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Am 22.07.2020 Auktion 72: Alte und Moderne Kunst – Autographen – Alte Dokumente

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Am Badestrand / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst schneidet bei Grisebach in Berlin gewohnt gut ab

Eine sichere Sache



Erfolgreich behauptet sich die Villa Grisebach in Berlin an der Spitze des deutschen Auktionsmarktes für moderne und zeitgenössische Kunst trotzt jeder angespannten Stimmung. 46 der 62 „Ausgewählten Werke“ wurden am 5. Juni zugeschlagen, was einer Zuschlagsquote von gut 74 Prozent entspricht. Zwar liegt man damit nicht so hoch wie noch mit dem Vorjahresergebnis von über 90 Prozent, und auch der Bruttoumsatz für alle vier Auktionen ging von 15,5 Millionen Euro auf 12,25 Millionen Euro zurück, doch war man vor einem Jahr noch in einer Hochphase des Kunstmarkts, der seit Herbst 2008 eine deutliche Abkühlung folgte. Die war aber am vergangenen Wochenende in Berlin nicht so stark zu spüren, so dass nun endlich der erste Nettomillionenbetrag dieser Frühjahrssaison auf den Tisch kam: Max Beckmanns „Nachtgarten bei Cap Martin“ aus dem Jahr 1944 erzielte 1,12 Millionen Euro knapp unterhalb der oberen Taxe. Wie alle fünf Spitzenlose wanderte auch dieses düster-geheimnisvolle Bild, das der Künstler während seines Amsterdamer Kriegsexils malte, in Privatbesitz – entweder deutschen oder Schweizer. Unter den deutschen Impressionisten wurde Max Liebermann von Lesser Ury der Rang abgelaufen. Mit 126.000 Euro hüpfte sein Pastell „Nachtbeleuchtung“, eine seiner frühen Berliner Straßenszenen von 1889, leicht über den Schätzpreis hinweg. Die untere Grenze von 80.000 bis 120.000 Euro schaffte sein Blick auf die Terrasse von „Cafe Bauer“ 1906, wo ein elegantes Ehepaar ein Dinner im Mondschein genießt. Im Rahmen der Erwartungen bewegten sich die 130.000 Euro für Paula Modersohn-Beckers „Bauerngarten mit rotem Haus“ von circa 1902.


Einige der besten Ergebnisse erzielten die Spätwerke Lovis Corinths. Mit 360.000 Euro setzte sich sein Ölbild auf Pappe „Flieder im Kelchglas“ aus dem Jahr 1923 sogar an die zweite Stelle der Auktion und in eine norddeutsche Privatsammlung ab (Taxe 250.000 bis 300.000 EUR). Fast ebenso hoch müssen inzwischen seine expressionistischen, sich in Farbkleckse auflösenden Aquarelle veranschlagt werden: „Walchen-See“ etwa von 1925 – dem Todesjahr des Künstlers – kostete 170.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Da konnten sogar die Aquarelle Emil Noldes, so das „Doppelbildnis (Mann und Frau)“ aus den frühen 1930er Jahren für 112.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und die „Ananasblüte und Anemonen“ aus der Zeit nach 1950 zur unteren Taxe von 100.000 Euro, nicht mithalten. Die bekanntesten der jüngeren Expressionisten, die sich in großen Künstlergruppen zusammenschlossen – etwa Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel oder die Maler des „Blauen Reiters“ – hielten sich etwas bedeckt. Einzig Hermann Max Pechsteins Portrait einer sitzenden Frau von 1917 vor prismatisch gebrochenem Hintergrund erzielte mit 170.000 Euro einen sechsstelligen Betrag (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Eher traten die Einzelgänger und Außenseiter der (Zwischen-)Kriegsjahre hervor wie eben Max Beckmann oder Karl Hofer, für den sich gegen 1944 drei „Kartenspielende Mädchen“ in einer kleiner Dachkammer zusammenfanden. Bei 200.000 Euro kam ein Sammler zum Zug (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR). 170.000 Euro erreichte seine „Frau, sich waschend“, ein ebenso intimes Bild von 1941 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Zu nennen ist vor allem Georg Scholz, der 1919 eine kurze, aber heftige kubofuturistische Schaffensphase durchlebte. Seine „Exotische Prinzessin“ in leuchtenden Farbbahnen und -partikeln und mit vergoldeten Stuckflächen ist ein herausragendes Beispiel dieser Zeit. Ein Schweizer Privatsammler sicherte sich das exzeptionelle Werk zum untern Schätzpreis von 250.000 Euro und verhalf ihm zu Platz 2 im Auktionsranking. Lyonel Feininger steigerte sich dagegen kräftig: Auf 180.000 bis 240.000 Euro angesetzt, wurde seine schemenhafte Darstellung „Badende“ aus dem Jahr 1933 auf 280.000 Euro gehoben. Auch die 115.000 Euro für seine Kirche „Im Schnee“ von 1949 beweisen die ungebrochene Beliebtheit des Deutsch-Amerikaners (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Die herbste Enttäuschung auf dieser Auktion war der Rückgang von Oskar Schlemmers 1931 datierter „Sitzenden auf geschwungenem Stuhl“. Der Schweizer Einlieferer, der das Ölbild aus dem Nachlass des 1943 verstorbenen Künstlers erworben hatte, erwartete mit 500.000 bis 700.000 Euro zuviel. Die „Dunkle Vierergruppe mit Vorübergehender“ von 1936 glich diese schmerzhafte Lücke bei 200.000 Euro etwas aus (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Auch die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg und die Zeitgenossen trugen ein wenig zur neuerlichen Hebung der Laune bei, so Serge Poliakoff, dessen immer gleich aufgebaute „Compositions Abstraites“ man doch nie müde wird. In zwei verschiedenen Rottönen erstrahlt eine solche seit 1957/61, und sie kletterte von 120.000 bis 150.000 Euro auf 185.000 Euro. Ein bisschen international blieb es mit Pierre Soulages, der noch im hohen Alter ein suggestives „Peinture“ mit dem Datum „11-5-2004“ schuf. 95.000 Euro waren der Lohn für die hellen Lichtreflexe auf lackschwarzen Leinwand (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Doch blieb es weitgehend deutsch. Zu einem sechsstelligen Betrag reichte es hier noch bei zwei Altmeistern: Gerhard Richters eher kleines abstraktes Bild vom 14. April 1986 erzielte die untere Grenze von 150.000 bis 200.000 Euro, ebenso wie „De Chiricos Selbstbildnis“, das Georg Baselitz von den Füßen des längst verstorbenen Vorgängers aufnahm, für 180.000 Euro. Ansonsten wurde das niveauvolle, aber etwas einseitige Angebot freundlich, doch keineswegs überschwänglich honoriert: 78.000 Euro gab es für Imi Knoebels konkretes Portrait „Grace Kelly III-3“ von 1990 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), 82.000 Euro für Andreas Gurskys großformatige Fotografie an der Hofkirche in „Dresden“ von 1988 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) und 50.000 Euro für Daniel Richters „Careless Whisper“ von 2000 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), um die wichtigsten zu nennen. Grisebachs Favorit der jüngsten Künstler, Eberhard Havekost, scheiterte mit seiner doppelten Zelthälfte „Camp 4 (2)“ von 2003 an 90.000 bis 120.000 Euro und wurde auch das etwas komfortablere „Hotel 1“ aus demselben Jahr bei 60.000 bis 80.000 Euro nicht los.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



09.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Labyrinthische, dunkle Nächte

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Lovis Corinth, Flieder in Kelchvase, 1923
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Lesser Ury,
 Nachtbeleuchtung, 1889
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Kunstwerk:

Paula Modersohn-Becker, Bauerngarten mit rotem Haus, um 1902
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Lovis Corinth, Walchen=See, 1925
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Paula Modersohn-Becker, Bauerngarten mit rotem Haus, um 1902

Paula Modersohn-Becker, Bauerngarten mit rotem Haus, um 1902

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 7

Lesser Ury, Nachtbeleuchtung, 1889

Lesser Ury, Nachtbeleuchtung, 1889

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 126.000,- EURO

Losnummer: 4

Lovis Corinth, Walchen=See, 1925

Lovis Corinth, Walchen=See, 1925

Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 170.000,- EURO

Losnummer: 17

Lovis Corinth, Flieder in Kelchvase, 1923

Lovis Corinth, Flieder in Kelchvase, 1923

Taxe: 250.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 360.000,- EURO

Losnummer: 16




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