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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Jugendstil und Art Déco sind bei Zezschwitz in München immer noch zu hoch bewertet – und die Gemälde sowieso

Preise einfach senken?



Patriz Huber, Vitrinenschrank, 1901/02

Patriz Huber, Vitrinenschrank, 1901/02

Auch die fünfzigste Versteigerung bewahrte das Münchner Auktionshaus von Zezschwitz nicht vor einer eher mäßigen Absatzquote. Die hundert „Meisterstücke“, die sich am Abend des 21. April aus Anlass des Jubiläums in der Friedrichstraße versammelten, waren mehrheitlich wieder zu hoch taxiert. So hieß es nicht zum ersten Mal: Hohes Niveau, hohe Preise, aber ein eher schwaches Zuschlagsergebnis von lediglich 30 Prozent – für ein Jubiläum sicher enttäuschend. Da nutzte auch die Erfolgsmeldung wenig, dass ein Jugendstil-Vitrinenschrank, den Patriz Huber für das Empfangszimmer der Lina Pfaff, Schwester des Nähmaschinenherstellers Georg Pfaff in Kaiserslautern, 1901/02 anfertigte, mit 53.000 Euro an einen ausländischen Sammler ging (Taxe 72.000 EUR). Dem standen so schmerzliche Rückgänge wie ein weiß lackierter Schrank Henry van de Veldes von 1911 (Taxe 26.000 EUR), Bernhard Pankoks Kredenzschrank aus dem Jahr 1900 – schon zum zweiten Mal angetreten – für veranschlagte 56.000 Euro, und vor allem Joseph Maria Olbrichs großer Salonflügel in der zweiten Fassung von 1901 im Schätzwert von 100.000 Euro gegenüber.


Wenigstens ging Pankoks Stuhl aus einer Speisezimmereinrichtung bei 4.500 Euro weg (Taxe 5.500 EUR), und bei Olbrich verabschiedete sich ebenfalls ein Stuhl mit dem originalen, geprägten Lederbezug bei 2.800 Euro (Taxe 3.000 EUR). Neun Mappen, die seine architektonischen und kunstgewerblichen Arbeiten enthalten und zwischen 1901 und 1914 bei Ernst Wasmuth in Berlin erschienen, kletterten gar auf 3.500 Euro (Taxe 2.400 EUR). Erfreulich war auch die Steigerung einer Brosche Josef Hoffmanns aus der Zeit um 1913, die die Silberproduktion der renommierten Wiener Werkstätte vertrat. Ein Telefonbieter investierte stattliche 15.500 Euro in das stilisierte Blattwerk mit Perlmuttblüten (Taxe 6.800 EUR). Ferdinand Hauser ergänzte mit einer runden und goldenen, rund ein Jahr jüngeren Brosche bei guten 2.800 Euro (Taxe 1.500 EUR). Jugendstil pur auch Otto Eckmanns Bronzemontierung für eine Henkelvase aus dem Jahr 1900 für 4.000 Euro (Taxe 4.800 EUR) und ein Granatapfelpokal des Münchner Hofgoldschmieds Theodor Heiden von 1901 für 4.200 Euro, der sich sichtlich auch von barocken Formen inspirieren ließ (Taxe 3.400 EUR). Schon fortgeschritten ist Gebhard Duves 197teiliges Tafelbesteck im Stil des Art Déco um 1930 und im Originalschränkchen, das für 6.200 Euro hinwegrollte (Taxe 7.200 EUR).

Unter den dekorativen Figuren verabschiedete sich Ferdinand Preiss’ junge Frau an der „Quelle“ um 1925 bei 8.000 Euro (Taxe 12.000 EUR), während Demetre Chiparus’ nubische Tänzerin (Taxe 20.000 EUR) und Claire Jeanne Robertine Colinets thebanische Tänzerin aus der gleichen Zeit die Heimreise antreten mussten (Taxe 16.000 EUR). Aber auch zeitgenössisches Design Zezschwitz zu bieten, unter anderem Ron Arads „Well tempered chair“ aus dem Jahr 1986, gefertigt bei Vitra in Weil am Rhein und mit 8.000 Euro schließlich eines der teuersten Möbel der Auktion (Taxe 6.000 EUR). Die reiche Glasproduktion aus Murano konnte sich in Carlo Scarpas Vase „Murrine Romane“ von 1936 bei 5.200 Euro durchsetzen (Taxe 6.000 EUR).

Besonders erfolglos waren die Gemälde, die – ohnehin meist zu hoch taxiert – vielleicht auch etwas nebensächlich zwischen die Möbel gesetzt worden waren. Ob ein Werk des 19ten Jahrhunderts wie Johann Jakob Dorners d.J. Blick auf den Tegernsee mit Kloster um 1824 (Taxe 18.000 EUR), des Expressionismus wie Christian Rohlfs’ aquarellierte Feuerlilien von 1933 (Taxe 35.000 EUR) und Otto Dix’ Steinbruch in den Vogesen von 1945, mit 130.000 Euro Hauptlos der ganzen Auktion, oder auch unserer Tage, worunter Wolfgang Mattheuers neoexpressionistische „Straße in Jägersgrün“ von 1965 (Taxe 24.000 EUR), HP Zimmers „Festessen“ von 1987 (Taxe 26.000 EUR), Heinz Macks Farbfeldmalerei „Ikone I“ von 2002 (Taxe 30.000 EUR) und Heimrad Prems „Die Brücke“ von 1961 (Taxe 26.000 EUR) zu nennen gewesen wären – überall Fehlanzeige.

Verkauft wurde Hugo von Habermanns Portrait eines etwas schwindsüchtig dreinschauenden Mädchens aus dem Jahr 1912 für 3.000 Euro (Taxe 3.500 EUR). 2.000 Euro spielte Otto Muellers im selben Jahr entstandener Holzschnitt „Mädchen zwischen Blattpflanzen“ ein, das etwas gesünder die Natur genießt (Taxe 2.800 EUR). Als eines der wenigen Objekte überhaupt konnte sich Victor Prouvés weiblicher Akt im Atelier von 1886, ein Musterbeispiel französischer Salonmalerei, von 3.000 Euro auf 6.500 Euro wesentlich verbessern. Und der einzige Moderne von Rang war Italo Valenti, dessen meditatives Rotbild „Mesure“ von 1970 bei 10.000 Euro nach Italien abwanderte (Taxe 12.000 EUR). Mit 12.000 Euro schlug Man Rays berühmtes Metronom „Objet indestructible“ zu Buche, das nach einem Entwurf von 1923 von der édition MAT im Jahr 1965 neu aufgelegt wurde (Taxe 13.000 EUR).

Mit gut 26 Prozent lag die Zuschlagsquote bei der 51. Auktion am selben Tag sogar noch niedriger. Immerhin ein paar gute Ergebnisse gab es aber doch, so vor allem bei den Möbeln. Ein filigraner Holztisch mit Messingbeinen Richard Müllers um 1902 brachte es auf 2.400 Euro (Taxe 1.500 EUR), Richard Riemerschmids Armlehnstuhl von 1897 schaffte immerhin noch 3.000 Euro (Taxe 3.500 EUR). Mit 6.000 Euro lag ein reich verzierter Salonschrank aus der Wiener Möbelfabrik Julius & Josef Herrmann am höchsten (Taxe 2.600 EUR), gefolgt von einer französischen Garderobe in der Art Emile Gallés für 4.000 Euro (Taxe 3.000 EUR) und ein Pfeilerschränkchen der Zeit um 1905 aus dem Umfeld Louis Majorelles für 3.400 Euro (Taxe 3.600 EUR).

Wenngleich mit einer Art Déco-Deckenlampe der Pariser Firma Petitot Luminaires das teuerste Stück hängen blieb (Taxe 7.500 EUR), war das Interesse an ähnlichen Stücken dieser Gattung mit 3.400 und 3.550 Euro für ein Exemplar von P. Maynadier & Cie. und eine deutsche Arbeiten doch ein wenig erhöht. Ferner wurde eine dekorative Bronze Gustav Adolf Daumillers von 2.950 Euro auf 4.000 Euro gehoben, die einen betenden Reiter des Mittelalters zu Pferd darstellt und um 1923 und damit am Beginn eines neuen Germanenkultes entstand. Leichter hüpft Otto Poertzels weiblicher Elfenbeinclown mit Bronzekleidung und -beinen auf dem Marmorsockel herum. Er erhielt 3.800 Euro (Taxe 3.600 EUR). Eine Tischlampe in Gestalt der Psyche von Henri Louis Levasseur kostete 2.000 Euro (Taxe 2.400 EUR), Harald Nielsens 66teiliges Besteck namens „Pyramide“ in schlichten Formen des Art Déco von 1926 kostete 2.700 Euro (Taxe 2.200 EUR). Die größte Steigerung von 600 Euro auf 3.200 Euro legte ein kleines Ensemble aus Wein- und Likörglas hin, das die Rheinische Glashütten-Actien-Gesellschaft in Köln-Ehrenfeld 1904 in betonten Trichterformen gestalteten. Entwerfer war Peter Behrens.

Wer sich noch im Nachverkauf mit den nicht veräußerten Objekten eindecken will, hat noch bis zum 19. Mai Gelegenheit dazu. Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Von Zezschwitz - Kunst und Design

Friedrichstraße 1a

DE-80801 München

Telefon:+49 (089) 330 366 46

Telefax:+49 (089) 330 366 47

E-Mail: info@von-zezschwitz.de



14.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Schreiende Gegensätze und verwirrend schöne Zusammenklänge

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Joseph Maria Olbrich, Stuhl, um 1898/99
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Bernhard
 Pankok, Stuhl, 1901
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Josef
 Hoffmann, Brosche, um 1913
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Theodor Heiden, Granatapfelpokal, München 1901
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Harald Nielsen, Tafelbesteck „Pyramide“, 1926
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Gustav Adolf Daumiller, Betender Ritter zu Pferd, um 1923
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Richard
 Müller, Tisch, um 1902
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Peter Behrens, Wein- und Likörglas, 1904

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Taxe: 600,- EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 596

Joseph Maria Olbrich, Stuhl, um 1898/99

Joseph Maria Olbrich, Stuhl, um 1898/99

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 2.800,- EURO

Losnummer: 1021

Harald Nielsen, Tafelbesteck „Pyramide“, 1926

Harald Nielsen, Tafelbesteck „Pyramide“, 1926

Taxe: 2.200,- EURO

Zuschlag: 2.700,- EURO

Losnummer: 254

Gustav Adolf Daumiller, Betender Ritter zu Pferd, um 1923

Gustav Adolf Daumiller, Betender Ritter zu Pferd, um 1923

Taxe: 2.950,- EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 464

Ron Arad, Well tempered chair, 1986

Ron Arad, Well tempered chair, 1986

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 1033

Otto Mueller, Mädchen zwischen Blattpflanzen – Mädchem im Schilf, 1912

Otto Mueller, Mädchen zwischen Blattpflanzen – Mädchem im Schilf, 1912

Taxe: 2.800,- EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 1014

Deckenlampe, P. Maynadier & Cie., Paris um 1935

Deckenlampe, P. Maynadier & Cie., Paris um 1935

Taxe: 2.900,- EURO

Zuschlag: 3.400,- EURO

Losnummer: 584

Ferdinand Hauser, Brosche, um 1912

Ferdinand Hauser, Brosche, um 1912

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 2.800,- EURO

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Bernhard Pankok, Stuhl, 1901

Bernhard Pankok, Stuhl, 1901

Taxe: 5.500,- EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 1037

Josef Hoffmann, Brosche, um 1913

Josef Hoffmann, Brosche, um 1913

Taxe: 6.800,- EURO

Zuschlag: 15.500,- EURO

Losnummer: 1049

Theodor Heiden, Granatapfelpokal, München 1901

Theodor Heiden, Granatapfelpokal, München 1901

Taxe: 3.400,- EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 1070

Ferdinand Preiss, Die Quelle, um 1925

Ferdinand Preiss, Die Quelle, um 1925

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 1024

Otto Eckmann, Henkelvase, 1900

Otto Eckmann, Henkelvase, 1900

Taxe: 4.800,- EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 1062




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