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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kornfeld hat die beste Altmeistergrafik dieses Frühjahr in der Schweiz

Wettbewerb der Giganten



Albrecht Dürer, Adam und Eva, 1504

Albrecht Dürer, Adam und Eva, 1504

Seinem Ruf als bester Anbieter alter Grafik in der Schweiz macht Kornfeld auch in diesem Frühjahr wieder alle Ehre. Während Gemälde vor dem 19ten Jahrhundert am 10. Juni keine Rolle spielen, sind vor allem von den beiden wohl bedeutendsten Grafikern der frühen Neuzeit – Rembrandt und Albrecht Dürer – kapitale Stücke zu haben, wie man sie sonst nur selten findet. Letzterer schickt allein der Anzahl von knapp zwei Dutzend Blättern nach ein ebenso reichhaltiges wie erlesenes Angebot, das zeitlich mit dem wichtigen Kupferstich der Heiligen Familie mit der Libelle um 1495 beginnt (Taxe 50.000 SFR) und als eine der spätesten Arbeiten den heiligen Hieronymus im Gehäuse aus dem Jahr 1514 enthält. Dieser ist in Form eines prachtvollen Frühdrucks vorhanden, auf dem die Griffelstriche besonders klar und fein hervortreten. Entsprechend sind hohe 150.000 Franken veranschlagt.


Spitzenstück Albrecht Dürers ist der Kupferstich „Adam und Eva“ aus dem Jahr 1504, der erste seiner berühmten „Meisterstiche“, zu denen ja gelegentlich auch der „Hieronymus im Gehäuse“ gerechnet wird. Während es vom ersten Zustand dieses Werkes, den man an der verkehrt gedruckten 5 aus der Jahreszahl erkennt, nur ein Exemplar in Schweinfurt gibt, sind der zweite und der dritte, zu dem auch das vorliegende Blatt zählt, noch in einigen Stücken in Umlauf. Als einer der ersten Abzüge hat auch Kornfeld seine Offerte hoch bewertet: 350.000 Franken sollten Interessenten nach Bern mitbringen. 200.000 Franken für Dürers 16teilige Kupferstichpassion von 1507/13, 40.000 Franken für seine „Versuchung des Müßiggängers“ aus der Zeit um 1498, auch unter dem Titel „Der Traum“ bekannt, und 125.000 Franken für sein 1503 entstandenes „Wappen mit dem Totenkopf“ in einem wiederum brillanten Frühdruck – für die Grafiken des Meisters auf der Schwelle zwischen Spätgotik und Renaissance könnte locker eine ganze Million zusammenkommen.

Für schmalere Geldbörsen gibt es ein paar Monde um den großen Planeten. Etwa einige winzige Blätter Hans Sebald Behams, wie seinen „Fähnrich und Trommler“ von 1544 (Taxe 7.500 SFR), oder seine Version der Passion in acht Holzschnitten von 1521 bis 1535 (Taxe 15.000 SFR), außerdem Wolf Hubers um 1512 oder um 1530 – die Forschung ist sich nicht einig – erschienener Holzschnitt „Die Darbringung Christi im Tempel“ für 30.000 Franken. Erst mit Lucas Cranach d.Ä. wird es wieder teurer. Neben anderem ist speziell sein Holzschnitt „Der heilige Christophorus“ mit der Jahreszahl 1506 zu nennen, ein beliebtes Werk des sächsischen Meisters, das hier zudem durch seine braune Tonigkeit besticht (Taxe 100.000 SFR). Auch er hat eine Passion Christi hervorgebracht; die 14 Holzschnitte sollen 15.000 Franken einspielen. Eines von Dürers wenigen namhaften Vorbildern dürfte Israhel van Meckenem gewesen sein, der sich in seinen Kupferstichen der Krönung Mariens aus der Folge des Marienlebens um 1490/1500 (Taxe 60.000 SFR) und „Das Kinderbad“ von circa 1480 (25.000 SFR) ebenfalls als versierter Darsteller entfaltet, aber noch ganz in gotischen Bahnen.

Der zweite Große also ist Rembrandt, mit einer etwa ebenso großen Anzahl Blättern vertreten, darunter auch Hauptwerke seiner druckgrafischen Kunst. Allen voran steht oder vielmehr sitzt die „Nackte Frau auf einer Bank, einen Hut neben sich“ auf einer Kaltnadelradierung des Jahres 1658. Wieder handelt es sich um einen der wenigen herausragenden Frühdrucke des zweiten Zustandes. Wie viele Blätter Dürers beginnt bei diesem Blatt die vielfältige Provenienzgeschichte im 19ten Jahrhundert, allerdings nicht wie so häufig im sammelnden Adel. Vielmehr wurde es 1876 als Dublette aus der Universitätsbibliothek in Cambridge ausgeschieden und zwei Jahre später bei Sotheby’s versteigert. Mit einem Schätzpreis von 400.000 Franken erreicht die Versteigerung spätestens jetzt Weltniveau.

Dass Rembrandt bei Kornfeld ebenfalls die Millionengrenze anstrebt, versteht sich fast von selbst. Dank sei den mittleren bis späten Arbeiten des Künstlers: den drei Naturansichten „Die Hütte und der Heuschober“ aus dem Jahr 1641, „Der Omval“ von 1645 (Taxen je 125.000 SFR) und „Das Landgut des Goldwägers von 1651 (Taxe 100.000 SFR), den Portraits des Predigers Cornelis Claesz Anslo von 1641 (Taxe 50.000 SFR) und des Amsterdamer Goldschmieds Jan Lutma von 1656 (Taxe 100.000 SFR) sowie der Darstellung „Christus und die Samariterin“ von 1657 (Taxe 80.000 SFR), um nur die wichtigsten zu nennen. Um den Meister tummelt sich manches einerseits epigonale, anderseits auf Absetzung und eigene Bildsprache bedachte Künstlervolk. In 33 zum Teil mit Kaltnadel überarbeiteten Radierungen breitet Cornelis Bega sein genrehaftes Werk aus – bis auf ein einziges Blatt enthält die Sammelnummer alle grafischen Arbeiten des 1620 in Haarlem geborenen Künstlers (Taxe 15.000 SFR).

Die italienische Kunst blitzt immer mal wieder zwischendurch auf. Aus frühester Zeit stammt Cristofano Robettas Kupferstich einer Anbetung der heiligen drei Könige, nach 1500 in für italienische Verhältnisse steifen Formen der Spätgotik (Taxe 4.000 SFR). Bemerkenswert sind mehrere clair-obscur-Holschnitte des Venezianers Conte Antonio Maria Zanetti aus den 1720er und 1730er Jahren in Sammelnummern für bis zu 5.000 Franken. Für die im 18ten Jahrhundert besonders ausgeprägte Vedutenkunst steht nicht nur Giovanni Battista Piranesi mit seinen „Vedute di Roma“, von denen hier außer Titelblatt und Frontispiz 36 der insgesamt 135 Ansichten für 100.000 Franken zum Aufruf kommen. Mit 75.000 Franken zumindest preislich reicht Giovanni Battista Brustolons Sammelalbum mit den zwei Folgen „Prospectuum Aedium, Viarumque insigniorum Urbis Venetiarum“ von 1763 – zwanzig Schaubilder umfassend – und den zwölf Radierungen der „Feste Ducali“ von 1766 an Piranesi heran. 25.000 Franken verlangt Antonio Visentini für seine 38 Venedig-Prospekte in einer 1742 publizierten Ausgabe.

Gegen die Druckgrafik fällt die Rubrik der Handzeichnungen fast bescheiden aus. Erwähnung verdienen Jan van Goyens schwarze Kreidezeichnung eines Wirtshauses mit Reisegesellschaft von 1653 (Taxe 25.000 SFR) und Herman Saftlevens Aquarell über schwarzer Kreide mit der niederländischen Beschriftung „Hausruinen in Utrecht nach dem Orkan am 1. August 1674“ (Taxe 15.000 SFR). Und schließlich noch die genrehafte Szene einer jungen Mutter mit zwei Kindern in der Laube ihres Bauernhauses, die der Berner Sigmund Freudenberger um 1785 in Feder zeichnete und aquarellierte (Taxe 17.500 SFR).

Die Auktion beginnt am 10. Juni um 17:30 Uhr. Die Besichtigung der Arbeiten ist noch bis zum 9. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr, am 10. Juni von 10 bis 14 Uhr möglich.

Kontakt:

Galerie Kornfeld

Laupenstrasse 41

CH-3008 Bern

Telefon:+41 (031) 381 46 73

Telefax:+41 (031) 382 18 91

E-Mail: galerie@kornfeld.ch



09.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


10.06.2009, Graphik und Handzeichnungen Alter Meister

Bei:


Galerie Kornfeld

Bericht:


Rembrandt schlägt Dürer

Kunstwerk:

Albrecht Dürer, Die Kupferstichpassion, 1507-1513
Albrecht Dürer, Die Kupferstichpassion, 1507-1513

Kunstwerk:

Albrecht Dürer, Die Heilige Familie mit der Libelle, um 1495
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Kunstwerk:

Lucas Cranach d.Ä., Die Heilige Familie in der Landschaft, von Engeln umrundet,
 um 1510/15
Lucas Cranach d.Ä., Die Heilige Familie in der Landschaft, von Engeln umrundet, um 1510/15

Kunstwerk:

Albrecht Dürer, Das Wappen mit dem Totenkopf, 1503
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Kunstwerk:

Albrecht Dürer, Joachim auf dem Felde, 1504
Albrecht Dürer, Joachim auf dem Felde, 1504

Kunstwerk:

Albrecht Dürer, Die Geburt Christi, um 1503
Albrecht Dürer, Die Geburt Christi, um 1503







Albrecht Dürer, Das Wappen mit dem Totenkopf, 1503

Albrecht Dürer, Das Wappen mit dem Totenkopf, 1503

Taxe: 125.000,- SFR

Zuschlag: 250.000,- SFR

Losnummer: 38

Herman Saftleven d.J., Herman Saftleven, Hausruinen in Utrecht nach dem Orkan am 1. August 1674, 1674

Herman Saftleven d.J., Herman Saftleven, Hausruinen in Utrecht nach dem Orkan am 1. August 1674, 1674

Taxe: 15.000,- SFR

Zuschlag: 23.000,- SFR

Losnummer: 116

Albrecht Dürer, Die Kupferstichpassion, 1507-1513

Albrecht Dürer, Die Kupferstichpassion, 1507-1513

Taxe: 200.000,- SFR

Losnummer: 32

Rembrandt, Die Hütte und der Heuschober, 1641

Rembrandt, Die Hütte und der Heuschober, 1641

Taxe: 125.000,- SFR

Losnummer: 108

Antonio Visentini, Prospectus Magni Canalis Venetiarum, 1735-1742

Antonio Visentini, Prospectus Magni Canalis Venetiarum, 1735-1742

Taxe: 25.000,- SFR

Zuschlag: 25.000,- SFR

Losnummer: 128

Lucas Cranach d.Ä., Die Heilige Familie in der Landschaft, von Engeln umrundet, um 1510/15

Lucas Cranach d.Ä., Die Heilige Familie in der Landschaft, von Engeln umrundet, um 1510/15

Taxe: 12.500,- SFR

Losnummer: 27

Albrecht Dürer, Die Geburt Christi, um 1503

Albrecht Dürer, Die Geburt Christi, um 1503

Taxe: 12.500,- SFR

Zuschlag: 15.500,- SFR

Losnummer: 47

Rembrandt, Bildnis des Predigers Cornelis Claesz. Anslo, 1641

Rembrandt, Bildnis des Predigers Cornelis Claesz. Anslo, 1641

Taxe: 50.000,- SFR

Zuschlag: 40.000,- SFR

Losnummer: 110

Rembrandt, Nackte Frau auf einer Bank sitzend, mit einem Hut neben sich, 1658

Rembrandt, Nackte Frau auf einer Bank sitzend, mit einem Hut neben sich, 1658

Taxe: 400.000,- SFR

Zuschlag: 365.000,- SFR

Losnummer: 105

Albrecht Dürer, Joachim auf dem Felde, 1504

Albrecht Dürer, Joachim auf dem Felde, 1504

Taxe: 20.000,- SFR

Losnummer: 41

Rembrandt, Der Omval, 1645

Rembrandt, Der Omval, 1645

Taxe: 125.000,- SFR

Zuschlag: 460.000,- SFR

Losnummer: 106

Rembrandt, Anbetung der Hirten bei Laternenschein, um 1652

Rembrandt, Anbetung der Hirten bei Laternenschein, um 1652

Taxe: 40.000,- SFR

Losnummer: 94

Israhel van Meckenem, Das Kinderbad, um 1480

Israhel van Meckenem, Das Kinderbad, um 1480

Taxe: 25.000,- SFR

Zuschlag: 23.000,- SFR

Losnummer: 81




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