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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Viel moderne und ein bisschen zeitgenössische Kunst bescheren Bassenge ein hervorragendes Gesamtergebnis

Wirklich kein Gerümpel



Lesser Ury, Allee im Tiergarten, um 1925

Lesser Ury, Allee im Tiergarten, um 1925

Eine überdurchschnittliche Zuschlagsquote von 73 Prozent nach Anzahl der Lose erzielte das Berliner Auktionshaus Bassenge am 6. Juni mit seiner Abteilung moderner und zeitgenössischer Kunst. Möglich gemacht hatten dies moderate Schätzpreise für gute Qualität aus der zweiten Reihe, aber auch an erstklassigen Künstlern insbesondere des deutschen Expressionismus. Den Hauptgewinn errang allerdings ein Österreicher: Auf 50.000 Euro kletterte Gustav Klimts weiß gehöhte Bleistiftzeichnung eines weiblichen Konterfeis im Profil nach rechts aus der Zeit um 1916. Erwartet waren für das Blatt 30.000 Euro. Auf dem zweiten Platz landete Lesser Ury mit einer fulminanten Kohlezeichnung unter dem Titel „Allee im Tiergarten“, die um 1925 entstanden ist und eine typische Szene des Berliner Secessionisten zeigt: Zwei Damen verlassen eine Droschke, um auf der regennassen Fahrbahn ihren weiteren Weg anzutreten. Auf 20.000 Euro angesetzt, konnte der Karton seinen Wert auf 43.000 Euro mehr als verdoppeln.


Ein ungewohntes und deswegen reizvolles Gemälde Urys mit einem holländischen Dorf am Kanal fand dagegen bei 18.000 Euro keinen Liebhaber. Eines der wenigen weiteren impressionistischen Gemälde, Philipp Francks „Frau mit zwei Kindern unter blühenden Apfelbäumen“ von circa 1905, wurde mit 19.000 Euro bedacht – zwar 7.000 Euro mehr als erwartet, aber durchaus marktüblich, da es sich um ein relativ großes Gemälde des Berliner Akademieprofessors handelt. Eher musste man sich auf die Grafik und Zeichnung dieser Jahre konzentrieren, so auf Käthe Kollwitz’ sechsteilige Folge „Ein Weberaufstand“ von 1897 für 11.000 Euro (Taxe 8.000 EUR), Walter Leistikows Pastell einer bewölkten Küstenlandschaft mit Brandung um 1900/05 für 2.600 Euro (Taxe 1.800 EUR), Max Liebermanns Federzeichnung seiner Villa am Wannsee nach Westen von etwa 1914 für 7.500 Euro (Taxe 2.800 EUR) und vor allem Hans Meid, von dem Bassenge eine ganze Sammlung von rund 75 Losnummern anpries. Keines der Blätter seines raschen, unprätentiös erzählerischen Zeichenstils schoss in astronomische Höhen hinauf, doch wurden sie fast alle für bis zu 1.400 Euro weitergereicht. Auf französischer Seite beeindruckte Jacques Villon mit seinen Kaltnadelradierungen „Lily“ von 1905 in vier unterschiedlichen Zuständen zu taxgerechten 9.500 Euro oder seiner farbigen Aquatintaradierung dreier gut gekleideter Gesellschaftsdamen von 1903 bei erwarteten 8.000 Euro.

Expressionistische Ölgemälde waren nicht sehr zahlreich vorhanden. Dass Paul Kleinschmidt hier etwas schwache Resultate erzielte, dürfte seiner wenig gefälligen, nichtsdestoweniger bemerkenswerten Malerei zuzuschreiben sein, die auf einen begrenzten Freundeskreis rechnen kann. Von seinen drei Einlieferungen wurde lediglich das „Stillleben mit Kaffeekanne, Blumen und Gebäck“ aus dem Jahr 1930 für 19.500 Euro übernommen (Taxe 20.000 EUR), die „Schauspielerinnen bei der Toilette“ von 1924 und eine weitere Bühnenschönheit bei der Garderobe 1941 mussten zurück an den Einlieferer (Taxen je 35.000 EUR). Der bedeutendste Bildhauer dieser Zeit, Ernst Barlach, reüssierte mit seiner Bronzegruppe „Lesende Mönche II“ von 1921 bei 16.000 Euro (Taxe 12.000 EUR), 7.500 Euro erreichte seine „Henkelvase mit Masken XI“ aus der Zeit um 1905/06, hergestellt bei Richard Mutz in Wilmersdorf (Taxe 5.000 EUR).

Unter den Grafikern bestachen Lyonel Feiningers großartige Kaltnadelradierung „Das Tor“ von 1912 zu 12.000 Euro (Taxe 8.000 EUR), Alexej von Jawlenskys mit Pastellkreide kolorierte Lithografie „Kopf II“ von 1922 zu 10.000 Euro (Taxe 6.000 EUR), und jeweils 14.000 Euro spielten Emil Noldes Radierungen „Act“ von 1906 (Taxe 9.000 EUR) und „Frau N“ von 1911 ein (Taxe 10.000 EUR). Den Höchstpreis errang Erich Heckels 1910 in dreißig Exemplaren gedruckter Holzschnitt „Kinder auf der Bank“ bei 25.000 Euro (Taxe 18.000 EUR). Karl Schmidt-Rottluffs zweite Kestner-Mappe aus dem Jahr 1923 unter dem Titel „Fischer“ mit sechs Lithografien schloss dagegen etwas mager ab. Ergebnis: 12.000 Euro (Taxe 15.000 EUR). August Lange-Brock reüssierte mit sieben bunten collagierten Entwürfen zu Bühnenbildern um 1926 bei 5.000 (Taxe 4.500 EUR), Emil Orlik etwa mit seinem Farbholzschnitt „Sitzende Frau“ von 1905 bei 1.700 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder der Kaltmadelradierung „Ein Gewitter kommt“ von 1908 bei 1.600 Euro (Taxe 800 EUR), und der Italiener Enrico Prampolini mit der kubistischen Kreidezeichnung „Figura nello spazio“ von 1948 bei 3.600 Euro (Taxe 1.800 EUR). Das Bauhaus-Fieber brachte dem Auktionshaus allerdings keinen wesentlichen Ertrag, László Moholy-Nagys konstruktivistische Lithografie „Abstufungen“ von 1924 fand um 18.000 Euro keinen Abnehmer.

Erwähnung verdienen ferner Positionen abseits der großen Avantgardeströme. Viele der hier tätigen Künstler betraten gegenstandslose Wege, ohne sie ganz zu Ende zu gehen. Weit fortgeschritten ist Adolf Fleischmann, der eine Farbflächenkomposition 1930 „Abstrakte Tiere“ betitelte. Die S-förmigen Schwünge erinnern aber auch an Musikinstrumente in einem kubistischen Stillleben. 15.000 Euro waren der Lohn (Taxe 12.000 EUR). Wie dieses Gemälde stammten auch zwei Werke Hans Spiegels aus der Stuttgarter Sammlung Deyhle. Die „Kubistische Komposition mit Figuren (Schwimmern)“ von etwa 1919 war sicher die überzeugendere Arbeit und wurde entsprechend mit guten 9.500 Euro honoriert (Taxe 6.000 EUR). Weil im Format größer, erstritten „Die Ruderer“ um 1930 sogar 10.000 Euro, diesmal allerdings 2.000 Euro unterhalb der Schätzung. 22.000 Euro waren den Bietern eine verwunschene Komposition Hans Reichels aus dem Jahr 1920 wert, die unter dem Titel „Fische“ ebendiese Tiere als Tuschfederzeichnungen in ein kubistisch gebrochenes Meer aus blaugrünen Aquarellfarben bindet (Taxe 20.000 EUR).

Wie zu erwarten war, blieben einige der hoch gehandelten Gemälde unveräußert: Bassenge war nicht das erste Auktionshaus, in dem sie ihr Glück versuchten, hatte die Preise aber nicht gesenkt. Darunter waren George Grosz’ Aquarellportrait eines schwarzen Arbeiters von etwa 1934 (Taxe 30.000 EUR), Alexander Kanoldts neusachliches „Stillleben mit Fensterausblick“ auf eine wenig reizende Fabrikanlage um 1938 (Taxe 40.000 EUR) und Hermann Max Pechsteins Ölgemälde „Chrysandeen“ von 1937 (Taxe 30.000 EUR). Lediglich Karl Hofers 1923 entstandenes Ölbild „Drei Akte im Wald“ schaffte bei 26.000 Euro den Absprung (Taxe 30.000 EUR).

In der Nachkriegszeit dünnte sich das Angebot von Bassenge deutlich aus. Höhepunkt war hier Ernst Wilhelm Nays Gouache „Thais und Anna“ aus dem Kriegsendjahr 1945. Mit 24.000 Euro blieb sie es auch, allerdings um 4.000 Euro reduziert. Der Fehlbetrag tauchte weitgehend bei seinem Aquarell einer „Landschaft“ von 1939 wieder auf, die von 10.000 Euro auf 13.000 Euro gehoben wurde. Eine nette Dreingabe waren drei Gemälde des in seiner Zeit hoch geschätzten Karl Kunz, die alle drei in etwa auf oder über der Schätzung vergeben wurden: für 2.600 Euro ein „Frauengemach mit Gardinenstange“ von 1969, für 3.000 Euro „Buona Notte“ von 1963 und für 3.500 Euro ein großformatiges Gemälde des Jahres 1953 mit dem lustigen Titel „Gerümpel“.

Der größte Meister der Moderne allerdings, Pablo Picasso, blieb bei Bassenge weitgehend erfolglos: Sowohl seine Lithografie „Buste au corsage à carreaux“ von 1958 (Taxe 45.000 EUR) als auch sein Linolschnitt „Femme à la Source“ aus dem Jahr 1962 (Taxe 42.000 EUR) als auch zwei Blätter aus seiner berühmten Suite Vollard von 1931 für jeweils 15.000 Euro mussten die Heimreise antreten. Le Corbusier gab seine verzerrt dargestellte „Femme à la main levée“ auf einer Farblithografie von 1954 erst zur doppelten Schätzung bei 4.000 Euro ab. Teuerstes Werk eines Zeitgenossen wurde mit 7.000 Euro Hermann Nitschs „Aktionsrelikt Bettlaken“, das eine Materialschlacht im Juli 1975 versehrt überstand (Taxe 3.000 EUR). In Teil II mit Schätzpreisen meist unter 1.000 Euro, der losbezogen ebenfalls gut zu knapp 69 Prozent weitergereicht wurde, gab es auch einige Überraschungssieger, etwa den 2005 in Lissabon verstorbenen René Bertholo, dessen Buntstiftzeichnung einer Miniaturwelt unter dem Titel „Interieur aux hipothèse“ von 1966 auf 3.200 Euro stieg (Taxe 1.500 EUR), oder Wilhelm Heise. Seine 14 schwarzgrauen Steinstiche kühl-surrealer „Nächtlicher Blumenstücke“ um 1925 gingen für 4.400 Euro weg (Taxe 3.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



18.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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