxe 3.700 bis 4.200 EUR) und ein spielender Cellist (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR). Aus der frühen Meißner Zeit um 1715/20 stammt ein Harlekin, der wohl noch im Böttgerporzellan gearbeitet und erst um 1729 farbig staffiert wurde. Das Modell wird Georg Fritzsche zugeschrieben (Taxe 24.000 bis 28.000 EUR).

Gerade Gebrauchsporzellan stieß auch außerhalb Sachsens auf große Beliebtheit. So wurden von der Meißner Manufaktur mehrere Aufträge für den Zarenhof oder russische wie polnische Adelshäuser ausgeführt. Beispiele dafür sind ein Teller aus dem Andreas-Service (Taxe 5.500 bis 6.000 EUR) und ein Exemplar aus dem Elisabeth-Service (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), die beide für Zarin Elisabeth Petrowna in den 1740er Jahren hergestellt wurden, oder ein Teller aus dem Service für den Grafen Aleksej Grigorjewitsch Orlow aus späterer Zeit um 1770/74 (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Bei diesen Kontakten zwischen Dresden und St. Petersburg blieb auch der künstlerische Austausch nicht ohne Folgen. Daher kopierte die Kaiserliche Manufaktur in St. Petersburg in der Periode Katharina II. von 1762 bis 1796 mal einfach eine Teekanne mit Goldchinesen aus der frühen Meißner Zeit. Allein die Manufakturmarke verweist nach Russland (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR).

Ihre Blütezeit hatte die Kaiserliche Manufaktur in der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts unter den Zaren Alexander I. und Nikolaus I. Davon legen mehrere Teller Zeugnis ab. Zum Goldenen Wappenservice gehören zwei Dessertteller für den Palast von Pawlowsk mit den Darstellungen eines Granatapfels und zweier Äpfel (Taxen je 45.000 bis 50.000 EUR), ein Exemplar aus dem Krönungsservice für Nikolaus I. (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR) und einer der beliebten Soldatenteller mit der rückseitigen Aufschrift „Orenburgisches Infanterie Bataillon 22. Division“ (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Nikolaus I. tritt selbst in Erscheinung und zwar auf einer Tasse in Glockenbecherform, zu der noch eine vergoldete Untertasse gehört (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Dann waren und sind noch immer in Russland die Ostereier beliebt, die es verständlicherweise auch in Porzellanausführung gab. Der Dekor hat meist christlichen Inhalt, es können aber auch Landschaften und Wappen dargestellt sein. Der heilige Wladimir (Taxe 14.000 bis 15.000 EUR) oder ein Seraphim (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR) treten genauso an wie ein Osterei mit dem Antlitz Christi als vera icon (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR), die Alexander Newski Gedächtniskirche auf dem Kapellenberg in Potsdam (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR), ein Ei mit Stern und Band des St. Georg-Ordens (Taxe 34.000 bis 40.000 EUR), eine Ansicht von St. Petersburg (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR) oder ein Osterei mit dem Monogramm Zar Alexander III. (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Teuerste Ausführung ist ein mit 13,4 Zentimeter relativ großes Osterei, das die Kaiserliche Manufaktur um 1880 mit Heiligen, Engeln, der Gottesmutter und dem segnenden Christus in Form einer Ikonostase verzierte. Es soll 60.000 bis 70.000 Euro einbringen.

Nach einigen Fayencen, etwa Deckelvasen mit Chinoiserien und Vogeldekor der Berliner Cornelius Funcke und Gerhard Wolbeer für bis zu 4.500 Euro, tritt die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin im Hauptkatalog in Erscheinung. Sie entsendet einen Teller mit Lautenspielerin für Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin, dessen Form nach Vorlagen Karl Friedrich Schinkels entstand (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), und ihre großen Bildervasen in Kraterform. Auf einer prangt die Ansicht des Berliner Kronprinzenpalais um 1830 (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR) oder um 1850/60 schon im Neorokoko das Neue Palais in Potsdam (Taxe 19.000 bis 22.000 EUR). Über ein rundes Porzellanbild um 1870, das das Wilhelmspalais in Berlin verewigt (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), zieht sich die Produktpalette von KPM bis zu einer Vase in rotblauem, stilisiertem Blumendekor von Willy Stanke aus den 1910er Jahren (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Auch die Berliner Silberschmiede nahm mit dem Erstarken des preußischen Königreichs an Qualität zu. Davon zeugen eine große, barocke Deckelterrine von Johann George Daniel Fournier um 1735 (Taxe 22.000 bis 24.000 EUR), eine klassizistische Teemaschine von Johann David Hertel von 1785/88 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) und mehrere Teile aus dem Service für die Grafen von Alvensleben, die Johann George Hossauer zwischen 1819 und 1842 mit deren Wappen und Weinranken dekorierte. Dazu gehören sechs Teller für 9.000 bis 12.000 Euro, zwei Fischplatten für 6.000 bis 7.000 Euro oder zweimal zwei Weinkühler für je 20.000 bis 22.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 9. Mai um 12:15 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 8. Mai täglich von 10 bis 14 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Poststraße 21-22

DE-10178 Berlin

Telefon:+49 (030) 278 760 80

Telefax:+49 (030) 278 760 86

E-Mail: info@lempertz.com



08.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 16

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Kunstwerke (14)

Veranstaltung vom:


09.05.2009, Berlin-Auktion - Kunstgewerbe und Gemälde

Bei:


Kunsthaus Lempertz

Kunstwerk:

Osterei mit Band und Stern des St. Georg-Ordens, Kaiserliche Manufaktur St.
 Petersburg, 1900
Osterei mit Band und Stern des St. Georg-Ordens, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1900

Kunstwerk:

Teller aus dem Krönungsservice für Nikolaus I., Kaiserliche
 Manufaktur St. Petersburg, 1826
Teller aus dem Krönungsservice für Nikolaus I., Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1826

Kunstwerk:

Teekanne mit Goldchinesen, Kaiserliche Manufaktur
 St. Petersburg, 1762/96, Meißen, um 1745
Teekanne mit Goldchinesen, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1762/96, Meißen, um 1745

Kunstwerk:

Teller aus dem „Goldenen Wappenservice“, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg,
 1827
Teller aus dem „Goldenen Wappenservice“, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1827

Kunstwerk:

Teller aus dem Elisabeth-Service, Meißen, um 1745
Teller aus dem Elisabeth-Service, Meißen, um 1745

Kunstwerk:

Friedrich Elias Meyer, Schwarze Zitronenverkäuferin, um 1750
Friedrich Elias Meyer, Schwarze Zitronenverkäuferin, um 1750

Kunstwerk:

Johann Ehrenfried Stadler zugeschrieben, 3teiliger Vasensatz, um 1725/30
Johann Ehrenfried Stadler zugeschrieben, 3teiliger Vasensatz, um 1725/30







Friedrich Elias Meyer, Schwarze Zitronenverkäuferin, um 1750

Friedrich Elias Meyer, Schwarze Zitronenverkäuferin, um 1750

Taxe: 3.700 - 4.200 EURO

Losnummer: 40

 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teller aus dem „Goldenen Wappenservice“, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1827

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teller aus dem „Goldenen Wappenservice“, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1827

Taxe: 45.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 67

 KPM - Königliche Porzellan-Manufaktur, Ansichtenvase mit dem Kronprinzenpalais, KPM, Berlin um 1830

KPM - Königliche Porzellan-Manufaktur, Ansichtenvase mit dem Kronprinzenpalais, KPM, Berlin um 1830

Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

Losnummer: 207

Johann Ehrenfried Stadler zugeschrieben, 3teiliger Vasensatz, um 1725/30

Johann Ehrenfried Stadler zugeschrieben, 3teiliger Vasensatz, um 1725/30

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Losnummer: 42

 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Osterei mit Band und Stern des St. Georg-Ordens, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1900

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Osterei mit Band und Stern des St. Georg-Ordens, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1900

Taxe: 34.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 95

Johann Friedrich Eberlein, Schneiderin auf der Geiß, 1740

Johann Friedrich Eberlein, Schneiderin auf der Geiß, 1740

Taxe: 12.000 - 13.000 EURO

Losnummer: 9

Peter Reinicke, Pantalone, um bzw. nach 1743

Peter Reinicke, Pantalone, um bzw. nach 1743

Taxe: 6.500 - 7.500 EURO

Losnummer: 27

Gerhard Wolbeer, Deckelvase mit Chinoiserie, Berlin um 1700/10

Gerhard Wolbeer, Deckelvase mit Chinoiserie, Berlin um 1700/10

Taxe: 4.000 - 4.500 EURO

Losnummer: 151

Johann Joachim Kändler zugeschrieben, Kakadu, um 1740

Johann Joachim Kändler zugeschrieben, Kakadu, um 1740

Taxe: 32.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 11

 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teller aus dem Krönungsservice für Nikolaus I., Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1826

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teller aus dem Krönungsservice für Nikolaus I., Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1826

Taxe: 45.000 - 55.000 EURO

Losnummer: 71

 Porzellanmanufaktur Meißen, Teller aus dem Elisabeth-Service, Meißen, um 1745

Porzellanmanufaktur Meißen, Teller aus dem Elisabeth-Service, Meißen, um 1745

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 47

Johann George Daniel Fournier, Deckelterrine, Berlin um 1735

Johann George Daniel Fournier, Deckelterrine, Berlin um 1735

Taxe: 22.000 - 24.000 EURO

Losnummer: 221

 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teekanne mit Goldchinesen, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1762/96, Meißen, um 1745

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teekanne mit Goldchinesen, Kaiserliche Manufaktur St. Petersburg, 1762/96, Meißen, um 1745

Taxe: 14.000 - 18.000 EURO

Losnummer: 63




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce