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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Impressionismus und Moderne bei Sotheby’s weiterhin reduziert

Dünner, aber nicht schlechter



Das Volumen der Londoner Auktionen bei Sotheby’s bleibt jetzt erstmal auf Sparflamme. Wie im Februar treten am 24. Juni erneut 27 Lose an, diesmal mit einer unteren Gesamtschätzung von rund 27 Millionen Pfund – immerhin knapp 10 Millionen mehr als damals, aber mehr als achtzig Millionen weniger als vor einem Jahr. Aber das kann derzeit niemanden erschüttern. Vielmehr freut man sich an einem erlesenen und qualitätvollen Programm, das französische Impressionisten und Klassische Moderne gleichermaßen berücksichtigt. Letztere stellt das Hauptlos, Pablo Picassos „Homme à l’Epée“ aus dem Jahr 1969. Für das Spätwerk des Meisters strahlen ungewöhnlich kräftige Farben von der Leinwand herab, die ganze linke Hälfte des Bildes ist in Blutrot getaucht, vor dem auch der Körper des stehenden Mannes mit seinem Degen in der Hand zu Nichts verschwindet. Mit dem Musketier greift Picasso ein altes Motiv auf. 6 bis 8 Millionen Pfund werden für das Gemälde erwartet, das aus einer amerikanischen Privatsammlung über den großen Teich kommt. Ebenfalls aus Picassos spätester Zeit stammt seine „Nu debout“ von 1968, diesmal in zurückhaltenderen Farben: Sandgelb paart sich mit lichtem Grau. Als eines der wenigen Werke der Auktion kann es fast Marktfrische beanspruchen: Die Familie des Einlieferers erwarb es 1972, also noch zu Lebzeiten des Künstlers (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP).


Prunkstück der französischen Impressionisten ist Claude Monets verschneite und blau vereiste „Route de Giverny en Hiver“ aus dem Jahr 1885 mit einer Schätzung von ebenfalls 3 bis 4 Millionen Pfund. Ungefällig wie stets gibt sich Henri de Toulouse-Lautrec in seinem Ölbild „Au cirque: Dans les coulisses“ von circa 1888. Alles ist in tristes Grau gehüllt, dem Thema des Bildes eigentlich ganz entgegengesetzt (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Etwas freundlicher kommt Pierre-Auguste Renoirs „Nature morte, fleurs et fruits“ von 1889 daher: Nicht nur die Blumen selbst – feuerrote Gladiolen – sind hübsch anzuschauen, sondern auch die mit Blumenranken und -blüten geschmückte Porzellanvase, in der sie stehen (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP). Als Vertreter des Neoimpressionismus hat sich Paul Signac mit seiner Istanbul-Vedute „La corne d’or. La Suleimanie“ von 1907 eingefunden. Außer Toulouse-Lautrec waren alle diese Werke erst in den letzten Jahren auf dem Markt: der Monet 1989 am selben Ort mit einem Zuschlag bei 1,8 Millionen Pfund, der Renoir 2000 bei Phillips in New York für 1,3 Millionen Dollar, und Signacs Abendstimmung steigert sich von 650.000 Dollar 1989 über schwache 510.000 Dollar im November 1998 jetzt auf geschätzte 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund.

Eine besondere Bereicherung erfährt die Auktion durch drei Skulpturen des Schweizers Alberto Giacometti, die der Einlieferer, ein ungenannter Europäer, in den späten 1990er Jahren in seinen Besitz brachte. Dabei handelt es sich um charaktervolle Portraits. „Buste d’Annette VII“ – dargestellt ist die Ehefrau des Künstlers – entstand 1962 in nur zwei Exemplaren, eines davon im Museum of Modern Art in San Francisco (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP). Sechs Ausführungen existieren von seiner „Buste de Diego (Aménophis)“ aus den Jahren 1954/55. Den Kopf seines Bruders hat der Künstler hier wieder einmal zum Profil einer Flunder zusammengeschmälert (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Etwas mehr Raum gab er ihm in seiner Gipsplastik „Diego (Tête au col roulé)“ um 1951/54. Das unikate Werk ist mit 1 bis 1,5 Millionen Pfund veranschlagt. Von Barbara Hepworth stammt die unikate Steinstelengruppe „Three Standing Forms“ aus dem Jahr 1965, die vom derzeitigen Besitzer schon 1966 erworben wurde (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP). Archaischer geht Julio González ans Werk, wenn er zu Beginn der 1930er Jahre seinen bronzenen „Tête dite le Tunnel“ so zusammensetzt, als wären es alte Eisenteile (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Deutsche Künstler besetzen einige der unteren Ränge der Auktion, und Wassily Kandinskys abstraktes Aquarell „Wachsen“ von 1923 hat sogar die Ehre des Eröffnungsloses (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Zum Aufruf kommt außerdem August Mackes „Stillleben: Bunter Blumenstrauß vor dem Fenster“ von 1913 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), und passend zum Bauhaus-Jahr gibt es Paul Klees „Bäumchen (Kleiner Baum im Gebüsch)“ aus dem Jahr seiner Gründung 1919 für 200.000 bis 300.000 Pfund. Während Picasso die neuere Kunst eindrucksvoll repräsentiert, halten sich seine Zeitgenossen und Mitstreiter eher bedeckt. Fernand Léger schickt für lediglich 400.000 bis 600.000 Pfund die „Composition aux deux profils (Le Camée)“ aus dem Jahr 1947, Joan Miró hält die „Personnages devant l’oiseau-fusée qui s’enfuit“ von 1974 bereit (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) und Marc Chagall die farbenkräftige Leinwand „Repos dans le ciel multicolore“ aus der Zeit um 1980 um 700.000 bis 900.000 Pfund, was der Marktlage des russischstämmigen Künstlers entspricht.

Preislich günstiger, künstlerisch aber kaum weniger interessant gestaltet sich die Tagesauktion am nachfolgenden Donnerstag. Die Show bestreiten vor allem Hauptwerke von Künstlern der zweiten Reihe oder Gelegenheitsarbeiten von solchen der ersten Garnitur. Eher letzteren ist Pierre Bonnards „Le Corsage bleu“ auf kleinem Format von circa 1924 zuzurechnen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), schon näher an erstere Kategorie rückt Henri Lebasques „Jeune fille à l’éventail (Nono)“ aus dem Jahr 1920 (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP). Camille Pissarros „Effet de pluie au Valhermeil, Auvers-sur-Oise“ aus dem Jahr 1881 ist dagegen trotz seines Preises von 250.000 bis 350.000 Pfund wieder nur eine kleine Arbeit des impressionistischen Altmeisters. Sechs Jahre später datiert Henri Fantin-Latours üppiger Blumenstrauß von Rittersporn. Das Gemälde ist ein alter Bekannter in London: Vor zwei Jahren erwarb es der Besitzer für 200.000 Pfund bei Christie’s, jetzt will er es für 200.000 bis 300.000 Pfund schon wieder loswerden.

Einige gute Exemplare des französischen Neoimpressionismus stellen Henri Martin mit seiner Leinwand „Le paysan et la bergère“ von 1903 (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP) und der Landschaft „Le vallée du vert à Labastide-du-vert“ um 1920 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP) sowie Maximilien Luces düstere Industriewelt „Four d’usines à Couillet“ von 1903 (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Stark auch die französische Frühmoderne, etwa bei Francis Picabia durch sein Kitschbildnis einer „Femme au châle bleu“ aus den frühen 1940er Jahren (Taxe 90.000 bis 120.000 GBP) und die kubistische Komposition „La Tartane“ von 1925 (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP) oder Raoul Dufy mit fünf Gemälden aus einer freilich noch recht jungen französischen Privatsammlung, darunter surreal anmutenden Arkaden über einer Ansicht von Vallauris in Südfrankreich (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP).

Eines der teuersten Kunstwerke kommt von dem deutschen Expressionisten Ludwig Meidner. Ein neuer Rekord soll durch sein „Portrait eines jungen Mannes“ von 1915 mit den für den Künstler kennzeichnenden Verzerrungen jedoch nicht aufgestellt werden – Meidner ist längst in den Millionen angekommen (Taxe 280.000 bis 350.000 GBP). Ihm zur Seite gesellen sich das spätimpressionistische Gemälde „Elbkahn“ des ganz jungen Erich Heckel von 1904 (Taxe 90.000 bis 120.000 GBP) und Hermann Max Pechsteins um 1922 entstandenes „Frauenportrait“ mit ungesund grünem Gesicht (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Lyonel Feininger lebte schon wieder in den USA, als er 1953 sein „Village“ aus verschiedenen ineinander verschränkten Farbplatten schuf (Taxe 140.000 bis 180.000 GBP).

Auf österreichischer Seite beeindruckt vor allem Gustav Klimt mit seinen beiden Kreidezeichnungen eines liegenden Halbakts nach rechts von 1913 und einem auf dem Rücken liegenden Akt nach rechts von etwa 1905/06 für jeweils 100.000 bis 150.000 Pfund. Die Schweiz schickt mit Félix Vallotton ihren vielleicht wichtigsten Individualisten des frühen 20sten Jahrhunderts nach Ferdinand Hodler. „Sur le balcon“ aus dem Jahr 1905 verbindet die augenblickshafte Anschauung des späten Impressionismus mit der gedehnten Stille seiner späten Landschaften (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



19.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Henri Fantin-Latour, Pieds d’Aloutte, 1887
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Félix Vallotton, Sur le balcon, 1905
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Claude Monet, Route de Giverny en hiver, 1885
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Félix Vallotton, Sur le balcon, 1905

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Henri Fantin-Latour, Pieds d’Aloutte, 1887

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Camille Pissarro, Effet de pluie au Valhermeil, Auvers-sur-Oise, 1881

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Taxe: 250.000 - 350.000 GBP

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Henri de Toulouse-Lautrec, Au cirque: Dans les coulisses, um 1888

Henri de Toulouse-Lautrec, Au cirque: Dans les coulisses, um 1888

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Losnummer: 12

Gustav Klimt, Liegender Halbakt nach rechts, 1913

Gustav Klimt, Liegender Halbakt nach rechts, 1913

Taxe: 100.000 - 150.000 GBP

Zuschlag: 110.000,- GBP

Losnummer: 112

Claude Monet, Route de Giverny en hiver, 1885

Claude Monet, Route de Giverny en hiver, 1885

Taxe: 3.000.000 - 4.000.000 GBP

Zuschlag: 3.400.000,- GBP

Losnummer: 11

Henri Lebasque, Jeune fille à l’éventail (Nono), 1920

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Taxe: 180.000 - 250.000 GBP

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Paul Signac, La corne d’or. La Suleimanie, 1907

Paul Signac, La corne d’or. La Suleimanie, 1907

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 GBP

Zuschlag: 1.200.000,- GBP

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August Macke, Stillleben: Bunter Blumenstrauß vor dem Fenster, 1913

August Macke, Stillleben: Bunter Blumenstrauß vor dem Fenster, 1913

Taxe: 250.000 - 350.000 GBP

Zuschlag: 320.000,- GBP

Losnummer: 22




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