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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Dumpingpreise bei Nagel in Stuttgart: Kunst und Antiquitäten

Sonniges Rom



 Porzellanmanufaktur Meißen, Drei Schneeballvasen, Meißen, um 1760

Porzellanmanufaktur Meißen, Drei Schneeballvasen, Meißen, um 1760

Bei seiner kommenden Versteigerung am 24. und 25. Juni hat das Stuttgarter Auktionshaus Nagel fast gänzlich auf hohe Schätzpreise verzichtet und macht fast ausschließlich Lockangebote. Zumal bei den Alten Meistern sind aber auch nur wenige Gemälde wirklich sicher zugeschrieben. Dazu gehört der Niederländer Carolus Gustavus Cosack mit seinen zusammengehörigen Bildnissen eines Ehepaares aus dem Jahr 1710 (Taxe 5.800 EUR). Wie seiner ist auch Philippe Budelots Name an sich zwar nicht besonders klangvoll, aber immerhin stammen aus dem Pinsel des französischen Landschafters zwei Gegenstücke mit kleinen Jagdgesellschaften (Taxe 4.200 EUR). Lediglich dem Kreis des Bolognesers Carlo Cignani wird eine Allegorie der Caritas nach einer größeren Version in einer Bologneser Privatsammlung zugeschrieben (Taxe 9.500 EUR), ebenso unsicher ist eine glatte klassizistische Darstellung von Christus und der Samariterin am Brunnen mit dem Pariser Laurent de La Hyre verbunden (Taxe 8.000 EUR).


Kunst

Auf niederländischer Seite ist hier eine zechende Gesellschaft in einer heruntergekommenen Gewölbehalle zu nennen, die Willem van Herp in die Schuhe geschoben wird. Bei einer Schätzung von 1.800 Euro dürfte das mittelgroße, reich ausgestattete Gemälde vielleicht mit den größten Reiz ausüben. Lateinamerikanische Künstler sind selten Gast auf deutschen Auktionen. Mit dem Barockmaler Miguel Cabrera hat Nagel gleich einen ihrer bedeutendsten im Programm. Sein Hochoval mit der Flucht nach Ägypten ist ein dicht erzählendes Werk von guter malerischer Qualität und sicher seine 9.800 Euro wert. Titellos der Auktion ist Hermann David Salomon Corrodis sonnige Ansicht von Rom und der umliegenden Landschaft mit einer Baumgruppe im Vordergrund aus dem Jahr 1867. Auch sie ist lediglich mit 3.000 Euro bewertet, allerdings handelt es sich lediglich um ein Aquarell des geschickten Italieners schweizerischer Abstammung.

Bei den Neueren Meistern sind nun auch ein paar teurere Werke ausgestellt. An erster Stelle François-Etienne Musins Dreimaster in stürmisch aufgewühlter See bei verdunkeltem Himmel. Die effektvolle Arbeit des Belgiers soll 35.000 Euro kosten. Etwas ruhiger geht es auf Friedrich Paul Nerlys Golf von Syrakus mit zwei Fischerbooten im Vordergrund zu (Taxe 6.000 EUR). Auch Edward Cucuel bevorzugt sonnige, konfliktfreie Ansichten wie die auf „Monaco – Monte Carlo (Tête de Chien)“. Das impressionistische Bild weist schon deutlich in Richtung Frühmoderne (Taxe 28.000 EUR). Ohnehin liegt der Schwerpunkt auf Landschaften: Jakob Maurers Sommerlandschaft mit Wäscherinnen an einem Bach (Taxe 18.000 EUR) und Heinrich Bürkels Überfall auf eine Reisekutsche unter einem minutiös gemalten Baum sind charakteristische Produkte deutscher Akademiegewächse (Taxe 12.000 EUR). Eine namhafte Ausnahme bildet Franz von Defreggers Bildnis eines jungen Mädchens in Dirndl und weißer Bluse (Taxe 6.000 EUR).

Antiquitäten

Stärker als die Gemälde ist diesmal das Kunsthandwerk. Als Hauptstück der Uhren prangt eine englische Bracketclock mit Musikspielwerk des 18ten Jahrhunderts, signiert von James McCabe aus London (Taxe 12.000 EUR). Ein Genueser Bureau Plat des Rokoko mit polychromer Blumenbemalung führt bei 28.000 Euro die Möbel an. Bekannte Namen tauchen so gut wie nie auf, lediglich in der Art des Ferdinando Pogliani, eines Mailänder Historisten, ist um 1860 eine prächtige Vitrine mit Elfenbein-, Perlmutt- und Halbedelsteineinlagen geschaffen (Taxe 6.000 EUR). Papiertapeten im Stil des Klassizismus gibt es aus der Pariser Manufaktur von Joseph Dufour um 1815 in Grisailledruck. Dabei handelt es sich um vier von insgesamt 26 Bahnen aus der Serie „Psyche“ nach Entwürfen wohl von Merry-Joseph Blondel und Louis Laffitte (Taxe 19.000 EUR).

Am meisten überzeugt das Silber. Hier kommen klassische Produkte wie zwei Spätrokokoleuchter wohl von Meister Friedrich Kittel aus Aurich um 1780 (Taxe 10.000 EUR) und eine große Deckelvase des Londoner Hoflieferanten Paul Storr aus dem Jahr 1808 zum Aufruf (Taxe 38.000 EUR). Von Odiot aus Paris stammt eine fünfteilige Tafelgarnitur, bestehend aus vier Senftöpfchen und einem Salzfässchen von circa 1880. Junge, antikisch gewandete Damen halten oder tragen die kostbaren Gefäße, der Stil ist also schon der des zweiten Klassizismus (Taxe 42.000 EUR). Der vielleicht bedeutendste Vertreter des schon 1690 gegründeten Hauses war Jean-Baptiste-Claude Odiot, aus seiner Hand stammen zwei Kaffeekannen, davon eine mit dem Wappen des Großherzogtums Baden, aus der Zeit um 1820 für 10.000 Euro und 12.500 Euro.

Mehrere kostbare Stücke steuert der Wiener Historismus des späten 19ten Jahrhunderts bei, überwiegend mit mehr oder weniger reicher Emaildekoration. Ein Bergkristallkännchen für 10.000 Euro und eine querovale Bergkristalltazza für 11.000 Euro sind im Stil der Renaissance gehalten, manieristisch – in jeder Hinsicht – mutet eine punktsymmetrische Tazza mit figürlichen Szenen an (Taxe 10.000 EUR). Auch Kurioses ist darunter wie ein Scherzgefäß in Schiffsform, dessen Segel und Fahnen ebenfalls in Email verziert sind (Taxe 20.000 EUR). Mit 32.000 Euro den höchsten Schätzpreis trägt eine ballonflaschenförmige Vase mit dem Meisterzeichen der Firma Hermann Böhm. Samuel G. Fischer und Renée W. Fischer signierten um 1880 einen kleinen Kabinettschrank, dessen eingelegte Emailfelder in feinem Purpur erglänzen (Taxe 25.000 EUR).

Beim Porzellan kommt hier wieder einmal Johann Joachim Kändler zum Einsatz, etwa mit einem Paar Wackelpagoden in Form zwei Chinesenbuben um 1750/60 (Taxe 20.000 EUR) und um 1750 – zusammen mit Peter Reinicke – mit einem Bergmann, der singend seine Laute bedient (Taxe 18.500 EUR). Unbekannt ist der Schöpfer dreier Schneeballvasen – einer Meißner Spezialität – um 1760 mit galanten Szenen in den Bildfeldern (Taxe 30.000 EUR). Das 19te Jahrhundert entsendet zwei Meißner Vasenpaare – das eine davon mit prächtigem Blütenschmuck und darin versteckten Putten – im Neorokoko, trotzdem stehen sie bei stattlichen 30.000 Euro und 40.000 Euro. Höhepunkt des Jugendstil ist eine stielige, zylindrische Bodenvase der New Yorker Tiffany Studios von circa 1925 für 6.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 24. Juni um 14 Uhr mit dem Silber, Porzellan und Jugendstil, am 25. Juni stehen ab 10 Uhr die Gemälde und Möbel auf dem Programm. Die Besichtigung der Objekte ist noch bis zum 22 Juni täglich von 11 bis 18 Uhr möglich.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



22.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


24.06.2009, Kunst und Antiquitäten

Bei:


Nagel Auktionen

Bericht:


Keine Lust auf Historismus

Kunstwerk:

Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, Bergmann mit Laute, um 1750
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François-Etienne Musin, Dreimaster in stürmisch aufgewühlter See
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Friedrich Paul Nerly, Fischerboote im Golf von Syrakus
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Jakob Maurer, Sommerlandschaft mit Wäscherinnen an einem Bach
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Heinrich Bürkel, Überfall auf eine Reisekutsche
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Franz von Defregger, Bildnis eines jungen Mädchens im roten Dirndl und weißer
 Bluse
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Bureau-Plat, Genua, Mitte 18. Jahrhundert

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Taxe: 28.000,- EURO

Losnummer: 885

Willem van Herp, Zechende Gesellschaft in einer Halle

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Taxe: 1.800,- EURO

Zuschlag: 4.600,- EURO

Losnummer: 643

Paul Storr, Deckelvase, London 1808

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Taxe: 38.000,- EURO

Losnummer: 18

François-Etienne Musin, Dreimaster in stürmisch aufgewühlter See

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Taxe: 35.000,- EURO

Losnummer: 690

wohl Friedrich Kittel, Leuchterpaar, Aurich um 1780

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Taxe: 10.000,- EURO

Losnummer: 7

Philippe Budelot, Hirschjagd – Rastende Jagdgesellschaft

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Taxe: 4.200,- EURO

Losnummer: 634

wohl Merry-Joseph Blondel und Louis Laffitte, Tapete „Bad der Psyche“, um 1815

wohl Merry-Joseph Blondel und Louis Laffitte, Tapete „Bad der Psyche“, um 1815

Taxe: 19.000,- EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 879

Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, Bergmann mit Laute, um 1750

Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, Bergmann mit Laute, um 1750

Taxe: 18.500,- EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 132

Jakob Maurer, Sommerlandschaft mit Wäscherinnen an einem Bach

Jakob Maurer, Sommerlandschaft mit Wäscherinnen an einem Bach

Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 713

Johann Joachim Kändler, Paar Wackelpagoden, um 1750/60

Johann Joachim Kändler, Paar Wackelpagoden, um 1750/60

Taxe: 20.000,- EURO

Losnummer: 137

Louis Comfort Tiffany, Bodenvase, um 1925

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Taxe: 6.000,- EURO

Losnummer: 285

Friedrich Paul Nerly, Fischerboote im Golf von Syrakus

Friedrich Paul Nerly, Fischerboote im Golf von Syrakus

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 693

Miguel Cabrera, Die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten, 1766

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Taxe: 9.800,- EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 590




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